Zwei Ministerpräsidenten kämpfen für das Welterbe

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Die Regierungschefs von Sachsen und Thüringen, Michael Kretschmer und Bodo Ramelow, waren an der Göltzschtalbrücke zu Gast. Doch ein Star stahl ihnen die Schau.

Netzschkau.

Sein Bonbon wickelte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gleich zu Beginn aus. "Die Göltzschtalbrücke wird es!", sagte er am gestrigen Donnerstag, kaum dass er die Bühne vor der größten Ziegelsteinbrücke der Welt erklommen hatte. Der Regierungschef stellte sich damit auf dem Jahresempfang der Städte Reichenbach und Netzschkau eindeutig hinter die Bemühungen, für die Göltzschtalbrücke den Unesco-Welterbestatus zu erlangen.

Eine Expertenkommission hatte vergangenen Freitag das vogtländische Bauwerk auf Platz einer Liste der Objekte gesetzt, mit denen sich Sachsen um das Welterbeprädikat bewerben will. Doch die Einschätzung der Experten ist nur eine Empfehlung. Entscheiden muss die Landesregierung.

Das hat sie offenbar. "Wir schließen uns der Entscheidung der Experten an, die Göltzschtalbrücke auf den ersten Platz zu setzen", bekräftige Kretschmer. Und er ist bei diesen Bemühungen nicht allein. Sein thüringischer Amtskollege Bodo Ramelow (Linkspartei) stand gestern neben ihm auf der Bühne und sang ebenfalls ein Loblied auf die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. "Das technische Denkmal Göltzschtalbrücke ist phänomenal", so Ramelow. "Wir unterstützen die Bewerbung als Welterbe." Dies könne helfen, das Vogtland voran zu bringen. "Und wenn ich das Vogtland sage, meine ich das ganze Vogtland", setzte er umgehend hinzu. "Also sowohl das sächsische als auch das thüringische."

Bis die Brücke tatsächlich von der Unesco in den Rang eines Welterbes erhoben wird, fließt freilich noch einiges an Wasser die Göltzsch hinab. Im Oktober schickt Sachsen zunächst einmal seine Liste nach Berlin - mit der Göltzschtalbrücke auf Platz eins. Dort muss sich anschließend die Kultusministerkonferenz bis 2023 auf eine sogenannte Tentativliste einigen, die dann am 1. Februar 2024 der Unesco vorgelegt wird. Thüringen - so hat es Bodo Ramelow gestern versprochen - will auch dabei helfen.

Auch bei der Unesco ist das Welterbeprädikat kein Selbstläufer. Doch seit Donnerstagabend dürfte zumindest feststehen, dass die Göltzschtalbrücke ein Kandidat ist, mit dem man rechnen muss. Das fand auch der Überraschungsgast des Abends, der von Brücken nun wirklich eine ganze Menge versteht: Peter Maffay. Der Sänger hatte auf der Bühne sein weltberühmtes Lied "Über sieben Brücken musst du geh'n", zum Besten gegeben. Damit stahl er sogar den beiden Ministerpräsidenten die Schau.

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