Horrorsturz von Kristina Vogel - Radsportler im Schockzustand

Die Bahn-Olympiasiegerin aus Erfurt lag bereits 2009 nach einem Radunfall mit einem Kleinbus zwei Tage lang im Koma. Nun hat es die 27-Jährige erneut schwer getroffen.

Cottbus/Berlin Was für eine Tragik: Schon einmal kämpfte sich Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel vom Chemnitzer Erdgasteam nach einem Trainingsunfall im Straßenverkehr zurück ins Leben. Im Mai 2009 war das, als sie in ihrer Heimatstadt Erfurt von einem Kleinbus erfasst wurde und sich dabei einen Brustwirbel, Knochen an der Hand, den Unterkiefer und das Schlüsselbein gebrochen hatte. Am Dienstagvormittag erlitt die Powerfrau des Bahnradsports erneut einen Horrorsturz - in Cottbus. In der Lausitz wird auf einer Betonpiste gefahren und nicht auf einem modernen Holzoval.

Die 27-Jährige war bei Anfahrübungen mit Teamkollegin Pauline Grabosch in voller Geschwindigkeit mit einem anderen Fahrer, der ebenfalls auf der Bahn trainierte, kollidiert. Nach rund einstündiger Notversorgung an der Bahn wurde die Thüringerin zunächst ins örtliche Krankenhaus Cottbus gebracht. Von dort aus musste sie laut Mitteilung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) ins BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin geflogen werden, wo sie notoperiert wurde.

Wie schwerwiegend ihre Verletzungen sind, gab der BDR zunächst nicht an. Nach Informationen der "Freien Presse" hat sich die Weltklassefahrerin mit den gewaltigen Oberschenkeln schwere Verletzungen an der Wirbelsäule und am Brustbein zugezogen. Im schlimmsten Fall droht der Sportlerin eine dauerhafte Querschnittslähmung. Kristina

Vogel wollte sich auf den Großen Sprintpreis kommendes Wochenende in Cottbus vorbereiten. Michael Hübner, Sportlicher Leiter des Erdgasteams, war selbst nicht vor Ort, wollte die Diagnose nicht kommentieren: "Ich bin wie alle geschockt über diese schreckliche Nachricht. Wir können nur hoffen, dass es nicht so schlimm ist, wie es nach Auskunft der Sportler, die dabei waren, ausgesehen hat", sagte der siebenmalige Bahnrad-Weltmeister aus Chemnitz.

Die elffache Weltmeisterin lag nach dem Unfall 2009 zwei Tage im Koma. Sie hatte dabei mehrere Zähne verloren. Die Frontscheibe des Kleinbusses zerschnitt ihr Gesicht. Eine Gesichtshälfte blieb teilweise taub. Nach sieben Wochen in der Klinik und weiteren Operationen kämpfte sich die in Leninskoje (damals UdSSR) geborene Athletin zurück ins Leben und in den Leistungssport. Mit unbändigem Willen schaffte es die Junioren-Weltmeisterin (2007/2008) bis in die Weltspitze, wurde 2010 Europameisterin und 2012 erstmals Olympiasiegerin im Teamsprint mit Miriam Welte. Kristina Vogel hatte vor zwei Jahren bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro im Sprint triumphiert und im Team an der Seite von Welte (Kaiserslautern) Bronze geholt.

Die 100.000 Euro Schmerzensgeld, die Vogel fünf Jahre nach dem ersten Unfall und einem Prozess vom Landgericht Erfurt zugesprochen bekam, flossen in den Bau eines Eigenheimes. In dem lebt sie seither mit ihrem Partner Michael Seidenbecher, einem ehemaligen Radsportler.

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