Eispiraten hoffen auf ihren Wunschkandidaten

Nach einer Saison zum Vergessen gibt es beim Eishockey-Zweitligisten aus Crimmitschau einen großen Umbruch.

Crimmitschau.

Bei den Eispiraten Crimmitschau gibt es künftig einen Trainer und einen Sportdirektor in Personalunion. Die Suche nach dem neuen starken Mann kann möglicherweise schon in den nächsten Tagen zum Abschluss gebracht werden. Ein Angebot an einen Wunschkandidaten ist verschickt. "Wir brauchen einen Coach, der Erfahrung und ein funktionierendes Netzwerk mitbringt", sagte Geschäftsführer Jörg Buschmann. Damit ist auch klar: Für Trainer John Tripp und Co-Trainer Ivo Jan gibt's keine Zukunft im Kunsteisstadion im Sahnpark. Gesellschafter Ronny Bauer, der nebenbei das Amt des Sportdirektors bekleidet hat, kümmert sich nicht mehr um die Kaderplanungen. Die Verantwortlichen ziehen schnell die Konsequenzen aus einer Saison zum Vergessen. Die Crimmitschauer waren erstmals mit einem Etat von mehr als zwei Millionen Euro in die DEL 2 gestartet. Lustlose Stars (Ciernik, Bartek, Pozivil) und verletzte Stammspieler (Keil, Schlenker, Pyka) sorgten schnell für einen Stammplatz im unteren Drittel der Tabelle.

Im Dezember wurde die Reißleine gezogen. Trainer Chris Lee musste seine Sachen packen. Dafür übernahm John Tripp die Verantwortung. Das Team zeigte weiter sportliche Magerkost und vergraulte damit einen Teil der treuen Zuschauer. Das beweist auch ein Blick in die Hauptrunden-Statistik: Die Crimmitschauer holten unter Lee einen Punkt pro Spiel, unter Tripp lag die Quote bei 0,6. "Für mich war die erste Station als Trainer ein Lernprozess", meinte der Ex-Nationalspieler. Trotz einiger Rückschläge beim Start will der 39-jährige Deutschkanadier als Coach weitermachen. Bisher ist unklar, wohin es ihn nach der Sommerpause verschlägt. Erst in der Play-down-Serie hat Tripp das Team auf Kurs gebracht. Nachdem die erste Runde gegen Bad Nauheim noch verlorenging, wurde in der zweiten Serie gegen Rosenheim der Klassenerhalt gesichert.

Das war nichts für Anhänger mit schwachen Nerven. Drei von sechs Partien gingen in die Verlängerung. "Wir sind gegen Rosenheim endlich als Mannschaft aufgetreten", resümiert Kapitän André Schietzold. Das lässt die Probleme, die es zuvor gab, aber nicht in Vergessenheit geraten. Der 30-Jährige macht deutlich: "Wir haben für zu wenig Torgefahr gesorgt. Die Special-Teams, die normalerweise enge Duelle entscheiden, waren zu schwach. Wir konnten in der Hauptrunde nie zwei Spiele in Folge gewinnen."

Die Kaderplanungen für die Saison 2017/18 sollen erst weiter vorangetrieben werden, wenn ein Trainer und Sportdirektor gefunden ist. "Er muss das Team zusammenstellen", sagt Jörg Buschmann. Bisher besitzen die Verteidiger André Schietzold und Ole Olleff sowie die Stürmer Bernhard Keil und Patrick Pohl einen Vertrag für die nächste Saison. Letztgenannter war in der abgelaufenen Serie mit 17 Treffern und 34 Vorlagen der beste Scorer im Team. Damit ließ er die hochgehandelten Legionäre Mark Lee und Martin Bartek hinter sich. Sie bekommen - ebenso wie Chris St. Jacques - keinen neuen Vertrag.

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