Seele des Vereins mit 70 noch am Ball

Sie war lange als Trainerin tätig, hat den Verein als Präsidentin geführt und als Geschäftsstellenleiterin des BSV die organisatorischen Fäden geknüpft.

Zwickau.

Wenn in Zwickau von Isabella Glaser die Rede ist, wissen nicht nur Handballkenner, dass es um den BSV Sachsen Zwickau gehen muss. "Isa ist die Leitfigur, kann man sagen. Sie ist tief im Verein verwurzelt. Ohne sie wäre gar nicht vorstellbar, dass der BSV existiert", erklärt Präsident Winfried Hermann, der ihr hohes fachliches Wissen und ihr sachlich-korrektes Auftreten schätzt. Heute begeht Isabella Glaser ihren 70. Geburtstag.

Die gebürtige Auerin kam relativ spät zum Handball. Seit dem 12. Lebensjahr spielte sie bei Wismut, erhielt als B-Jugendliche Einladungen in die Bezirksauswahl. 1964 holte sie der Zwickauer Trainer Herbert Lang zur BSG Aktivist "Karl Marx", wo sie unter anderem ein Jahr lang mit Kristina Richter (geborene Hochmuth), der späteren dreifachen Weltmeisterin und zweifachen Olympiamedaillengewinnerin, zusammen spielte.

1980 beendete Glaser ihre aktive Laufbahn. Die gelernte Elektromonteurin blieb dem Handball aber als Übungsleiterin bei der BSG Sachsenring und nach der Wende beim BSV Sachsen treu. Im Handballverband Sachsen war sie als Auswahltrainerin, Mädchenwart, Mitglied der Technischen Kommission und des erweiterten Präsidiums sowie als Staffelleiterin tätig. Unbestritten ihr größter Erfolg als Trainerin: 1994 führte sie die Zwickauer A-Jugend (u. a. mit Nadja Rommer, Antje Voltz, Anke Schulz, Sandra Steudemann, Marleen Zippel, Isabel Henker) in der ausverkauften Halle von Tarp zum umjubelten Titelgewinn bei der deutschen Meisterschaft.

Ende Januar 1995 trat Isabella Glaser die Nachfolge des Vereinspräsidenten Dieter Bretschneider an, ehe Winfried Hermann sie im März 1997 auf dem Posten ablöste. Seitdem fungiert sie als Geschäftsführerin bzw. Geschäftsstellenleiterin, unterbrochen nur von einer längeren krankheitsbedingten Pause.

Nicht zu vergessen: Zwischendurch sprang sie auch als Trainerin der ersten Mannschaft ein (Oktober 2004 bis November 2005). "Sie ist eigentlich die Seele des Frauenhandballs in Zwickau", urteilt Isabel Stegert. "Sie hatte als Trainerin maßgeblichen Anteil daran, dass ich mich weiterentwickelt habe. Sie hat mir immer viel Vertrauen entgegengebracht, das spürt man, und das hat mir gutgetan." Nicht nur handballerisch, auch privat sei Glaser stets eine sehr große Stütze gewesen, erzählt die 33-Jährige. "Für mich ist sie immer jemand gewesen, an den ich mich wenden konnte, wenn ich einen Rat gebraucht habe oder Sorgen hatte. Sie hatte stets ein offenes Ohr. Und immer eine gute Idee, wie ich an bestimmten Stellen, wo ich mich gefühlt in einer Sackgasse befunden hatte, weitermachen konnte."

Persönliche Glückwünsche zu ihrem heutigen "70." kann die Jubilarin nicht entgegennehmen. Sie verbringt derzeit ihren Urlaub. Der Verein und die Mannschaft haben ihr per Facebook gratuliert. Nach Isabella Glasers Rückkehr werden garantiert noch Präsente nachgereicht.

Ans Aufhören hat sie schon gedacht. Bisher fand sich aber niemand, der in der Lage wäre, die großen Fußstapfen auszufüllen. Isabella Glaser hinterlässt ihrem Nachfolger mit dem BSV Sachsen nichts Geringeres als ihr Lebenswerk.

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