Trotz Protests in Zwickau: Tausende besuchen Circus Krone

Etwa 100 Tierschützer haben am Samstag vor dem Zirkus demonstriert. Fast 3000 Gäste verfolgten derweil drinnen begeistert das Programm.

Zwickau.

Auf der Wiese vor dem Circus Krone, der zurzeit auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau gastiert, demonstriert, hatten sich Samstagnachmittag etwa 100Tierschützer versammelt. Unter ihnen Matthias Sawert, Leiter der Regionalgruppe Zwickau der Partei "Mensch Umwelt Tierschutz". Er sprach sich klar für ein Auftrittsverbot von Tieren im Zirkus aus. Diese als Zugmittel zu benutzen, sei falsch. Jaqueline Schilling von Animals United, Aktionsgruppe Erzgebirge und Chemnitz, sagte: "Die Leute sehen nur die Kunststücke, aber nicht das Leid der Tiere dahinter. Ich habe nichts gegen Zirkus, aber bitte ohne Tiernummern." So sieht es auch Claudia Ruf vom Tierschutzverein Zwickau. Eine verhaltens- und artgerechte Tierhaltung sei im Zirkus nicht möglich.

Alle drei Organisationen betonten, dass sie Aufklärungsarbeit leisten wollen und nichts mit Sachbeschädigungen an Werbetafeln und Plakaten vom Circus Krone zu tun haben. Sie distanzierten sich auch alle deutlich von der rechtsextremistischen Kleinpartei "Der dritte Weg", die am Zugang zum Zirkus von der Osterweihstraße aus angeblich für Tierschutz demonstrierte. An ihrem Pavillon wurden aber vor allem Mitgliederwerbung betrieben und Schriften verteilt, die gegen Asylbewerber hetzen.

Ungeachtet der Proteste, strömten wie an den Tagen davor Tausende Zirkusfans aus Zwickau und der Umgebung zum großen Zelt. Knapp 3000 Besucher applaudierten drinnen begeistert während draußen etwa 100 Tierschützer protestierten. Christine Weinberger, die mit ihrer Tochter die Vorstellung besucht hatte, sagte: "Ich habe keine Tierquälerei gesehen. Tiere gehören zur Zirkuskultur. Schade, dass sich die Zirkusleute hier ständig rechtfertigen müssen." Darüber ärgert sich auch Susanne Matzenau, Sprecherin vom Circus Krone. "Unseren Tieren geht es gut. Wir lieben sie, und so behandeln wir sie auch", sagte sie. "Es ist eine Schande, dass wir das das betonen müssen." Jeder könne sich von den Haltungsbedingungen überzeugen. "Die Menschen möchten Tiere sehen. Viele verbinden mit dem Besuch bei uns Kindheitserinnerungen", sagte die Sprecherin und berichtete, dass das Unternehmen in Zwickau durchaus nicht nur mit Protesten zu tun habe. "Viele Menschen lassen uns auch wissen, dass sie dafür keinerlei Verständnis haben. Eine Besucherin hat mir per SMS den Spruch geschickt ,Ein Zirkus ohne Tiere ist wie ein Mensch ohne Seele". Den habe ich mir in meinem Wagen an die Wand gepinnt."

Susanne Matzenau freut sich über die vielen Zirkusfans in der Muldestadt. "Wir sind die Abräumer in Zwickau, sind zufrieden mit den Besucherzahlen", sagte sie.

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2Kommentare
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  • 4
    0
    cn3boj00
    17.09.2017

    Richtig, Leute! Geht weiter in den Zirkus. Zum Zirkus gehören auch Zirkustiere. Das sind keine Wildtiere! Die haben nie im Leben die Wildnis gesehen und würden dort nicht überleben. So lange diese Tiere gut gehalten werden, was ja kontrolliert wird, ist dieser Tierschutz-Hype nicht zu verstehen. Ich selbst engagiere mich im Tierschutz für die Heinz-Sielmann-Stiftung. Tut lieber etwas für die Tiere, die gefährdet sind! Und so lange es unseren Nutztieren schlechter geht als jedem Zirkuselefanten gibt es bessere Möglichkeiten, sich zu engagieren.

  • 2
    0
    Freigeist14
    17.09.2017

    Wie wäre es mit "vermeintliche Tierschützer"? Denn fast klingt es,als ob die begeisterten Zirkus-Besucher das Tierwohl nicht am Herzen läge.



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