Vieles erinnert an den Bergbau

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Steinkohlenbergbau in Zwickau - einst Basis für wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Heute: Denkmäler und Bauwerke (43/2).

Zwickau.

Unübersehbar sind im Zwickauer Stadtgebiet die Denkmäler, Schautafeln, Skulpturen, Straßennamen und Bergbaulehrpfade, die an die Geschichte des Zwickauer Steinkohlenbergbaus erinnern - der Besucher muss nur genau hinschauen. Federführend für die Wahrung der Bergbautraditionen ist der Steinkohlenbergbauverein Zwickau.

Zwischen dem Glück-auf-Center und der Zwickauer Mulde steht seit 1983 das Zentrale Bergbaudenkmal. Es hat die Bezeichnung "Bergbau- ehrung". Sechs Texttafeln über die Geschichte des Zwickauer Reviers ergänzten 1991 das Denkmal.

Am 6. Juli 2014, am Tag des Bergmannes, wurde auf dem Muldeparadies in Zwickau ein Erinnerungsort unter dem Titel "Erinnerung - es ist Feierabend - Schicht im Schacht" der Öffentlichkeit übergeben. Der Zwickauer Künstler Jo Harbort gestaltete das Kunstwerk, das aus einer Holzparkbank besteht, auf der ein Bergmann aus Bronzeguss sitzt.

Im Zwickauer Glück-Auf-Center, vor dem Möbelhaus Porta, steht vor einem mit Koks gefüllten Hunt die Plastik "Alter und junger Bergmann" (auch "Vater und Sohn" genannt). Der Standort des Denkmals erinnert an den Vertrauenschacht/ VEB Steinkohlenwerk "August Bebel". Ursprünglich stand diese Plastik am Werktor des August-Bebel-Werkes.

Die Plastik "Bergmann und Bauarbeiter" zierte bis 1990 das Berg- arbeiter-Urlauberdorf am Herrenteich in Stangengrün. Die beschädigte Plastik konnte gesichert und repariert werden. Sie steht heute an der Schedewitzer Brücke.

Am Martin-Hoop-Schacht IV/IVa erinnert eine Gedenkstätte an den 41-jährigen KPD-Sekretär des Unterbezirkes Zwickau, Martin Hoop. Er wurde im Mai 1933 im Konzentrationslager auf Schloss Osterstein von den Nationalsozialisten ermordet. Am 17. Dezember 1936 wurde das neue Empfangsgebäude des Zwickauer Hauptbahnhofes in Betrieb genommen. Ein lebensgroßer Bergmann und ein Autoschlosser - vom Bildhauer Georg Türke aus Meißner Ton gefertigt - knien vor dem Treppenaufgang. Damit wurde an die wichtigsten Industriezweige der Stadt Zwickau erinnert.

Plastiken, Reliefs und Bilder finden sich an und in zahlreichen Gebäuden. Eines davon ist das im Jahr 1937 eingeweihte Ringhaus am Dr.-Friedrichs-Ring 21a, das am Eck-Erker ein Relief von Edmund Schorisch mit Motiven unter anderem des Bergbaus besitzt. Gleich daneben steht am Giebel der Commerzbank-Filiale am Dr.-Friedrichs-Ring 23 eine Bergmannsfigur mit Grubenlampe. Zwei Benzinsicherheitslampen finden sich auch links und rechts der Toreinfahrt zur Firma GAZ Geräte- und Akkumulatorenwerk Zwickau (früher Friemann & Wolf bzw. VEB Grubenlampenwerke) in der Reichenbacher Straße 68 sowie ein Sandsteinrelief einer elektrischen Grubenlampe vor dem Symbol "Schlägel und Eisen".

Erst am 11. Juli 2021 wurde an der Pöhlauer Straße vom Steinkohlenbergbauverein, der Zwickauer Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ) und dem Reinsdorfer Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) eine Schautafel enthüllt. Sie erinnert an die 1904 erbaute Brücke der Brückenbergkohlenbahn, die zwischen dem Sammelbahnhof Pöhlau und den Martin-Hoop-Schächten III (Morgensternschacht III) und IV/IVa verkehrte.

Die Tafeln beinhalten Informationen über die Steinkohlenwerke am Standort, die Fördermengen der Schächte, das Grubenfeld und die Betriebsgeschichte. Im Foyer der Stadthalle Zwickau steht seit 2001 ein detailliertes Modell des Ver- trauenschachtes. Das Modell und die Informationstafel wurden vom Handelsunternehmen Globus gesponsert.

Neben der Cainsdorfer Brücke findet sich an den Ufern der Zwickauer Mulde ein Ausbiss des Rußkohlenflözes. Es ist der freiliegende Aufschluss eines Steinkohlenflözes aus den Erdzeitaltern Silur, Devon und Karbon. Er ist gemäß des Sächsischen Naturschutzgesetzes als Naturdenkmal geschützt. Die in der Aue der Zwickauer Mulde angelegten Schächte wurden bei ihrer Anlage zum Schutz vor Hochwasser aus sicherheitstechnischen Gründen mit sechs bis acht Meter hohen Aufsattelungen (auch Schachtfeste genannt) versehen. Die Umfassungsmauer der Aufsattelung der Tiefbauschächte I und II entlang der Uhdestraße (B 93) und der Casparistraße (mit Auffahrt) wurde aus Naturstein errichtet und ist von der B 93 aus zu sehen. Wenn man mit offenen Augen durch das Zwickauer Revier wandert, kann man noch zahlreiche weitere Zeitzeugen und Erinnerungsorte des Steinkohlenbergbaus finden, der neben den vielen Erfolgen auch viele Opfer gefordert hat.


Zahlreiche Bergbaulehrpfade gibt es

Eine wichtige Erinnerung an den Zwickauer Steinkohlenbau sind die Bergbaulehrpfade. Sie wurden ab 1996 vom Steinkohlenbergbauverein Zwickau beschildert. Bis 2006 wurden an den Lehrpfaden Informationstafeln aufgestellt oder aufgehängt:

An der Hammerwaldstraße für die Geitnersche Gärtnerei

An der Cainsdorfer Brücke für den einzigen natürlichen Tagesaufschluss

Neben der Bockwaer Kirche für Bockwa/Oberhohndorf

Am Landgasthof "Zur Sonne" für den Hammerwald

Vor dem Planitzer Schloss für das Planitzer Revier

Am Glück-Auf-Center (Parkplatz) für den Vertrauenschacht/das August-Bebel-Werk

Am Martin-Hoop-Schacht IV für die Morgenstern-/Martin-Hoop-Schächte

Neben der Gaststätte "Alexanderschacht" für den Alexanderschacht

Am früheren Karl-Marx-Schacht I für die Brückenberg-/Karl-Marx-Schächte

In der Marienkirche (Einwirkungen des Bergbaus). (nope)

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