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Wasalauf-Sieger Gert-Dietmar Klause (Zweiter von links) saß zusammen mit Matthias Günnel, Rainer Wiese, Bernd Jakob und Dietmar Seifert (von links), die beim Isergebirgslauf starten wollen, in Hammerbrücke am Tisch und erzählte von seinen Erfahrungen.

Foto: Ralf Wendland

Langläufer nutzen jede Schneeflocke für das Training

Gemeinsam haben vier Vogtländer vor einem Jahr das Projekt Isergebirgslauf in Angriff genommen. Auf der Strecke können sie sich aber nicht helfen.

Von Ralf Wendland
erschienen am 13.02.2018

Hammerbrücke/Grünbach. Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das vier ambitionierte Freizeitsportler aus der Region Hammerbrücke und Grünbach sich gestellt haben. Bernd Jakob, Dietmar Seifert, Rainer Wiese und Matthias Günnel, die schon bei einigen Wettkämpfen Erfahrung gesammelt haben, wollen am Samstag gemeinsam beim Isergebirgslauf in Tschechien starten, der ihnen auch nicht ganz unbekannt ist. Der Skimarathon gehört zur Worldloppet-Serie der Langläufer.

Das Training für den großen Wettkampf läuft seit gut einem Jahr. Im Vorfeld gab es vor kurzem ein Treffen in der Bauernschenke in Hammerbrücke. Dort am Tisch saß mit Gert-Dietmar Klause auch ein echter Profi in Sachen Langlauf. Der heute 72-Jährige ist bisher der einzige Deutsche und der erste Nicht-Skandinavier, der den berühmten Wasalauf in Schweden gewinnen konnte. Neben dem Erfolg 1975 wurde der Vogtländer ein Jahr später Olympiazweiter über 50 km, zudem mit dem Team Welt- und Vizeweltmeister. "Wenn Gert-Dietmar Klause aus seinem Sportlerleben erzählt, ist das spannender als jeder Roman. Es ist eine Ehre, dass er mit uns am Tisch sitzt", sagte Bernd Jakob beim Treffen in Hammerbrücke. "Als ich das erste Mal ins Ausland gefahren bin, hat mein Trainer zu mir gesagt, ich solle mit den Augen mausen, soviel ich kann", erzählt Gert-Dietmar Klause. Aus der Nummer mit dem Isergebirgslauf kommen Jakob und seine Mitstreiter übrigens nicht mehr heraus. "Wir haben uns das Ziel gesetzt und das Hotel gebucht", so der 58-Jährige, der weiß, dass im gleichen Hotel auch die skandinavische Nationalmannschaft untergebracht ist. Dort könne man sich noch ein paar Tricks abschauen, flachst die Runde.

Bernd Jakob, Dietmar Seifert, Rainer Wiese und Matthias Günnel sind sich bewusst, dass es der Lauf in sich hat. Man habe sich bewusst "nur" für die 25-Kilometer-Distanz entschieden. "Wir fahren zwar gemeinsam hin, aber auf der Strecke sind wir Einzelkämpfer", betont Matthias Günnel. Der 53-jährige Tierarzt ist begeisterter Hobbysportler, wie er selbst sagt: "Es war nicht so, dass ich mir gesagt habe, ich muss die Strecke, die ich vor zehn Jahren gelaufen bin, wiederholen. Wir haben uns gegenseitig motiviert und uns gesagt, wir probieren es noch einmal." Bernd Jakob muss schmunzeln, wenn er sagt: "Wir haben jede Schneeflocke zum Trainieren genutzt." Die vier Vogtländer wissen, dass das Isergebirge wettermäßig rau sei. Dennoch freuen sie sich auf den Lauf.

Die Erfahrung zahlreicher Wettkämpfe nehmen sie auch in Bezug auf die Präparation der Skier mit. "Der Schnee ist immer anders. Man muss hellwach sein", so Rainer Wiese. Dietmar Seifert, der Vater des erfolgreichen Langläufers Benjamin Seifert, der es bis in die Nationalmannschaft schaffte, sagt: "Man muss ein Ziel haben im Leben. Für mich persönlich war immer Gert-Dietmar Klause ein Vorbild." Klause startete zweimal beim Isergebirgslauf: "Wir sind damals die 50 Kilometer gelaufen. Mit langen Anstiegen und langen Abfahrten ist die Strecke schon sehr anspruchsvoll." Den vier Vogtländern gibt der ehemalige Weltklasseathlet noch einen guten Rat mit auf den Weg für Samstag: "Es geht nicht darum zu gewinnen. Der Weg ist das Ziel."

 
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