Verkehrsgarten und Spielplatz im Plauener Westend nehmen Gestalt an

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Bis Ende letzten Jahres gammelte die Ruine des früheren VEB Plauener Gardine vor sich hin. Nun geht's zügig mit den neuen Projekten voran. Und Plauens Stadtplaner haben eine extragute Nachricht.

Plauen. Auf dem Areal an der L.-F.-Schönherr-Straße 6 im Plauener Westend wächst der lange geplante eingezäunte Verkehrsübungsplatz für Kinder verschiedener Altersgruppen. Noch im Dezember, genauer vor Weihnachten, sollen die Bauarbeiten beendet sein. Entstehen soll Grit Roth vom Fachgebiet Stadtplanung und Umwelt zufolge ebenso eine Freizeitanlage im Grünen mit Spielmöglichkeiten. "Teils haben einige Geräte aber eine sehr lange Bestellzeit", so Roth, die hofft, dass die Kinder das Areal zwischen Jahn-, Liebknecht- und L.-F.-Schönherrstraße nun bald in Beschlag nehmen können.

Die extragute Nachricht: Am Eingang zum Spielplatz, allerdings etwas eingerückt im Gelände, wird es künftig ebenso eine Gedenkstele geben, um die lange gerungen wurde. Im jüngsten Kulturausschuss des Stadtrates stellte Stadtplanerin Roth den zwei Meter hohen Quader vor, dessen vier Seiten alle bedruckt werden. Man habe sich unter drei Farbvarianten für die dunkelste entschieden. Dadurch soll dem wohl traurigsten Kapitel der ehemaligen Fabrik Rechnung getragen werden - die Stele soll daran erinnern, dass der Betrieb zu Zeiten des Nationalsozialismus ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg war.

Von September 1944 bis April 1945 waren junge Frau aus Polen, der Sowjetunion, Italien, Frankreich, Jugoslawien und Kroatien erst nach Auschwitz und dann nach Plauen verschleppt worden. Die Fraktion Die Linke im Stadtrat hatte den Antrag eingebracht, mittels einer Stele oder auch einer Gedenktafel zu mahnen und zu erinnern. "Das tun wir jetzt - wir mahnen und erinnern in einem", so Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) im Kulturausschuss. Für die Stele sowie auch für den Abriss des Brachen-Komplexes und die Neugestaltung des Areals würden laut Zenner Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) fließen. Aus dem Fördertopf kommen 80 Prozent des 1,4-Millionen-Projekts.

Die Entscheidung für den Standort der neuen Verkehrsübungsfläche samt öffentlichem Spielplatz und Gedenkstele gegenüber der Straßenbahnendhaltestelle Neundorf wurde erst nach Jahren der Diskussion gefällt. Seit sie aber schließlich getroffen worden war, ging und geht es zügig voran. Nach dem Erwerb der seit 1994 leerstehenden Industriebrache im Vorjahr durch die Kommune und dem 770.000 Euro-Abriss der Ruine begann zeitnah die Umgestaltung der rund 7500 Quadratmeter großen Fläche. Mittlerweile sind das Schulungsgebäude und ein Fahrrad- und Gerätehaus in die Höhe gewachsen, beide in Holzständerbauweise errichtet. Aktuell steht der Innenausbau vor der Tür, die Toiletten fehlen zum Beispiel noch, erklärt Stadtplanerin Roth.

Auf dem Gelände sollen Grundschüler auf spielerische Art lernen, wie man sich im Straßenverkehr verhält. Betreiber soll die Kreisverkehrswacht Vogtland sein. Für den Verkehrsgarten und den Spielplatz hat die Stadt 450.000 Euro veranschlagt. "Aktuell fehlt noch die Bepflanzung", so Rathausmitarbeiterin Roth. Geplant seien Bäume, Sträucher und Blühwiesenflächen.

Doch nicht nur zum Seele-Baumeln-Lassen soll sich der Spielepark eignen, zu der ein neu angelegter Fußweg führt. Dort soll es vielmehr richtig zur Sache gehen. Auch die Großen können sich ab nächstem Jahr dort austoben. Outdoorfitnessgeräte aus Edelstahl zum Eigengewichts- und Motoriktraining sowie Tischtennisplatte und Balltrichter laden nämlich auch Erwachsene zum Sporteln ein.

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