Ministerpräsident zum Sachsenring-Grand-Prix: ADAC soll auf die Region zugehen

Michael Kretschmer will sich für den Erhalt des Grand Prix am Sachsenring einsetzen. An eine schnelle Einigung glaubt er nicht. Unlösbar ist der Konflikt des sächsischen Veranstalters mit dem ADAC aus seiner Sicht aber nicht.

Hohenstein-Ernstthal.

Wo findet der deutsche WM-Lauf 2019 statt? Der Vertrag des ADAC mit dem internationalen Rechtevermarkter Dorna läuft noch bis 2022. Den Kontrakt mit dem sächsischen Veranstalter Sachsenring-Rennstrecken-Management-GmbH (SRM) kündigte der Automobilclub Ende Mai auf. Geht es nach dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, arbeiten ADAC und SRM künftig wieder zusammen. Sebastian Siebertz sprach mit dem 43-Jährigen darüber, welche Rolle der Freistaat in dem Konflikt spielen kann, wer das drohende Aus zu verantworten hat und über mögliche Investitionen in der Zukunft.

Freie Presse: Der ADAC sucht bereits eine andere Strecke für den deutschen WM-Lauf 2019. Wie kann man doch noch verhindern, dass der Grand Prix am Wochenende der vorerst letzte am Sachsenring ist?

Michael Kretschmer: An uns wird es nicht liegen - unsere Hand ist ausgestreckt. Wir wollen die älteste Weltmeisterschaft im Motorsport in Sachsen halten. Ich finde, dass die Region sich vorbildlich engagiert hat. Es ist eine Bürgerveranstaltung, bei der die ganze Region mitzieht. Landwirte, Gastronomen und Helfer - das gibt es in diesem Maße nirgendwo anders auf der Welt. Es wäre einfach schade, wenn es das nicht mehr geben würde.

Der ADAC hat jedoch den Vertrag mit dem Veranstalter, der SRM, gekündigt. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Die Kommunikation verlief in den vergangenen Jahren nicht glücklich. Wir in Sachsen haben es dennoch immer wieder hinbekommen, den Grand Prix zu stemmen. Aber die Forderungen sollten nicht immer weiter erhöht werden. Wir arbeiten mit den Mitteln der Steuerzahler. Es muss daher alles in einem vertretbaren Rahmen bleiben. Der Grand Prix ist erfolgreich, auch für den ADAC. Er hat also allen Grund, auch auf die Region zuzugehen.

Es geht aber offensichtlich darum, dass finanzielle Sicherheiten in Form von Bürgschaften von der SRM nicht so geleistet werden konnten, wie es der 2016 geschlossene Vertrag vorsah. Wäre der Freistaat in der Lage, finanziell auszuhelfen?

Wir stehen an der Seite der Region. Ich möchte nicht, dass die Bürgermeister und Landräte auf sich allein gestellt sind. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass wir zusammenhalten. Der ADAC weiß, dass alle Rechnungen pünktlich bezahlt wurden, die Grands Prix waren überaus erfolgreich. Das Rennen ist auch wegen seiner Historie beliebt. Wenn alle Beteiligten rhetorisch ein Stück abrüsten und die Konditionen gelten lassen, die das Rennen in den vergangenen Jahren so erfolgreich gemacht haben, dann kann der Grand Prix auch in den kommenden Jahren stattfinden.

Die SRM ist ein Zusammenschluss von Kommunen und dem Landkreis Zwickau. Wäre es vorstellbar, dass der Freistaat Sachsen in die Gesellschaft einsteigt, um der SRM mehr Substanz und Finanzkraft zu verleihen?

Das würde an der Sache nichts ändern: Wir arbeiten alle mit öffentlichen Mitteln. Ob der Freistaat dabei ist oder nicht, ändert nichts an den Möglichkeiten, die wir haben. Ich nehme die Einladung des ADAC für die Rennen am Sonntag an. Damit will ich auch noch einmal das Signal geben: Wir sind gesprächsbereit und wollen eine Einigung. Ich halte das für möglich. In den vergangenen Jahren hat es ja auch geklappt.

Die Verhandlungen waren aber auch immer wieder eine Hängepartie. Hätte der Freistaat schon früher eingreifen müssen?
Die Verantwortung für die - in der Öffentlichkeit so wahrgenommene - Hängepartie sehe ich nicht in Sachsen, weder bei der SRM noch bei der Region. Man muss leider sagen, dass bei den Konditionen stets draufgesattelt wurde. Das macht es einfach schwierig, in ruhiges Fahrwasser zu kommen.

Im Umfeld des Sachsenrings wird der ADAC als Hauptschuldiger an dem drohenden Aus ausgemacht.

Zunächst einmal ist der ADAC ja eine Institution, die viel Vertrauen genießt. Ich bin selbst ADAC- Mitglied und habe mich zuletzt auch sehr positiv über den Service und die Neuausrichtung geäußert. Durch die Diskussion um die Zukunft des Grand Prix entsteht jedoch ein ganz anderes Bild. Es tut mir leid für den Verein, der so positiv besetzt ist, dass er in diesem Fall so unglücklich agiert.

Es wird diskutiert, ob man den ADAC als Lizenznehmer überhaupt braucht. Dieser verfügt nicht nur über den Vertrag mit dem internationalen Rechtevermarkter Dorna, sondern auch über das nötige Netzwerk, der ADAC Sachsen ist als sportlicher Ausrichter wichtiger Vertragspartner der SRM. Sehen Sie eine Möglichkeit, den Grand Prix ohne ADAC auf die Beine zu stellen?

Es ist richtig, dass der ADAC den Vertrag mit der Dorna hat. Wie die Dorna in Zukunft entscheidet, darüber möchte ich nicht spekulieren, weil es mit dem ADAC ja bisher eine erfolgreiche Zusammenarbeit gab. Diese hat Schaden genommen, weil Forderungen gestellt wurden, dann wurde wieder davon abgerückt und am Ende wurden die Rennen doch auf dem Sachsenring ausgetragen. Das schadet allen Beteiligten, auch dem ADAC selbst.

Häufig wird den ADAC-Verantwortlichen vorgeworfen, dass Ressentiments gegenüber Sachsen und den neuen Bundesländern bestünden. Glauben Sie, dass das eine Rolle spielt?

Das will ich nicht hoffen. Aus meiner Sicht sind die Gründe für die derzeitige Situation nicht rational. Der ADAC beschädigt sein Vertrauen bei einem Thema, bei dem das gar nicht nötig ist.

Zum Sachsenring-Grand-Prix müssen an den drei Tagen 200.000 Zuschauer kommen, damit rentabel gewirtschaftet werden kann. Mit dieser Zahl gehört die Strecke automatisch zu den meistbesuchten in der WM. Müssen nicht Veränderungen und Investitionen her, um den Kurs Grand-Prix-tauglich zu halten?

Ich sehe für den Freistaat die Möglichkeit, sich gemeinsam mit der Region zu engagieren. Wir sind bereit zu helfen, wenn Investitionen notwendig sind. Wenn ich aber jedes Jahr den nächsten Grand Prix infrage stelle, ist das ein Problem. Nicht nur für uns, sondern auch für die Zuschauer, die den nächsten Sommer planen wollen.

Halten Sie es für möglich, dass trotz der Entwicklung der vergangenen Wochen schon zum Grand Prix wieder positive Signale zu vernehmen sind?

Wir sind nicht die Handelnden, das ist der ADAC. Der Sachsenring ist die optimale Strecke für die WM. Aus meiner Sicht gibt es derzeit keine vernünftige Alternative in Deutschland. Ich bin bereit, die Vergangenheit beiseitezuschieben. Ich finde auch, dass man Differenzen nicht in der Öffentlichkeit austragen sollte. Ich bin allein an der Lösung interessiert.

Zeitplan für den Grand Prix:

Donnerstag: 12 Uhr: Besuch des Fahrerlagers (ausverkauft); 16.30 -18.30 Uhr: Besuch der Boxengasse.

Freitag: 9 Uhr: Freie Trainings WM-Klassen; 11.55 Uhr: Training Rookies-Cup; 13.10 Uhr: Freie Trainings WM-Klassen; 16.05 Uhr: Training Rookies-Cup und ADAC-Junior-Cup; ab 18.30 Uhr: Grand-Prix-Party in der Karthalle, unter anderem mit Micky Krause; ab 16 Uhr: Rennzirkus auf der Festwiese gegenüber Haupteingang (Goldbachstraße), unter anderem mit Trial-Show und Fahrerinterviews.

Sonnabend: 9 Uhr: Freie Trainings der Moto3, MotoGP und Moto2; 11.50 Uhr: Besuch der Boxengasse; 12.35 Uhr: Qualifikationstraining Moto3; 13.30 Uhr: Freies Training MotoGP; 14.10 Uhr: Qualifikationstraining MotoGP; 15.05 Uhr: Qualifikationstraining Moto2; 16.30 Uhr: Rennen Rookies Cup; 17.15 Uhr: Training ADAC Junior Cup; ab 15 Uhr: Grand-Prix-Party in der Karthalle, unter anderem mit Fahrerpräsentation und Public Viewing Fußball-WM; ab 16 Uhr: Rennzirkus auf der Festwiese, unter anderem mit Live-Bands Heavy Engine und Stinger.

Sonntag: 8.40 Uhr: Warm-Up Moto3, Moto2 und MotoGP; 10.05 Uhr: Besuch der Boxengasse; 11 Uhr: Rennen Moto3; 12.20 Uhr: Rennen Moto2; 14 Uhr: Rennen MotoGP; 15.30 Uhr: Rennen Rookies-Cup; 16.25 Uhr: Rennen ADAC-Junior-Cup; ab 16 Uhr: Grand-Prix-Party in der Karthalle, unter anderem mit Public Viewing Fußball-WM.

Starterfeld

Moto GP

4 Andrea Dovizioso ITA Ducati Team Ducati

5 Johann Zarco FRA Monster Yamaha Tech 3 Yamaha

9 Danilo Petrucci ITA Alma Pramac Racing Ducati

10 Xavier Simeon BEL Reale Avintia Racing Ducati

12 Tom Luthi CHEEG 0,0 Marc VDS Honda

17 Karel Abraham CZEAngel Nieto TeamDucati

19 Alvaro Bautista ESP Angel Nieto Team Ducati

21 Franco Morbidelli ITA EG 0,0 Marc VDS Honda

25 Maverick Vinales ESP Movistar YamahaYamaha

26 Dani Pedrosa ESP Repsol Honda Team Honda

29 Andrea Iannone ITA Team Suzuki Ecstar Suzuki

30 Takaaki Nakagami JAP LCR Honda Idemitsu Honda

35 Cal Crutchlow GBRLCR Honda Castrol Honda

36 Mika Kallio FINRed Bull KTM FactoryKTM

38 Bradley Smith GBR Red Bull KTM FactoryKTM

41 Aleix Espargado ESP Aprilia Racing GresiniAprilia

42 Alex Rins ESP Team Suzuki Ecstar Suzuki

43 Jack Miller AUS Alma Pramac Racing Ducati

44 Pol Espargaro ESP Red Bull KTM FactoryKTM

45 Scott Redding GRB Aprilia Racing Gresini Aprilia

46 Valentino Rossi ITA Movistar Yamaha Yamaha

53 Tito Rabat ESP Reale Avintia Racing Ducati

55 Hafizh Syahrin MYS Monster Yamaha Tech 3 Yamaha

93 Marc Marquez ESP Repsol Honda Team Honda

99 Jorge Lorenzo ESP Ducati Team Ducati

 

Moto2

4 Steven Odendaal ZAFNTS RW Racing GP NTS

5 Andrea Locatelli ITA Italtrans Racing Team Kalex

7 Lorenzo Baldassari ITA Pons HP40 Kalex

9 Jorge Navarro ESP Federal Oil Gresini Kalex

10 Luca MariniI TA Sky Racing Team VR46 Kalex

13 Romano Fenati ITA Marinelli Snipers Team Kalex

16 Joe Roberts USA NTS RW Racing GP NTS

18 Xavier Cardelus AND Team Stylobike Kalex

20 Fabio Quartararo FRA MB Conveyors RTSpeed UP

21 Federico Fuligni ITA Tasca Racing Scuderia Kalex

22 Sam Lowes GBRSwiss Innovative InvesterosKTM

23 Marcel Schrotter GERDynavolt Intact GPDKalex

24 Simone Corsi ITA Tasca Racing ScuderiaKalex

27 Iker Lecuona ESP Swiss Innovative Investros KTM

32 Isaac Vinales ESP SAG Team Kalex

36 Joan Mir ESP EG 0,0 Marc VDS Kalex

40 Augusto Fernandez ESP Pons HP40 Kalex

41 Brad Binder ZAFRed Bull KTM AJO KTM

42 Francesco Bagnaia ITA Sky Racing Team VR46 Kalex

44 Miguel Oliveira PRT Red Bull KTM AJO KTM

45 Tetsuta Nagashima JAP Idemitsu Honda Team Asia Kalex

51 Eric Granado BRA Forward Racing Team Suter

52 Danny Kent GBRMB Conveyors RT Speed Up

54 Mattia PasiniITA Italtrans Racing Team Kalex

62 Stefano Manzi ITA Forward Racing Team Suter

64 Bo Bendsneyder NLD Tech 3 Racing Tech 3

66 Niki Tuuli FINSIC Racing Team Kalex

73 Alex Marquez ESP EG 0,0 MARC VDS Kalex

77 Dominique Aegerter CHE Kiefer Racing KTM

87 Remy Gardner AUS Tech 3 Racing Tech 3

89 Khairul Idham PawiMYSIdemitsu Honda Team Asia Kalex

95 Jules Danilo FRA Nashi Argan SAG Team Kalex

97 Xavi Vierge ESP Dynavolt Intact INTACT GP Kalex

 

Moto3

5 Jaime Masia ESP Bester Capital Dubai KTM

7 Adam Norrodin MYS Petronas Sprinta Racing Honda

8 Nicolo Bulega ITA Sky Racing Team VR46 KTM

10 Dennis Foggia ITA Sky Racing Team VR46 KTM

11 Livio LoiBEL Reale Avintia Academy 77 KTM

12 Marco Bezzecchi ITA Redox Pruestelgp KTM

14 Tony Arbolino ITA Marinelli Snipers Team Honda

16 Andrea Migno ITA Angel Nieto Team Moto3 KTM

17 John McPhee GBR Cip - Green Power KTM

19 Gabriel Rodrigo ARGRBA Doe Skull Rider KTM

21 Fabio Di Giannantonio ITA Del Conca Gresini Honda

22 Kazuki Masaki JAP RBA Boe Skull Rider KTM

23 Niccolo Antonelli ITA SIC58 Squadra Corse Honda

24 Tatsuki Suzuki JAP SIC58 Squadra Corse Honda

27 Kaito Toba JAP Honda Team Asia Honda

32 Ai Ogura JAP Asia Talent Team Honda

33 Enea Bastianni ITA Leopard Racing Honda

40 Darryn Binder ZAFRed Bull KTM AJO KTM

41 N. Atiratphuvapat THAHonda Team Asia Honda

42 Marcos Ramirez ESP Bester Capital Dubai KTM

43 Luca Grunwald GERFreudenberg Racing TeamKTM

44 Aron Canet ESP Estella Galicia 0,0 Honda

48 Lorenzo Dalla PortaITA Leopard Racing Honda

65 Philipp Oettl GER Sudmetall Schedl GP Racing KTM

71 Ayumu Sasaki JAP Petronas Sprinta Racing Honda

72 Alonso Lopez ESP Estrlella Galicia 0,0 Honda

75 ALBERT ARENAS ESP Angel Nieto Team KTM

81 STEFANO NEPA ITA CIP - Green Power KTM

84 JAKUB KORNFEIL CZERedox Pruestelgp KTM

88 JORGE MARTIN ESP DEL Conca Gresini Honda

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