Felix Maly verfolgt großes Ziel

Im nächsten Jahr werden in Südkorea die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Ein Lauenhainer will da gern dabei sein.

Werdau/Erfurt.

Bei den derzeit sommerlichen Temperaturen denkt Felix Maly nur an eins: Eis. Ende September beginnt für den Lauenhainer Eisschnellläufer, der für den ESC Erfurt startet, die neue Saison. Und auf die bereitet er sich akribisch vor. Vor allem, weil er ein großes Ziel verfolgt: Der 23-Jährige will bei den Olympischen Winterspielen 2018 starten. "Das zu schaffen, wird auf jeden Fall sehr hart, da muss einfach alles passen. Das heißt, keine Krankheiten, keine Verletzungen und eine optimale Vorbereitung sowie eine deutliche Leistungssteigerung zum letzten Jahr", sagt Felix Maly. Um sich zu qualifizieren, müsse er bei den Weltcups zweimal unter die Top 16 laufen. Das sei sehr ambitioniert, dennoch sei er sehr optimistisch. "Meine Chance ist 50:50", schätzt Maly ein.

Seit April bereitet er sich auf die neue Saison vor, davor blieben ihm vier Wochen, um sich zu erholen. Das tat er unter anderem zu Hause in Lauenhain bei seiner Familie und bei einem Urlaub mit Freunden in Kopenhagen und Dublin. Inzwischen hat Felix Maly mehrere Trainingslager hinter sich: Radsporteinheiten in der Toskana, Training im Bundesleistungszentrum in Kienbaum, zweiwöchige Übungseinheiten auf dem Eis und im Kraftraum im niederländischen Heerenveen und Short-Track-Training im bayerischen Inzell. Am Montag geht es für zwei Wochen zum Eistraining nach Berlin. "In den Trainingslagern trainiere ich zusammen mit dem Großteil der deutschen Nationalmannschaft. Dazwischen liegen meist ein, zwei Wochen, in denen ich am Stützpunkt in Erfurt mit meiner dortigen Trainingsgruppe trainiere", sagt Felix Maly.

Obwohl er Eisschnellläufer ist, verbringt er in der Vorbereitung mehr Zeit auf dem Rad als auf dem Eis. "Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht auf dem Rad sitze. Das ist das wichtigste Trainingsmittel, wenn es um die Ausdauer geht. Seit dem vergangenem Jahr trainieren wir auch Sprints auf dem Rad", erklärt Maly. Die Trainingspläne liefert Eisschnelllauf-Bundestrainer Jan van Veen. "Die Intensitäten steigern sich nicht jede Woche, weil eine ausreichende Erholung ebenso wichtig ist wie das Training", weiß Maly. Deshalb sei es oft so, dass nach einem harten Trainingslager eine Woche etwas ruhiger trainiert wird. Im Oktober steht für den Lauenhainer nach einigen Trainingswettkämpfen der erste Wettkampf an - die Deutsche Meisterschaft in Inzell. "Dort will ich mich über 5000 Meter für die Weltcups qualifizieren", sagt der ehrgeizige Sportler, der seine Karriere 2002 beim Eissportverein in Crimmitschau begonnen hatte. Der erste Weltcup wird Mitte November in Heerenveen ausgetragen.

Bis dahin stehen für Felix Maly noch viele Übungseinheiten an. An seinem Trainingsstützpunkt in Erfurt absolviert er diese unter Anleitung Peter Wilds mit neun weiteren Läufern - drei Frauen und sechs Männer. "Davon bin ich der einzige Langstreckenläufer. Das ist allerdings kein Problem, denn ich kann sowohl von den Sprintern als auch von den Mittelstrecklern profitieren und diese wiederum von mir", sagt Maly. Und die Konkurrenz hat er mit Patrick Becker zum Teil sogar in der eigenen Trainingsgruppe. In Deutschlands zählt er außerdem Jonas Pflug (Berlin) und Moritz Geisreiter (Inzell) zu seinen größten Kontrahenten. Auch sie denken zurzeit an nichts anderes als an Eis.

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