Imbiss-Flaute am Stausee hält an

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Das kühle Nass lockt viele Badegäste nach Carolagrün. Auf eine Versorgung am Imbiss müssen sie nach wie vor verzichten.

Auerbach.

Am zeitigen Morgen eines schönen Sommertages herrscht am Stausee Carolagrün schon richtig Betrieb. Vor allem ältere Paare schwimmen im kühlen Wasser oder wärmen sich auf den Bänken am Ufer auf. Annamaria und Werner Schwabe erzählen, dass sie aus Rodewisch kommen. "Wir haben schon unsere jungen Jahre hier verbracht", erzählt er. Auch Christine und Wolfgang Reisch kommen aus Rodewisch fast jeden Tag zum Schwimmen an den Stausee - natürlich auch schon seit ihrer Kindheit. Wen man auch fragt, alle bedauern, dass der Imbiss am Stausee seit Wochen geschlossen hat. "Hier konnte man mittags mal eine Bockwurst essen oder nachmittags ein Eis", so Wolfgang Reisch. Die Badegäste wünschen sich, dass der Imbiss wieder öffnet und das gesamte Areal als idyllisches Ausflugsziel erhalten bleibt.

Nichts dagegen haben Schönheides Bürgermeister Thomas Lang (UWG) und Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock, zu dem das Areal gehört. Auf Nachfrage antwortet Lang: "Der Stausee mit Imbiss sollte erhalten bleiben, aber nach den mir bis jetzt vorliegenden Informationen gehe ich davon aus, dass alle Beteiligten dieses Jahr keine Lösung mehr hinbekommen." Und von Schusser heißt es ähnlich: "Wir haben kein Problem damit, wenn der Stausee als Badesee genutzt wird. Diesbezüglich gibt es vertragliche Vereinbarungen mit der Gemeinde Schönheide. Das beinhaltet auch die Bewirtschaftung des Imbisses." Der Stausee soll laut Schusser seinen natürlichen Charakter behalten. Ausbaumaßnahmen seien nicht geplant. Er werde weiterhin instand gehalten und dient als Naherholungsobjekt und als Biotop. Als Wasserspeicher sorge er im Wald für Temperaturausgleich und Feuchtigkeit.

Vorerst ändert sich nichts daran, dass der Imbiss geschlossen bleibt. Die Gemeinde hatte zwar Anstrengungen unternommen, eine Filteranlage einzubauen. Mit dem Ergebnis waren jedoch die Behörden nicht einverstanden. Laut dem zuständigen Landtagsabgeordnetem Eric Dietrich (CDU), der zu dem Thema um Vermittlung zwischen Betreiberin Isabelle Ernst und Landratsamt bemüht ist, sind die Behördenmitarbeiter nicht einverstanden damit, dass Wasser aus einem Zulauf aus dem Wald genutzt wird. Anders sieht die Sache aus, wenn es Wasser aus einem Brunnen wäre. "Es ist richtig, Recht und Ordnung durchzusetzen", so Dietrich. Demnach ist es Imbissen nur gestattet, mit fließendem Wasser und Trinkwasseranschluss zu arbeiten. Dennoch will Dietrich an der Sache dran bleiben und "alles noch einmal neu hinterfragen". Zu klären sei auch, ob die Gemeinde sich einen Brunnen für 15.000 bis 20.000 Euro leisten will.

Der Imbiss am Stausee ist seit Juni geschlossen - verfügt durch das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Erzgebirgskreises. In Wasserproben war eine massive Belastung mit Fäkalbakterien festgestellt worden. Isabelle Ernst, die den Imbiss 2021 übernommen hatte, versicherte gegenüber der Behörde, dass sie das Wasser, das bemängelt wurde, gar nicht benutzt. Sie habe jeden Tag mehrere Kanister mit frischem Wasser zum Stausee mitgebracht. Aber auch diese Lösung wird vom Amt nicht akzeptiert. Isabelle Ernst versteht nicht, warum ihr die Vorschriften gemacht werden, wo doch die vorherige Betreiberin Jahrzehnte lang Wasser aus eben jenem kritisierten Zulauf benutzt habe. Den Badegästen hilft das alles wenig. Die meisten bringen jetzt ihre Brote und etwas zu Trinken mit. Wenigstens für die Toiletten, die etwa hundert Meter unterhalb des Stausee liegen, hat sich eine Lösung gefunden. Ein Schönheider kommt jeden Tag 10 Uhr, schließt diese auf und am Abend wieder zu. Das war bis zur Schließung des Imbisses an dessen Betreibung gekoppelt.

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