Update: Laute Knalle beunruhigen Bürger der Region

Kampfflieger der Bundeswehr durchbrechen die Schallmauer

Chemnitz. Zwei laute Knalle haben am Donnerstag von Zwickau bis Rochlitz für Aufregung in der Bevölkerung gesorgt. Auch aus Limbach-Oberfrohna, Werdau oder Crimmitschau meldeten sich beunruhigte Bürger bei der "Freien Presse". Im thüringischen Altenburger Land waren die Knalle ebenfalls zu hören. "Es war, als wäre ein metallener Gegenstand mit unheimlicher Lautstärke auf den Boden gekracht", schilderte eine Rochlitzerin. Bei Notruf-Leitstellen und der Polizei gingen zahlreiche Anrufe ein. Auf der Facebook-Seite der "Freien Presse" postete ein Geithainer, dass in seiner Wohnung alles gewackelt habe. "Wir hatten den Eindruck, dass irgendwo etwas detoniert sein muss", schreibt ein Peniger.

Auf Nachfrage der "Freien Presse" beruhigte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr am Donnerstag. Es habe sich bei den Geräuschen um Überschallknalle gehandelt, sagte er, verursacht durch zwei Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg, die mit rund 1188 Stundenkilometern zwischen 10.37 Uhr und 10.46 Uhr von Nürnberg über Hof nach Zwickau unterwegs waren. Demnach sicherten und überwachten die beiden Jets in etwa 12.500 Metern Höhe den Luftraum. Fliegt ein Eurofighter schneller als der Schall, verdichtet sich die Luft um den Jet - diese Druckstöße entladen sich und breiten sich kegelförmig hinter dem Flugzeug aus. Die Breite dieses Kegels kann bis zu 80 Kilometer betragen. Die Druckstöße werden am Boden dann als Knall oder als Druckschwankung wahrgenommen.

Überschallflüge sind in Deutschland legal, wenn sie werktags zwischen 8 und 12.30 sowie zwischen 14 bis 20 Uhr stattfinden und die Flugzeuge höher als 10.800 Meter fliegen. Die Bundeswehr hat ein Bürgertelefon eingerichtet, das über Flugbewegungen Auskunft gibt. Es ist unter 0800/8620730 zu erreichen.

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10Kommentare
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  • 5
    0
    gelöschter Nutzer
    17.10.2017

    Jetzt regt man sich auf, weils ein - zweimal Überschall-Knall gegeben hat. Sogar ein Bürgertelefon ist eingerichtet!! So ein Unfug- man denke doch mal zurück an vergangene Zeiten! Als ehemaliger TDZler (1974-77) weiß ich das 3-4 mal die Woche Flugdienst war. Auch Nachts und niemand hat sich über die Knallerei aufgeregt. Das war nur LSK/LV , die Russen haben hier in der Region selbiges veranstaltet (Altenburg) und fast täglich rumgeknallt. Ich sage nur "künstlich aufregen und Panik machen" wegen eines!! Knalls, der mal täglicher Alltag war. Man kanns auch übertreiben.

  • 6
    0
    Zeitungss
    15.10.2017

    Da traut sich doch die Alarmrotte einen notwendigen Einsatz zu fliegen ohne vorher mittels Formblatt 0815... bei den zu überfliegenden Gemeinden die schriftliche Zustimmung einzuholen und die betroffenen Bürger per Postwurfsendung zu informieren, es ist ein Unding. Diese Einheit war im Einsatz um SCHLIMMERES zu verhindern, was nicht jeder Bürger auch begreift, denn der will NUR Sicherheit. Der Flugsicherung für ihre Aufmerksamkeit und das nötige Handeln zu danken, auf diese Idee kommt keiner, aber wehe es geht was daneben weil sie nichts getan haben. Nachdenken würde die Sache auf keinen Fall verschlimmern, im Gegenteil.

  • 0
    1
    Steuerzahler
    14.10.2017

    @Hankmann: So stand es aber eben nicht im Artikel, dem zufolge nicht von einer Ausnahmeregelung die Rede war.
    Hinsichtlich der Überschallflüge vor 89 gebe ich Ihnen voll und ganz Recht.

  • 3
    0
    Hankman
    13.10.2017

    @Steuerzahler: Keine Angst. Hier war, wie sich herausstellt, die Alarmrotte (was für ein Wort ...) der Luftwaffe im Einsatz. Und ich gehe mal davon aus, dass deren Einsatz zum Abfangen oder Eskortieren eines Flugzeugs jederzeit legal ist. Ich denke, das Zeitlimit bezieht sich nur auf Übungsflüge. Alarmeinsätze wie der vorliegende kommen übrigens häufiger vor, in der Regel steckt nichts Schlimmes dahinter. Noch ein Grund mehr für uns, entspannt zu bleiben. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es in den 70er- und 80er-Jahren viel häufiger so geknallt hat, wenn die MiGs unterwegs waren.

  • 3
    1
    Steuerzahler
    13.10.2017

    Ob sich Terroristen nach den Zeiten für Überschallflüge richten, wenn für die Luftwaffe Flüge außerhalb dieser Zeit laut diesem Artikel illegal sind?

  • 3
    2
    Hankman
    13.10.2017

    @Blackadder: Ja, hat er. ;-)

  • 1
    6
    Blackadder
    13.10.2017

    @1953: Auf hankmans Kommentar hatte ich geantwortet und er wird es schon richtig verstanden haben!

  • 7
    4
    1953866
    12.10.2017

    @Blackadder, was diese Nachricht mit Pegida zu tun hat, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben. Aber wahrscheinlich sind bei Ihnen "beunruhigte Bürger" automatisch Pegida-, bzw. AfD-Anhänger. Kopfschüttel!

  • 6
    9
    Blackadder
    12.10.2017

    Pegida redet doch nun schon seit 3 Jahren den Bürgerkrieg oder den Untergang des Abendlandes herbei, da MUSS doch endlich mal was passieren...ist doch sonst langweilig.

  • 10
    2
    Hankman
    12.10.2017

    Sooo, könnten wir uns nun bitte mal alle darauf einigen: Wenn ein Zug mit Schützenpanzern durch Sachsen rollt und wenn es mal einen Überschallknall gibt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass soeben der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist. Mann, Mann, Mann ...



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