Hass-Predigten in der Plauener Moschee

Im Vogtland gibt es mutmaßliche Unterstützer der Terrorvereinigung Islamischer Staat. Treffpunkt soll die Moschee im Stadtzentrum von Plauen sein. Am Donnerstag hat die Bundespolizei einen 22-jährigen Syrer festgenommen.

Plauen/Karlsruhe.

Plauen/KarlsruheIn der Moschee im Stadtzentrum von Plauen sollen Predigten stattfinden, die die westliche Welt als Feindbild darstellen. Spezialkräfte der Bundespolizei haben am Donnerstag am frühen Morgen mehrere Wohnungen von Teilnehmern dieser Predigten durchsucht. Dabei nahmen sie einen 22-jährigen Mann aus Syrien fest, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Der Mann soll in Plauen Mitglieder und Unterstützer für den Islamischen Staat (IS) geworben haben. Er steht unter Verdacht, der terroristischen Vereinigung anzugehören. Über Whatsapp-Gruppen soll der Syrer Propagandavideos mit grausamen Hinrichtungsszenen von Gefangenen des IS verbreitet haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Torsten Kleditzsch

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"Wir haben festgestellt, dass es seit Sommer 2017 in dieser Moschee salafistische Strukturen gibt", sagte am Donnerstag Pamela Streiter, Sprecherin des Landesamtes für Verfassungsschutz. Vor zehn Jahren war die Al-Muhadjirin-Moschee gegründet worden. Sie liegt am Rande der Innenstadt in einem alten Mehrfamilienhaus. Nur das Klingelschild und der Name am Briefkasten lassen darauf schließen, dass es sich um eine Moschee handelt. Rund 250 Männer würden an den Freitagspredigten teilnehmen. Der sächsische Verfassungsschutz hat die Moschee schon seit längerem im Blick. Träger sei der 2008 gegründete Verein Vogtländisch-Islamisches Zentrum Al-Muhadjirin. Dahinter verberge sich eine salafistische Struktur.

Im Kern geht es darum, dass die Befürwortung von Demokratie und säkularer Gesellschaft ein Grund für den vermeintlichen Niedergang der islamischen Gemeinschaft sei. Es werden antisemitische Positionen vertreten und das Existenzrecht Israels bestritten. Die Verfassungsschützer verweisen auf mehrere Videos, die aus der Plauener Moschee veröffentlicht wurden. In einem würden die Juden als Erzfeinde des Islams bezeichnet. Das zweite Video bezichtige Juden, die Gottgesandten getötet zu haben und das schlimmste aller Völker zu sein. Eine der Predigten, die gefilmt wurde, warne vor dem deutschen Sozialversicherungssystem. Dieses fördere die Selbstständigkeit der Frau. Weiterhin sei das deutsche Schulsystem eine Gefahr für muslimische Kinder, weil es Selbstbestimmung und eine freie Partnerwahl lehre.

Für die Moschee existiert eine Facebook-Seite in arabischer Sprache. Das Landesamt für Verfassungsschutz verweist dort auf eine Aussage, die ebenfalls dem Salafismus zuzuordnen sei: "Zwei Sachen machen traurig, ein Mann, der erst zu seiner Beerdigung in die Moschee kommt, und eine Frau, die erst im Leichentuch verschleiert ist." Salafisten gelten als besonders konservative Strömung des Islams. Sie streben einen "Gottesstaat" nach ihrer Auslegung der Scharia an, in dem "wesentliche, in Deutschland garantierte Grundrechte und Verfassungspositionen keine Geltung haben sollen".
Nach Beobachtung des Verfassungsschutzes bekommen Salafisten in Deutschland immer mehr Zulauf. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht ist deren Anzahl in Sachsen mit 200 angegeben. Als Hochburg galt bislang Leipzig.

In Dresden wurde ebenfalls am Donnerstag die Wohnung einer 36-jährigen Frau aus Syrien durchsucht. Sie steht im Verdacht, eine terroristische Vereinigung im Ausland unterstützt und bei der Anwerbung von Helfern mitgewirkt zu haben. Bei der Durchsuchung wurden mehrere Mobiltelefone und Bankunterlagen sichergestellt. Die Beschuldigte kam wieder auf freien Fuß. An dem Einsatz waren 50 Beamte beteiligt.

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