Warnstreik bei Grammer in Zwickau - Mitarbeiter fordern mehr Geld

Zwickau.

Etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Grammer haben am Freitagmorgen in Zwickau gestreikt.

Drei Stundenlang haben diejenigen, die in der Frühschicht eingeteilt waren, die Arbeit für den Warnstreik niedergelegt. Das entspricht rund der Hälfte der Beschäftigten des Autozulieferers. "Wir hoffen, dass das reicht", sagt Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Zwickau. Seit 2018 befände sich die Gewerkschaft in Verhandlungen mit Grammer System und GrammerPlast in Zwickau. Ziel: "Wir wollen eine Perspektive, wie die Tarifverträge der Branche in Sachsen zur Anwendung kommen sollen", sagt Knabel.

Aktuell bezahle Grammer seinen Mitarbeitern am Standort Zwickau circa 80 Prozent dessen, was der Tarif vorsieht. "Wir sind also ziemlich weit weg davon", sagt Knabel. Die jüngsten Verhandlungen seien am Donnerstag gescheitert, am 16. September ist der nächste Verhandlungstag angesetzt. "Das ist noch ziemlich lange hin, darüber herrscht keine große Freude", sagt Knabel. Er sagt aber auch: Weitere Warnstreiks seien bis dahin nicht geplant. An anderen Standorten der Firma, etwa in Rastatt, seien mittlerweile erfolgreich neue Verträge verhandelt worden, "das Entgelt-Niveau liegt dort nun wesentlich höher als in Zwickau", sagt Knabel. Und er betont: "Wir sind hier sehr geduldig gewesen. Die Verhandlungen laufen seit 2018, und der Streik am Freitagmorgen war unser erster."

Grammer hat für den Streik jedoch wenig Verständnis: "Uns erscheint die heutige Aktion als nicht angemessen", sagt Sprecher Günter Krämer. Er sagt, Grammer sei in den Verhandlungen durchaus auf die IG Metall zugegangen, "und das trotz der schwierigen Lage durch die Corona-Pandemie und der damit verbunden Krise der Automobilindustrie". Weitere Angaben macht Grammer nicht, man wolle sich "auch aus Respekt dem Verhandlungspartner gegenüber" nicht zu laufenden Verhandlungen äußern, so Krämer. (heha)

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