Freistaat: Keine Planungen zur Vollendung der Mitteltrasse

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Die Verbindung hätte eine Entlastung für die Nieder- hohndorfer Straße bedeutet. Jetzt müssen dafür andere Lösungen gesucht werden. Einen Sperrpoller will die Stadt nicht haben.

Zwickau.

Der Durchgangsverkehr auf der Niederhohndorfer Straße soll doch nicht mit einem Sperrpoller verhindert werden. Das städtische Ordnungsamt rückte von seiner Idee ab, damit einen Verkehrsversuch zu starten. "Diese Maßnahme wird nicht weiterverfolgt", sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses. "Die Verwaltung selbst hat weder Handlungserfordernis noch Bestrebungen zur Unterbindung des Durchgangsverkehrs auf der Niederhohndorfer Straße", so Reinke weiter. Der Einbau des Pollers wäre allenfalls in Betracht gekommen, "wenn dafür die ausdrückliche Befürwortung der Bewohnerschaft aus Niederhohndorf vorliegen würde". Doch dazu lägen der Verwaltung bislang keine Informationen vor.

Für Tristan Drechsel, BfZ-Fraktionsgeschäftsführer und Nieder-hohndorfer, kommt die Abkehr vom Poller überraschend. Allerdings: "Er war keineswegs die Ideallösung", sagt Drechsel. Die Sperre hätte nicht nur den Duchgangsverkehr sondern auch die Anwohner betroffen, darunter mehr als 20 Gewerbetreibende. "Das wäre ohnehin nicht gegangen", findet Drechsel. Vielmehr ärgert ihn die Begründung: Wer hätte denn die Nieder-hohndorfer befragen sollen, um ein Stimmungsbild zu erhalten, stellt Drechsel in den Raum und gibt gleich die Antwort: Das sei Aufgabe der Stadt gewesen. Den Anwohnern jetzt gewissermaßen die Schuld zu geben, dafür hat er kein Verständnis.

Für Tristan Drechsel ist der angestrebte Verkehrsversuch noch lange nicht vom Tisch. "Jetzt müssen neue Lösungen gesucht und gefunden werden", fordert er. Er hatte schon einmal eine Verkehrsberuhigung mit dem Schild "Spielstraße" angeregt. Doch das hatte die Stadt aus rechtlichen Gründen abgelehnt.

Zuletzt hatte es wegen der Poller-Idee Kritik aus der Kommunalpolitik gegeben. "Obwohl ich den Wunsch der Niederhohndorfer nach weniger Durchgangsverkehr gut verstehen kann, finde ich die Erwägung eines Sperrpollers für rechtlich überzogen", sagte Stadtrat Gerald Otto (CDU). Der Landtagsabgeordnete hatte zudem das sächsische Verkehrsministerium um eine Prüfung gebeten. Das Ergebnis: Ein Poller komme nicht in Betracht. Das würde den öffentlichen Nahverkehr, Gewerbeunternehmen, aber auch Versorgungs- und Entsorgungsfahrzeuge sowie Rettungsdienst zu stark behindern.

Damit bliebe als Alternative, um den Verkehr in Niederhohndorf zu beruhigen, noch eine Umgehungsstraße - der sogenannte Ringschluss der Mitteltrasse. Otto forderte, das Ende der 1990er-Jahre von der Verwaltung vorgeschlagene Vorhaben wieder aufzugreifen. Auch die Stadt Zwickau sieht in der Trasse eine alternative Straße. Doch der Straßenneubau dürfte ein Wunsch bleiben. "Für das Vorhaben erfolgt keine Planung", sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Die Pläne seien zu unwirtschaftlich, die Kosten im Vergleich zum Nutzen viel zu hoch. "Daher konnte der Lückenschluss nicht in den Bedarfsplan Staatsstraßen aufgenommen werden", sagte die Sprecherin. Zudem gäbe es im örtlichen Straßennetz leistungsfähige Alternativen. Der Freistaat lege den Fokus derzeit nicht auf Neubau sondern auf Erhalt der Straßen.

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