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Alles Kopfsache? Stefan Ilsanker musste am Mittwochabend gegen Besiktas Istanbul mit Gelb-Rot vom Platz.

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RB in Europa: Hätte, wäre, könnte

Mit einer sinnbildlichen Heimniederlage gegen Besiktas Istanbul hat sich Leipzig aus der ersten Champions-League-Saison verabschiedet. Besonders den Sportdirektor dürfte der verpasste Einzug ins Achtelfinale schmerzen.

Von Fabian Held
erschienen am 07.12.2017

Leipzig. Den größten Jubel im ehemaligen Leipziger Zentralstadion gab es im letzten Champions-League-Spiel der Saison in der 74. Minute. Nicht etwa, weil RB ein Tor geschossen hatte oder in Führung lag. Nein, es war die Einwechslung von Publikumsliebling Dominik Kaiser, welche die Fans entzückte. Es war eine Geste von Trainer Ralph Hasenhüttl an einen von noch zwei verbleibenden Spielern aus Regionalligazeiten. Sportlich spielt der 29-Jährige keine Rolle mehr, durfte nun aber einmal kurz Königsklassen-Luft schnuppern und sich ab jetzt mit 164 Einsätzen Rekordspieler des Clubs nennen.

Ansonsten hatten die Fans beim 1:2 gegen Besiktas Istanbul nicht viel zu feiern. Leipzig lieferte ein sinnbildliches Spiel ab. "Am Willen und fußballerischen Vermögen hat es nicht gemangelt. Es gehören noch andere Attribute dazu, und da fehlt es uns noch ein bisschen", urteilte Hasenhüttl. Auch gegen die Türken deuteten die Leipziger ihr Potenzial an, schossen insgesamt 22-mal auf des Gegners Tor. Allein - es fehlten Effizienz, Cleverness und Kaltschnäuzigkeit.

Die Geschichte des Spiels lässt sich damit schnell erzählen: Ein Treffer nach einer feinen Einzelaktion durch Naby Keita (87.) war zu wenig. Die cleveren Gäste boten ebenso einfachen wie effektiven Fußball, konterten Leipzig zweimal aus und gewannen die Partie durch Treffer von Alvaro Negredo (10.) und Anderson Talisca (90.+1).

So blieb am Ende vor allem: hätte, wäre, könnte. Hätten die Leipziger ihre Chancen im ersten Spiel gegen Monaco genutzt, wären die Auswärtsspiele in Porto und Istanbul nicht so krachend in die Hose gegangen, könnte Leipzig jetzt im Achtelfinale stehen. Was bleibt, ist die Europa League.

Fans und Spieler wirkten durchaus enttäuscht darüber. Nur ein laues "Europapokal, Europapokal" schallte den Leipzigern entgegen, als sie in Richtung der eigenen Kurve schlurften. "Wir wollten international überwintern, das haben wir geschafft", versuchte Nationalspieler Marcel Halstenberg, der Sache etwas Positives abzugewinnen. "Die Europa League ist ein guter Entwicklungsschritt für uns", ergänzte Torwart Peter Gulacsi.

Die Roten Bullen haben nun Blut geleckt. Die erneute Qualifikation für die Königsklasse ist das ausgegebene Ziel. Als Tabellenzweiter in der Bundesliga sieht es für RB derzeit auch gut aus. "Wir sind mit der Dreifachbelastung gut umgegangen. Das war vor der Saison die große Frage. In der Liga sind wir trotz der Belastung weit vorn, das war nicht zu erwarten", befand Hasenhüttl.

Und dennoch dürfte vor allem Sportdirektor Ralf Rangnick der Champions League hinterhertrauern. Sechs Millionen Euro beträgt die Prämie für den Einzug ins Achtelfinale, dazu kommen Einnahmen aus den TV-Rechten. Geld, das Leipzig durchaus hätte gebrauchen können. Als Teilnehmer der europäischen Wettbewerbe unterliegen die Leipziger dem Financial Fairplay. Der europäische Verband Uefa will damit sicherstellen, dass Vereine nur so viel ausgeben, wie sie auch selber einnehmen. Klar, mit allerlei juristischen Kniffen lässt sich das prima umgehen - siehe Paris St.- Germain und seine Transferausgaben. Allerdings sind die Leipziger sehr auf ihr Image bedacht und wollen es tunlichst vermeiden, gegen die Regularien zu verstoßen.

Auf der anderen Seite muss der Verein aber auch ordentlich Geld in die Hand nehmen, wenn die besten Profis, wie etwa Marcel Sabitzer oder Timo Werner, länger an den Verein gebunden werden sollen. Da wären die Einnahmen aus dem Champions-League-Achtelfinale gerade recht gekommen. Womit wir wieder beim Konjunktiv wären.

 
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