Der Kosmonaut, der am Boden blieb

Mittweida. Eberhard Köllner wäre der erste Deutsche im All gewesen, wenn Sigmund Jähn ausgefallen wäre. Es kam anders. In Mittweida sind seine Autogramme dennoch begehrt. Noch zwei Stunden vor dem Start der Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6 am 26. August 1978 war Eberhard Köllner bereit für die Mission - hatte den Raumanzug an, so wie Sigmund Jähn, mit dem der damals 39-Jährige Militärflieger zwei Jahre lang die Kosmonautenausbildung im "Sternenstädtchen" bei Moskau absolviert hatte. Er war der Ersatzmann für Jähn. Dieser war zuvor als Nummer eins für die sowjetisch-deutsche Weltraum-Mission auserwählt worden. Für Köllner sind die Ereignisse bis heute in lebhafter Erinnerung. So konnte er am Dienstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung "40 Jahre Deutsche im All" in Mittweida manche Anekdote erzählen.

Eine Frage, die im Raum stand, beantwortete der frühere Luftwaffen-Offizier eindeutig: "Es gab keinen Neid." Nicht damals, als absehbar war, dass der dem sowjetischen Weltraumfahrer Bykowski zugeteilte Jähn die erste Wahl für den Flug sein würde. Nicht danach, als Köllner im Tross der Kosmonauten und Funktionäre winkend an zig DDR-Bürgern durch die Republik fuhr. "So eine Bambule wollten wir eigentlich nicht", verriet Köllner. Für den früheren Geschwaderkommandeur sei klar gewesen, "ich kehre in die Truppe zurück und gut".

Dass sich nun noch Menschen für seine Geschichte interessieren, freut den 79-Jährigen. Und zumindest ein Foto von ihm war im All, wie der Inhaber des Mittweidaer Raumfahrtmuseums Tassilo Römisch verriet. Köllners Konterfei war 2006 auf der ISS-Station 182 Tage im Weltraum mitgeflogen.

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