Schulranzen auf dem Weg ins Ausland

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Schüler der Grundschule Bräunsdorf schicken Schulmaterial in ärmere Länder. Dafür betreibt eine international aktive Hilfsorganisation in der Region gleich mehrere Sammelstellen.

Bräunsdorf/Gersdorf.

Blei- und Buntstifte, Leim, eine Schere - alles kommt rein in die bunten Federmäppchen und wird im Ranzen verstaut. Die Mädchen und Jungen aus der vierten Klasse der Evangelischen Grundschule in Bräunsdorf haben am Donnerstag gemeinsam Ranzen gepackt. Aber nicht für sich selbst, sondern für Kinder in ärmeren Ländern. Denn viele der Viertklässler spenden ihre Ranzen, die sie zur Einschulung bekommen hatten. Koordiniert wird die Aktion vom Global Aid Network (Gain). Das ist eine international tätige Hilfsorganisation.

"Es spendet nur ein Teil der Kinder den eigenen Ranzen, aber die ganze Klassengemeinschaft füllt sie mit Inhalt, sodass es eine Aktion der gesamten Klasse ist", erklärt Schulleiterin Annekatrin Bratke. Die Kinder seien immer sehr begeistert und mit Freude dabei, ihre Ranzen abzugeben und würden sich freuen, dass sie für andere Kinder noch einen Nutzen haben. "Die meisten bekommen mit dem Übertritt auf die weiterführende Schule einen neuen Ranzen oder Rucksack", sagt die Lehrerin. Für manche Mädchen und Jungen sei der Abschied vom Ranzen mit Wehmut verbunden. "Denn er hat sie vier Jahre begleitet. Viele Kinder wissen noch genau, wann sie ihren Ranzen bekamen und wie sie ihn ausgesucht haben. Deswegen ist es für manche ein großer Schritt, den jetzt abzugeben", so die Pädagogin.

Die gefüllten Schulranzen aus Bräunsdorf werden zur Evangelische Oberschule in Gersdorf geschafft. Dort befindet sich eine Sammelstelle für die Spendenaktion in der Region. Und auch die Gersdorfer Schüler selbst packen Spendenpakete - allerdings keine Schulranzen, sondern Sportbeutel. Wie die Schule mitteilt, haben sich an der Aktion Jugendliche der siebenten bis zehnten Klasse beteiligt. In die Beutel haben sie Schulmaterialien, Kleidung oder auch Zahnbürsten gepackt. Danach werden die Schulranzen und Sportbeutel nach Glauchau geschafft. Eine erste Ladung ist dort bereits angekommen, die Ranzen aus Bräunsdorf folgen demnächst. Die Sammelstelle dort betreibt Evelyn Rausch, Mitglied der Kirchgemeinde St. Georgen. "Ich sammle das ganze Jahr über, bis etwa 100 Stück zusammengekommen sind", sagt sie. Damit diese Menge schnell erreicht wird, bekommt sie auch Lieferungen aus einer Ranzensammelstelle in Schönfels bei Zwickau.

Von Glauchau aus werden die Ranzen nach Gießen ins Zentrallager von Gain geschickt. "Eine große Lieferung ist kürzlich weggegangen. Nun kommen die Schulranzen aus Bräunsdorf und ich sammle erneut", erklärt Evelyn Rausch. Neben Schönfels und Gersdorf gibt es auch Sammelstellen in Grünhain-Beierfeld, Großrückerswalde, Pockau und Dittersdorf im Erzgebirge.

"Wo Armut herrscht, da geben die Menschen ihr Geld zuerst für Nahrungsmittel aus. Wenn dann noch etwas übrig ist, kaufen sie Kleidung oder Medizin. Für die Schulausstattung der Kinder bleibt kein Geld übrig", heißt es seitens der Hilfsorganisation. Die Spenden gehen den Angaben zufolge unter anderem in Länder wie Armenien, den Irak, Lettland und die Ukraine. Insgesamt ist die Organisation Gain nach eigener Aussage in rund 40 Ländern weltweit aktiv.

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