Frühere Ambulanz in Adorf verkauft: Vertrag mit Investitionspflicht

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Thomas Bürmann aus der Nähe von Regensburg will nach der Sanierung Seniorenwohnen etablieren. Es gibt noch mehr Interessenten für Räume im Haus.

Adorf. Die Stadt Adorf will die frühere Ambulanz am Markt an den selbstständigen Unternehmensberater Thomas Bürmann aus Bad Abbach bei Regensburg verkaufen. Der Stadtrat hat dem Verkauf des 820 Quadratmeter großen Grundstücks am Montagabend einstimmig befürwortet. Bürmann will in dem Gebäude in zentraler Lage in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Auerbach auf den beiden mittleren Etagen Seniorenwohngemeinschaften etablieren. Bürmann ist bereits in der Region tätig, so mit Seniorenwohnen in Eibenstock und als Käufer des früheren Ärztehauses am Reichenbacher Solbrigplatz.

Der Verkaufspreis liegt bei 75.000 Euro - ermittelt durch ein Gutachten und nach längeren Verhandlungen akzeptiert, sagte Bürgermeister Rico Schmidt (SPD). Notartermin und Verkauf kommen nur zustande, wenn eine Finanzierungsvereinbarung über die Arbeiten am Haus vorliegt - darauf hatte nicht zuletzt die Fraktion der Freien Wähler bei aller Freude über die Lösung für die Immobilie gedrängt. Der Kaufvertrag geht mit einer zeitlich befristeten Investitionsverpflichtung einher. Sollte sie nicht eingehalten werden, fällt das Gebäude an die Stadt zurück. Schmidt hofft auf ein saniertes Gebäude 2024, sagte er im Stadtrat.

Die Stadt bleibt beim Gebäude ohnehin im Boot: Das Erdgeschoss wird von der kommunalen Wohnungsgesellschaft für die bestehende und mit auch zwei jungen Ärzten so zukunftssicher wie möglich aufgestellte Arztpraxis langfristig angemietet oder gekauft. Für das Dachgeschoss des Hauses gibt es Nachfragen für eine Privatwohnung und eine weitere Praxis, teilte Schmidt nach einem Gespräch mit Bürmann mit. Die Sanierungsarbeiten sollen laut Stadtoberhaupt 2022 starten.

Adorf hatte die Ambulanz im März 2017 ersteigert. Damit sollte Gebäudespekulationen ein Riegel vorgeschoben werden, die Stadt das Heft des Handelns in die Hand bekommen. Was folgte, war die Suche nach Investoren und Betreibervarianten. Bürmann hatte zur Vorstellung seines Konzepts Ende März 2021 im Rat einen guten Eindruck hinterlassen. Eine Sanierung durch den städtischen Vermieter hatte Schmidt ausgeschlossen - dieser sei an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit und habe große Sanierungsobjekte auch innerstädtisch (Freiberger Straße 1-5, ab 2022) vor der Brust.

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