16,5 Stunden Streik für höheren Lohn

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Gewerkschaft Verdi erhöht Druck auf die Leitung des Werdauer Krankenhauses

Werdau.

Seinen ersten Arbeitstag nach dem Urlaub hatte sich der Geschäftsführer der Werdauer Pleißentalklinik anderes vorgestellt. Als Uwe Hantzsch am Montagmorgen auf den Parkplatz des Werdauer Krankenhauses fuhr, wurde er von rund 50 streikenden Mitarbeitern empfangen. Die Beschäftigten aus dem nichtärztlichen Dienst der Klinik folgten einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi. Die hatte die nichtärztliche Belegschaft - das sind rund 410 Frauen und Männer der 470 Beschäftigten - von 5.30 und 22Uhr zum Streik aufgerufen. Ihre Forderung: mehr Lohn. Für den Streiktag wurde der Klinikleitung von der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung angeboten, sodass der Krankenhausbetrieb eingeschränkt aufrecht erhalten blieb. Geplante Operationen wurden verschoben.

Laut Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen haben drei bisherige Verhandlungsrunden kein Ergebnis gebracht. Das von der Klinik vorgelegte Angebot bedeute für viele Beschäftigte einen Reallohnverlust. Bestätigen wollte die Aussagen keiner der am Streik teilnehmenden Klinikmitarbeiter gegenüber der "Freien Presse". Aus Angst, wie Bovensiepen sagt. Kritik am Verhalten des Geschäftsführers übt auch die DGB-Kreisvorsitzende Sabine Zimmermann. "Ich hatte gehofft, dass sich Herr Hantzsch einmal bei den Streikenden blicken lässt und das Gespräch mit ihnen sucht. Sie sind in Zeiten des Fachkräftemangels sein wichtigstes Gut. Er ist auf dem Weg zur Arbeit einfach an ihnen vorbeigefahren und hat sie ignoriert", sagt Zimmermann enttäuscht.

Der Geschäftsführer der Pleißentalklinik sieht momentan aber keinen Spielraum, mehr Lohn zu zahlen. "Wir haben von 2019 bis jetzt rund 1800 Patienten weniger betreut und mussten während der Pandemie zahlreiche Operationen verschieben. Damit verbunden sind unter dem Strich auch erhebliche Einnahmeverluste. Einen Großteil davon konnten wir durch die Coronasonderzahlungen des Bundes zum größten Teil ausgleichen. Die Zahlung wurde eingestellt. Aktuell beträgt unser Defizit zum Jahresende rund 700.000 Euro. Das lässt keinen größeren Spielraum als die bereits gemachten Zusagen zu. Das haben wir auch gegenüber der Gewerkschaft zum Ausdruck gebracht", sagt Uwe Hantzsch. Er sei jedoch zu weiteren Gesprächen bereit.

Zwischen Klinikleitung und Gewerkschaft herrschte am Montag Eiszeit. Simone Bovensiepen zeigte sich weiter kampfbereit und schloss weitere Streiks nicht aus.

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