Abo
Sie haben kein
gültiges Abo.
Schließen

Opernsängerin setzt sich für Theaterleute ein

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Nathalie Senf aus Zwickau will erste Präsidentin in der 150-jährigen Geschichte der Genossenschaft der deutschen Bühnen-Angehörigen werden.

Zwickau.

Die in Zwickau lebende Opernsängerin Nathalie Senf verkündet in ihrem letzten Video vor dem Genossenschaftstag 2021, den die deutschen Bühnenangehörigen am heutigen Dienstag coronabedingt virtuell starten: "Hamburg, ich komme!". Nathalie Senf, in Werdau bekannt durch ihre Auftritte mit dem Trio Frauenrausch, kandidiert für die Präsidentschaft der Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehörigen (GDBA), deren Hauptsitz sich in Hamburg befindet. Sollte die freischaffende Sängerin, zur Präsidentin gewählt werden, wird sie voraussichtlich mindestens vier Jahre lang ihr Präsidentenamt hauptberuflich in Hamburg begleiten. Allerdings: Da sie mit dem Zwickauer Theaterobermeister Henry Kozok verheiratet ist, würde sie zwischen Zwickau und Hamburg pendeln.

Die im Ruhrgebiet geborene Nathalie Senf kam im Sommer 2009 als Solistin ans Theater Plauen-Zwickau. Senf war zweimal Ensemblesprecherin, vier Jahre lang Betriebsrätin, hat den Lokalverband Plauen-Zwickau gegründet und war fünf Jahre lang dessen Obfrau. Seit sieben Jahren ist sie im "Beirat für die Opernsolist*innen". "In dieser Zeit habe ich aktiv Veränderungen in der GDBA herbeigeführt, zum Beispiel durch meine Mitarbeit in der Zukunftswerkstatt 2014/15. Ich habe an Landesverbands-, Hauptvorstandssitzungen und Genossenschaftstagen mitdiskutiert und geholfen, Entscheidungen voranzubringen. Als Beisitzerin beim Bühnenschiedsgericht habe ich mich für die Belange von Kolleg*innen eingesetzt", sagt die 45-Jährige.

Studiert hat Senf Operngesang und Gesangspädagogik - nachdem sie mit 21 Jahren zum ersten Mal eine Oper besuchte. Zuvor wollte sie eigentlich Jura studieren und Richterin werden. Bevor sie überhaupt wusste, was sie beruflich machen würde, sei ihr aber ganz klar gewesen: Ich gehe zur Gewerkschaft. "Das ist bei uns im Ruhrpott Tradition, zudem war mein Vater Geschichtslehrer, und wir haben uns schon früh und intensiv mit der Thematik beschäftigt", sagt Nathalie Senf, die ihren Nachnamen als eine Art Omen sieht. Auf ihrer Internetseite "Nathalieforpresidentin.de" gibt sie sozusagen ihren Senf dazu zu Themen wie Zukunftsfähigkeit oder Demokratie in der Gewerkschaft.

Wie schwer es die Kunstschaffenden in Pandemie-Zeiten haben, weiß die Freiberuflerin nicht nur vom Hörensagen, sondern aus erster Hand. "Der erste Lockdown war für mich persönlich finanziell nicht so dramatisch, da ich zu der Zeit eine Kollegin am Theater-Plauen im Mutterschaftsurlaub vertreten habe. Für den zweiten musste ich die Novemberhilfe und die Neustarthilfe beantragen", erzählt sie. Sich mit Verträgen, Paragrafen und Kleingedrucktem zu beschäftigen, mache ihr großen Spaß, sagt die Künstlerin, die im Laufe der letzten 15 Jahren sowohl Fest-, als auch Gast- und Honorarverträge sowie Dienstvereinbarungen geschlossen und ihre Vor- und Nachteile kennengelernt hat. In ihrer Wahlansprache will sie am heutigen Dienstag die 120 Delegierten, die 4800 Theaterleute, die in sieben Landes- und in mehr als 90 Regionalverbänden organisiert sind, von ihrem Programm überzeugen. Auf Senfs Agenda stehen: Erhalt von Arbeitsplätzen, Modernisierung des Tarifvertrags, strukturelle Veränderungen, Gleichberechtigung leben, Vernetzung und Einbindung von Mitgliedern.

Mit Nathalie Senf und der in Bayern lebenden Schauspielerin Lisa Jopt stehen bisher zwei Kandidatinnen zur Wahl, nachdem die GDBA in ihrer 150-jährigen Geschichte durchgängig von Männern geleitet wurde.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.