Tumult überschattet Einweihung von Gedenkstätte

Zwickau.

Eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ist am Sonntagvormittag auf dem Schwanenteichgelände in Zwickau eingeweiht worden. Die Veranstaltung, die von mehreren hundert Menschen besucht wurde, ist von einem Tumult überschattet worden, nachdem die eigentliche Gedenkstunde bereits beendet war. Nach übereinstimmender Auskunft von Polizei und Beteiligten war der Auslöser ein Kranz, den die Stadtratsfraktion der AfD einen Tag zuvor auf dem Gelände abgelegt hatte. Eine junge Frau hatte das Band mit dem Schriftzug der AfD abgeschnitten, woraufhin die Polizei die Personalien der Frau feststellen wollte. Während sie zu einem Auto geführt wurde, gerieten Polizisten und Menschen, die das verhindern wollten, aneinander. Es hieß, die Polizei habe Pfefferspray zur Hand gehabt, gleichzeitig waren Sprechchöre zu hören, die die Polizei als Faschisten bezeichneten. Schriftstellerin Esther Dischereit bezeichnete in diesem Zusammenhang den Gedenkkranz der AfD als eine Verhöhnung der Opfer des NSU. "Warum das so ausgeartet ist, ist mir derzeit völlig unbekannt", sagte Patrick Franke, Pressesprecher der Polizei. Kurz zuvor hatte er selbst im Namen der Polizei einen der Gedenksteine an einen der Bäume gesetzt.

Die Gedenkstätte auf dem historischen Parkgelände befindet sich in Sichtweite zum Ehrenmal der Opfer des Faschismus. Sie besteht aus zehn neu gepflanzten Bäumen sowie einer Namenstafel für jeden der zehn erschossenen Menschen. Dafür hatten zahlreiche Privatpersonen und Unternehmen insgesamt rund 14.000 Euro gespendet. (sth)

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