Gänsehautmoment im Ostderby

Es war eine spektakuläre Aktion: ein Rückfallzieher an den Pfosten. Wenn der Ball im Magdeburger Netz gezappelt hätte, wäre ihm eine Nominierung für die Wahl zum Tor des Monats wohl sicher gewesen.

Zwickau.

Seine artistische Einlage hat am Freitagabend ein kollektives Raunen im "Schwanennest" ausgelöst. Nur der Pfosten verhinderte um Haaresbreite, dass Robert Koch in seinem 25. Drittligaspiel im Trikot des FSV Zwickau sein viertes Tor für die Rot-Weißen erzielte. "Ja, es war schade", bedauert der 31-Jährige das fehlende Glück in dieser wahnwitzigen Szene des packenden Ostderbys gegen den 1. FC Magdeburg (3:1).

Robert Koch schildert selbst, wie er die Situation in der 53. Minute erlebt hat: "Mike Könnecke erkämpft auf unserer rechten Seite den Ball, läuft ein paar Schritte und spielt einen schönen Diagonalball. Ich habe kurz geschaut und überlegt, ob ich direkt köpfe, weil Glinker ein Stück weit draußen stand. Dann habe ich mich doch für die schwierigere Variante entschieden, den Ball mit der Brust mitgenommen, aber ein bisschen Pech gehabt mit dem Fallrückzieher." Da hat wirklich nicht viel gefehlt. Auch wenn man sich die Fernsehbilder ein paar Tage später nochmal anschaut, bekommt man Gänsehaut dabei. Ist ihm so ein Ding schon mal reingegangen? "Ja, aber das war in einem Freundschaftsspiel bei Borea Dresden damals. Das ist schon lange her." Für den spektakulären Versuch gab es anerkennenden Beifall von den Zuschauern. "Dafür kann man sich nichts kaufen", meint Robert Koch. "Wenn er reingegangen wäre, wäre es ein Tor für die Ewigkeit geworden. So war es eine coole Szene, aber letztendlich ist es zweitrangig. Denn unser Erfolg stand sowieso über allem."

Der FSV hat alle Zweifler und die "Ziegner raus!"-Rufer eines Besseren belehrt. Zwei Tore gegen Münster, drei gegen Magdeburg, diese Serie könnte heute Abend beim FC Hansa ruhig fortgesetzt werden. "Man darf gern träumen, aber wichtig ist, dass wir überhaupt Punkte holen. Und wenn es ein 1:0 ist, das wäre mir auch egal." Der gebürtige Löbauer hat in seinen bisher fünf Punktspielen gegen Rostock (mit Dresden und dem FSV) noch nie gewonnen, aber beim 2:2 am 20. März erzielte er den Zwickauer Anschlusstreffer.

Die Westsachsen fahren selbstbewusst ins Ostseestadion, wo man vor einem Jahr mit 0:5 heftig unter die Räder kam. "Die Liga ist so ausgeglichen, man sieht das von Woche zu Woche, dass jeder gegen jeden gewinnen kann. Das ist oft von der Tagesform abhängig. Wir hatten ein bisschen Pech in den ersten Spielen, haben ordentliche Dämpfer kassiert, sind trotzdem drangeblieben, und jetzt haben wir uns endlich für die harte Arbeit belohnen können", erklärt Robert Koch. Aber man wisse natürlich auch, dass man sich darauf nicht ausruhen dürfe. "Letztendlich geht es darum, genügend Punkte für den Klassenerhalt zu holen - das ist unser großes Ziel."

Anstoß Los geht's heute, 19 Uhr im Ostseestadion. Die Partie steht unter der Leitung von Schiedsrichter Patrick Schult (SC Osterbek).

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