Zwei Trainer-Generationen bei Fortuna

Ein ungleiches Duo lenkt inzwischen die sportlichen Geschicke bei den Fußballern des VfB - mit großen Plänen.

"Er hat die Erfahrung und ich die Ideen", scherzt Rocco Dittrich über sein Zusammenspiel mit Dietmar Leuschel. Die beiden bilden das Trainergespann der Landesklasse-Fußballer des VfB Fortuna. Das Duo trennt vom Alter her ein reichliches Vierteljahrhundert. Die Chemie scheint dennoch zu stimmen.

Der 35-jährige Dittrich trägt die Verantwortung als Coach, Leuschel (61) ist sein Co-Trainer. "Wir machen es gemeinsam und sind flexibel. Es gibt keine Verteilung der Aufgaben. Was der eine nicht sieht, merkt der andere", betont Dietmar Leuschel, der einst bei Ascota in der DDR-Liga kickte und lange Zeit den Postsportverein als Trainer betreute. Im vergangenen Sommer war der Routinier als Sportlicher Leiter ins Chemnitztal zu Fortuna gekommen. Diese Funktion wird er neben der Aufgabe als Assistenzcoach der ersten Männermannschaft weiter bekleiden.

Nach dem krankheitsbedingten Aus von Mario Lüdemann als Trainer waren beim traditionsreichen VfB intern mehrere Kandidaten im Gespräch. Mitte Dezember erfuhren Dittrich, der vorher schon Assistent war, und Leuschel von ihrer Berufung. Unter Druck stehen die beiden im Moment noch nicht. In dieser Saison ist die Meisterschaft angesichts der Dominanz von Olbernhau in der Landesklasse-Staffel West früh entschieden. Darum hat sich das Übungsleiter-Duo zunächst andere Dinge vorgenommen. "Unser Ziel ist es, die Mannschaft weiter zu entwickeln. Das ist mit Höhen und Tiefen verbunden", erklärt Rocco Dittrich. Schließlich trete man mit einer blutjungen Truppe an, die in den ersten Begegnungen 2018 ein Durchschnittsalter von 22 Jahren aufwies. Da heißt es: Erfahrungen sammeln - und es dürfen auch Fehler gemacht werden, ist sich das Trainergespann einig.

Dittrich hat fast seine komplette Zeit im Männerfußball beim VfB und dessen Vorgänger Fortuna Furth-Glösa verbracht. In diesen 17 Jahren spielte er mit dem Verein auch höherklassiger. Schon deshalb ist das Wort Aufstieg beim derzeitigen Siebentligisten nicht verboten. Als offizielles Ziel soll es für übernächste Saison ausgegeben werden. Sollte bereits 2018/19 der Weg auf Tabellenplatz eins führen, wird sich im Verein keiner dagegen sträuben. "Mit Blick auf unseren Nachwuchsbereich muss das einfach sein. Der Aufwand dort sollte sich lohnen. Für die jungen Spieler ist die Landesliga lukrativ", sagt Dittrich. "Das Potenzial ist vorhanden. Wir müssen es nur abrufen", ergänzt Dietmar Leuschel. Im Sommer werden erneut einige A-Jugendliche die Tür zum Männerbereich aufstoßen. "Da sind gute Typen dabei", freut sich Dittrich. So müsse bei Fortuna mittelfristig auch niemand Geld für neue Spieler in die Hand nehmen.

Neben seiner Trainerrolle schnürt Rocco Dittrich gegenwärtig noch in der Kreisoberliga für den VfB II hin und wieder selbst die Töppen. Selbst in der Landesklasse half er schon aus. Das soll künftig nur noch im absoluten Notfall passieren, wenn keine elf Kicker zur Verfügung stehen. Für Dietmar Leuschel hat sich im Vergleich zur ersten Halbserie kaum etwas geändert: Als Sportlicher Leiter beobachtete er bereits jedes Spiel, nur eben nicht wie jetzt von der Coachingzone aus.

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