Toter Storch auf Wiese im Vogtland entdeckt

Große Aufregung herrschte am Sonntag in Weischlitz. Ein schrecklicher Fund ließ das Schlimmste befürchten.

Von Simone Zeh

Weischlitz. Ein toter Storch auf einer Wiese nahe der Weißen Elster beschäftigte am Sonntag die Weischlitzer (Vogtlandkreis) und sorgte für reichlich Aufregung im Ort. "Innerhalb von einer halben bis dreiviertel Stunde riefen drei verschiedene Leute bei mir an", sagte am Montag Naturpädagoge Thomas Hohl aus Kornbach. Die Weischlitzer hatten Sorge, dass es einer von "ihren" Störchen sein könnte. Der Horst im Ort ist seit einigen Wochen wieder von einem Paar bewohnt.

Das glaubte Thomas Hohl auch erst, als er sich sogleich auf den Weg nach Weischlitz machte. Und er rief Werner Limmer, Ornithologe aus Ruderitz, dazu, der sich immer um die Weischlitzer Störche kümmert. "Er schaute mit dem Fernglas und sah, dass beide Störche sich auf ihrem Horst befanden", so Hohl. Damit war den Weischlitzern die größte Sorge genommen.

Die Naturschützer vermuten, dass der verendete Storch in eine Hochspannungsleitung über der Wiese gekommen ist. "Wie sonst sollte der Storch gestorben sein? Weit und breit ist nur Wiese", sagt Thomas Hohl. Als man den toten Storch abtransportierte, um ihn im Auftrag des BUND in einem Institut untersuchen zu lassen, sah man einen weiteren Adebar. "Der stand ganz traurig auf der Wiese." Offenbar war er (oder sie) der Gefährte des verendeten Tieres. Schließlich sind sich Storchenpaare sehr treu.

Der für Tierfreunde traurigen Geschichte kann Thomas Hohl trotzdem etwas Positives abgewinnen. "Es war offenbar ein bei uns in der Region neues Storchenpaar, das einen Brutplatz für sich suchte." Das zeige, dass es Arten wie den Weißstorch oder auch den Schwarstorch wieder vermehrt ins Vogtland zieht, und dass sie sich in der Natur hierzulande wohlfühlen. Deshalb gelte es, diese artenreiche Landschaft zu erhalten - gerade im Hinblick auf Windräder, die nach wie vor in der Region errichtet werden sollen, meinte Hohl. 

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