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Wie ein 34-Jähriger im Crimmitschauer Kinderheim Gutes tut

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Christian Schulze hat am Dienstag sozusagen „seinen“ Tag. Am Tag des Ehrenamtes wird deutlich, wie Freiwillige wie er das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden können.

Crimmitschau.

Nein, Mathe ist wirklich nicht Roxys Ding. Wenn die 17-Jährige am Freitagnachmittag aus der Schule kommt, kann sie sich Besseres vorstellen, als Mathe zu machen. Und doch leuchten ihre Augen, als Christian Schulze durch die Tür kommt. „Christian, ich habe ne zwei in der LK!“, ruft sie ihm entgegen. „Cool!“, sagt der 34-Jährige. Nicht zuletzt ist es ihm zu verdanken, dass Roxy jetzt in Mathe besser mitkommt. Schulze gibt sich seit acht Jahren ehrenamtlich Mathe-Nachhilfe im Kinder- und Jugendheim Crimmitschau. Jeden Freitag nach seiner Arbeit macht sich der Diplom-Ingenieur auf den Weg ins Kinder- und Jugendheim der Kinderarche Sachsen in Crimmitschau. „Mir ist es wichtig, dass auch die Kinder Spaß an der Sache haben“, sagt Christian Schulze.

„Ohne Christian hätte ich das nicht geschafft“

„Wenn er mir etwas erklärt, dann verstehe ich das viel besser als in der Schule“, betont Roxy. Und die 18-jährige Chantal ergänzt: „Ich hatte eigentlich gar keine Lust auf Mathe-Nachhilfe, aber dann hat es total Spaß gemacht.“ Sie hat inzwischen ihren Schulabschluss in der Tasche und eine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen. „Ohne Christian hätte ich das nicht geschafft“, ist sie sich sicher.

Etwa 15 bis 20 jungen Menschen hat der ehrenamtliche Nachhilfe-Lehrer inzwischen auf diese Art geholfen. Er war noch Student an der TU Bergakademie Freiberg, als er im Februar 2015 damit begann. Das Studium der Werkstoffwissenschaften allein hat ihm nicht genügt – und so fuhr er jedes Wochenende knapp 100 Kilometer aus Freiberg bis nach Crimmitschau, um den Mädchen und Jungen im Heim bei ihren Aufgaben zu helfen.

Weil er Arbeit in der Nähe von Crimmitschau gefunden hat, war es für ihn selbstverständlich, die Nachhilfe weiterzuführen. „Es ist ein cooler Kontrast: Während im Job vor allem mein technisches Verständnis gefordert ist, kann ich hier mein persönliches Ich einbringen“, sagt Schulze

Für die pädagogischen Fachkräfte ist dieses große Engagement eine unschätzbare Unterstützung. „Selbst bei kleineren Rückschlägen kann Christian durch Humor zum weiteren Lernen motivieren“, sagt Einrichtungsleiterin Christin Oelsch. Christian Schulze ist als unverzichtbarer Teil des Teams nun natürlich zur Weihnachtsfeier ins Kinder- und Jugendheim eingeladen. (kru)

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