FC Erzgebirge Aue steigt in 2. Bundesliga auf

Köln/Aue. Sonnenschein, blauer Himmel rund 3000 mitgereiste Fans - der Rahmen hätte für den FC Erzgebirge nicht besser sein können, um auswärts in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Und der Drittligist nutzte gegen Fortuna Köln die Möglichkeit mit einem 2:0 (1:0)-Sieg, den Aufstieg perfekt zu machen. Durch den Erfolg ist den Veilchen der zweite Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen.

"Es ist einfach unglaublich", sagte Aues Trainer Pavel Dotchev mit Tränen der Freuden in den Augen. Zuvor hatten seine Spieler ihm eine Sektdusche verpasst und auch wenige Minuten später die Pressekonferenz gestürmt, um den Coach mit Bier zu überschütten. Die Partie analysierte der 50-Jährige aber gewohnt sachlich: "Das war heute ein entscheidendes Spiel, ich wollte auf gar keinen Fall ein Endspiel nächste Woche gegen Münster. Ein 1:0 ist immer ein enges Ergebnis, nach dem 2:0 hatte ich schon ein gutes Gefühl."

Dotchev brachte für die gelbgesperrten Mario Kvesic und Nicky Adler im Mittelfeld Cebio Soukou und Simon Handle. Der Beginn des Spiels gegen die Fortuna, für die es zwei Spieltage vor Schluss nur noch um einen ordentlichen Abschied im letzten Heimspiel der Saison ging, war für die Erzgebirger wie gemalt. Nach zehn Minuten foulte Ebewa-Yam Mimbala Soukou, der alleine auf das Kölner Tor zulief. Schiedsrichter Patrick Schult entschied auf Elfmeter und Notbremse, zeigte dem Kölner Innenverteidiger die Rote Karte. Den Strafstoß verwandelte Philipp Riese sicher. Der Auer Mittelfeldspieler hätte rund zehn Minuten später wieder aus elf Metern erhöhen können, nachdem der Schiedsrichter ein Foul gegen Pascal Köpke gesehen hatte. Doch Fortuna-Keeper Tim Boss wehrte den Schuss ab - Riese hatte sich wie beim 1:0 für die vom ihm aus linke Ecke entschieden. Von Köln kam im ersten Durchgang reichlich wenig. Der einzige nennenswerte Abschluss gelang Marco Königs. Der Torjäger köpfte in der 22. Minute aber am Tor von Aue vorbei.

Auch nach der Pause verlief es gleich nach dem Geschmack der Veilchen: Nachdem die erste Kontermöglichkeit noch etwas leichtfertig verspielt wurde, schlug Köpke in der 52. Minute zu. Der Stürmer netzte eiskalt ein, Soukou hatte ihn zuvor perfekt in Szene gesetzt. Das 2:0 war dann die endgültige Entscheidung. Der FC Erzgebirge ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen, schoss hin und wieder auf das gegnerische Tor. Die Fortuna ergab sich weitestgehend in ihr Schicksal, leisteten kaum noch Widerstand. Die FCE-Spieler konnten sich so auf die Aufstiegsfeierlichkeiten einstimmen, die in der Auer Fankurve bereits weit vor dem Abpfiff begannen. Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme, die Anhänger stürmten den Rasen des Kölner Südstadions und lagen sich mit den Spielern und Betreuern in den Armen. "Was hier los ist, ist einfach unfassbar", meinte Innenverteidiger Steve Breitkreuz. Rund um das Stadion blieb es bei der feuchtfröhlichen Stimmung, die wenigen Fortuna-Fans jubelten mit den Gästen.

Statistik

Köln: Boss - Kwame (68. Fink), Flottmann, Hörnig (V), Mimbala - Dahmani, Schröder, Andersen (68. Glockner), Bender - Königs, Oliveira Souza (68. Yilmaz).
Aue: Männel - Rizzuto, Riedel, Breitkreuz, Hertner - Riese, Tiffert - Skarlatidis, Soukou (66. Samson), Handle (61. Könnecke) - Köpke (V/82. Wegner).
Schiedsrichter: Patrick Schult (Osterbek);

Zuschauer: 3845; Tore: 0:1 Riese (11. Foulelfmeter), 0:2 Köpke (52.); Bes. Vorkommnisse: Rote Karte Mimbala (10./Notbremse).

 

Hintergrund: Aues Weg in der zweiten und dritten Liga

Als BSG Wismut Aue kann der Verein auf eine lange Historie im DDR-Fußball zurückblicken. Nach der politischen Wende fehlte in der Saison 1990/1991 lediglich ein Tor für die Qualifikation zur 2. Bundesliga - ausgerechnet der Erzrivale FSV Zwickau schaffte den Aufstieg. Es folgten einige Jahre in der Drittklassigkeit, ehe mit dem neuen Trainer Gerd Schädlich der sportliche Erfolg zurückkehrte. "Es war ein längerer Prozess. Ich habe 1999 angefangen, ein Jahr später haben wir uns für die neue Regionalliga qualifiziert. Drei Jahre später ist der erste Aufstieg in die 2. Bundesliga gelungen", erinnert sich Schädlich.

Fünf Jahre hielt sich Aue in der 2. Liga, ehe in der Saison 2007/2008 der Abstieg folgte. Schädlich war Ende 2007 nach über acht Jahren als Trainer zurückgetreten. Nach einem zwölften Platz im ersten Drittliga-Jahr übernahm Rico Schmitt das Traineramt und schaffte direkt den Wiederaufstieg. In der Saison 2010/2011 führte Schmitt die Auer auf einen fünften Platz, ehe vier Jahre Abstiegskampf anstanden.

Nach erneut fünf Jahren folgte in der vergangenen Saison unter Trainer Tomislav Stipic der zweite Abstieg. "Jetzt können sie das nach 2010 wieder genießen, aufzusteigen", freut sich Ex-Trainer Schmitt und fügt hinzu: "Das hat sich der Verein redlich verdient". (sesi/dpa)

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2Kommentare
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  • 2
    0
    Borussiamg
    07.05.2016

    Auch wenn man es in Chemnitz nicht gern hört! Borussia Mönchengladbach gratuliert! Macht einen drauf! Und ladet uns zum Eröffnugsspiel ins neue Schmuckkästchen ein!

  • 7
    1
    bicicleta
    07.05.2016

    Glückwunsch an die Schachtis aus Chemnitz. Bleibt möglichst lange in der 2.



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