Werbung/Ads
Menü

Themen:

Turnweltmeisterin Pauline Schäfer präsentiert die Siegerkrone aus Meißner Porzellan. Sie gewann mit großem Vorsprung bei den Damen vor Kanutin Tina Dietze und Sprinterin Rebekka Haase. Die 21-jährige Schwebebalken-Weltmeisterin bekam 39,8 Prozent aller Stimmen.
 

Weltmeisterin begeistert auch auf der Bühne

Turnerin Pauline Schäfer vom TuS Chemnitz Altendorf wurde erstmals als Siegerin geehrt. Kombinierer Eric Frenzel gewann indes zum vierten Mal in Folge. Gleich zweimal stand Fußball-Bundesligist RB Leipzig im Fokus.

Von Martina Martin (Text) und Kristin Schmidt (Fotos)
erschienen am 07.01.2018

Dresden. In ihrem raffinierten schwarzen Abendkleid und der begehrten Krone aus Meißner Porzellan in der Hand stand Pauline Schäfer auf dem Podium im Dresdner Congress-Center und nutzte gern die Gelegenheit, ein paar Worte an die rund 1100 Gäste zu richten. Zuallererst bedankte sie sich bei Gabi Frehse. "Wenn mich meine Trainerin nicht täglich durch die Halle scheuchen würde, wäre ich nie Weltmeisterin geworden. Ich brauche diesen Antrieb einfach", meinte die 21-Jährige. Dann nutzte sie spontan die Gelegenheit, um den anwesenden Verantwortungsträgern und Politikern eindringlich nochmals klar zu machen, wie wichtig der geplante Anbau der Turnhalle im Sportforum ist. "Es soll doch in Chemnitz mit dem Turnen so weitergehen", ergänzte sie. Wie zur Bestätigung gab es für ihren Verein, den TuS Altendorf, am Sonnabendabend noch einen weiteren Grund zum Jubeln. In der Mannschaftswertung kam das Bundesligateam auf den dritten Rang.
Zudem trat Pauline Schäfer, die bei der WM in Montreal sensationell Gold am Schwebebalken erkämpft hatte, die Nachfolge ihrer Gefährtin Sophie Scheder bei den Damen an. Die Olympiadritte von Rio 2016 am Stufenbarren verfolgte das Geschehen nur als Zuschauern, da sie wegen einer Knieoperation keine Wettkämpfe bestritt. Doch um Mitternacht stand sie dennoch im Fokus, als ihr mit einem Ständchen und Blumen zum 21. Geburtstag gratuliert wurde. "Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei", zeigte sich die Gerätkünstlerin optimistisch. Bei der Sportgala 2017 durfte sie darüber hinaus gemeinsam mit Gabi Frehse, die als "Trainerin des Jahres" geehrt wurde, die Siegertrophäen in Empfang nehmen.

Dreispringerin Kristin Gierisch (l.) und ihr Freund Philipp Erfurth hatten gemeinsam mit Sprinterin Rebekka Haase (r.) und deren Freund Florian Handt Spaß am Tischkicker.
 

Die weltweit anerkannte Fachfrau genoss die feierlichen Momente im Publikum. Natürlich hatte sie auf den Erfolg ihrer Meisterschülerin gehofft, doch von der Souveränität zeigte sie sich überrascht. Immerhin konnte Pauline Schäfer fast 40 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen, die Zweitplatzierte, Kanu-Vizeweltmeisterin Tina Dietze aus Leipzig, folgte mit zwölf. "Es ist für mich nach wie vor unglaublich, was wir als Team schaffen. Das hätte ich mir nie vorstellen können. Ich bin stolz, dass ich das erleben darf", wertete die 57-Jährige und fügte hinzu: "Jedes Mal denke ich, es geht nicht mehr zu toppen." Und ein Ende ist nicht abzusehen. Ihre beiden Auswahlathletinnen, die mit ihren Erfolgen jeweils deutsche Durststrecken über Jahrzehnte hinweg beendeten, wollen in der neuen Saison nun wieder gemeinsam bei den internationalen Höhepunkten EM und WM durchstarten. "Außerdem haben wir einen tollen Nachwuchs, der sehr fleißig ist", berichtete die Chemnitzerin. Zur Gruppe am Stützpunkt um ihre Asse herum gehören derzeit 15 Turnerinnen aus ganz Deutschland, zwölf von ihnen sind im Bundeskader, vier visieren die Junioren-EM an.Gabi Frehse freut sich zudem auch darüber, wie sich ihre jungen Damen bei eben solchen Anlässen präsentieren, in ihre neuen Rollen hineinwachsen und so auch beste Werbeträgerinnen für ihren so wunderschönen Sport sind. Pauline Schäfer beantwortete auf der Bühne schlagfertig und humorvoll die Fragen von Moderator Marc Huster, bewältigte den folgenden Interview-Marathon lächelnd und charmant. Inzwischen besitzt sie seit ihrem Triumph nun bereits einige Erfahrungen. Sie schlug sich ebenso wacker bei der Ehrung als Zweitbeste bei der Sportlerwahl von Deutschland oder bei der Gala des Saarlandes, aus dem sie stammt und in dem sie schon dreimal als Nummer eins gefeiert wurde. Auch zahlreiche andere Termine im Fernsehen oder bei Veranstaltungen meisterte sie bisher mit Bravour. "Diese Ehrungen sind etwas ganz Besonderes für mich, einfach cool", meinte die WM-Dritte, die auch schon mehrfach spürte, dass ihr Bekanntheitsgrad gestiegen ist. So erzählte sie im Gespräch mit "Freie Presse", dass sie von einem Möbelhaus in Österreich für einen Werbespot ausgewählt wurde. Kürzlich signalisierte ihr an einer Ampel im Auto nebenan ein junger Mann seinen Autogrammwunsch, erhält sie diesbezüglich täglich Anfragen.

Moderator Marc Huster gratuliert Turnerin Sophie Scheder um Mitternacht zu ihrem 21. Geburtstag.
 

Mit Beginn des neuen Jahres ist sie nun in ihren normalen Alltag zurückgekehrt. Diesen bestimmen das harten Training und die Abendschule, an der sie den Abiturkurs belegt. In den nächsten Monaten sind keine Wettkämpfe geplant, auch der Weltcup in Stuttgart Ende März findet ohne sie statt. "Ich muss konditionell fit werden, will meine Übungen weiter aufstocken und vielleicht erneut ein neues Element probieren. Das braucht Zeit", begründete Pauline Schäfer, die sich für die Zukunft noch einige Wünsche erfüllen möchte und dann sicher auch nichts gegen eine zweite Krone hätte.

Frank ErlbeckFrank Erlbeck - Gabi Kohlisch mit ihrem Neffen Martin, ein junger Gewichtheber.

Foto: Kristin Schmidt

Premierensiegerin ehrt Nachfolger

Mehrfache Weltmeisterin Gabriele Kohlisch erstmals Laudatorin

Es hat sich zu einer schönen Tradition entwickelt, dass ehemalige Umfragesieger als Laudatoren ihrer Nachfolger während der Gala auftreten. Zum Jubiläum, der 25. Auflage, lag es nahe, dafür die Premierensiegerin von 1993 zu engagieren. Gabi Kohlisch, die in ihrer außergewöhnlichen Laufbahn Weltmeisterin im Rennrodeln und im Bob wurde, lüftete das Geheimnis bei den Männern. Da Kombinierer Eric Frenzel, der zum vierten Mal in Folge triumphierte, nicht anwesend sein konnte, übergab sie die Krone an dessen Heimtrainer Frank Erlbeck. "Das war eine emotionale Geschichte für mich. Wir kennen uns sehr lange. Denn als ich in Oberwiesenthal trainierte, arbeitete er schon als Trainer", meinte die heute 54-Jährige voller Hochachtung.

Frank Erlbeck - Heimtrainer von Kombinierer Eric Frenzel

Foto: Kristin Schmidt

Sie selbst hatte dreimal hintereinander die Wahl gewonnen, 1994 sogar vor Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt, die damals ihr Comeback feierte. "Da war ich schon stolz", bekannte Gabi Kohlisch, die 2001 ihre Karriere beendete. Beruflich ist sie für die Sportausbildung der Offiziersanwärter an der Marineschule Mürwik nahe Flensburg tätig. Bei der Gala gehört sie wie viele ehemalige Asse zu den Stammgästen. Dieses Mal brachte sie ihren 13-jährigen Neffen Martin, ein hoffnungsvoller Nachwuchsgewichtheber beim Chemnitzer AC, mit. "Ich will ihm eine zusätzliche Motivationsspritze für seine weitere Laufbahn geben."

Frank Erlbeck, Trainer des Jahres 2014, berichtete indes, dass nach dem ausgefallenen Weltcup in Otepää auch ein Start seines Schützlings beim Continentalcup in Klingenthal in Erwägung gezogen wurde. Da hätte Eric Frenzel sicher anreisen können. Aber es gab für die deutschen Kombinierer eine andere Entscheidung, sie trainierten mit den Österreichern, führten interne Wettkämpfe durch. (mm)



Foto: Kristin Schmidt

Fußballvereine spenden für Sächsische Sporthilfe

Eine Premiere gab es beim "Trainer des Jahres": Mit Ralph Hasenhüttl (Foto) von RB Leipzig erhielt in der Geschichte der Gala erstmals ein Österreicher diese Auszeichnung nach einer Umfrage unter Sachsen Sportjournalisten. "Ich fühle mich geehrt", meinte der Coach, der sich beeindruckt von den vielen Weltklasseleistungen der sächsischen Athleten zeigte. Deshalb entschied er sich spontan, 1000 Euro für die Sächsische Sporthilfe zu spenden.

Mit einigen seiner Spieler wurde Ralph Hasenhüttl später nochmals auf die Bühne gerufen, denn der Bundesligist gewann erstmals die Mannschaftswertung. Seine Jungs schlossen sich dabei ihrem Coach an und erhöhten die Spende auf 10.000 Euro.

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden, Sieger 2016, hatte zuvor ebenfalls 10.000 Euro für die Sporthilfe, die ausschließlich dem Nachwuchs vorbehalten ist, gespendet. Während der Ehrung für die besten Talente übergab Präsident Andreas Ritter den Erlös von zwei Benefizspielen.

Sprinterin Rebekka Haase vom LV Erzgebirge freute sich riesig über ihren dritten Platz. "Damit hatte ich unter den Topathletinnen nicht gerechnet. Schön, dass meine Leistungen so wahrgenommen werden, eine tolle Wertschätzung", meinte die 25-Jährige, die 2017 Team-Europameisterin, mit der Staffel WM-Vierte und Siegerin bei den World Relays wurde.

Der Schützling von Trainer Jörg Möckel genoss mit ihrem Freund Florian Handt, 400-m-Hürdenläufer im gleichen Verein, erstmals die Gala- Atmosphäre. Zuletzt war sie zur gleichen Zeit stets im Trainingslager. Der dieses Mal frühe Termin ließ eine Teilnahme zu. Am Sonntag flog Rebekka Haase, die als nächstes die Hallen-EM anvisiert, zum Lehrgang nach Teneriffa.

Das Chemnitzer Autohaus Schloz und Wöllenstein, das mehrere Spitzenathleten unterstützt, wurde für sein Engagement als "Förderer des Jahres" geehrt. (mm)

Stimmen

"Wenn mich meine Trainerin nicht täglich so durch die Halle scheuchen würde, wäre ich nie Weltmeisterin geworden. Ich brauche diesen Antrieb. Danke Gabi." Turnerin Pauline Schäfer während ihrer kleinen Ansprache

"Als Nationaltrainer habe ich doch nur acht Spiele im Jahr. Das ist mir zu wenig. Ich hoffe, dass ich in der wunderschönen Stadt Leipzig noch lange Jahre Trainer sein darf." RB-Coach Ralph Hasenhüttl auf die Frage, ob er sich den Job als Bundestrainer vorstellen könnte.

"Da haben wir vom Wetter her alles getan, dass der Weltcup in Otepää ausfällt und Eric Frenzel bei uns sein kann. Es hat leider nicht geklappt." Moderator Marc Huster bei der Übergabe des Siegerpreises an Trainer Frank Erlbeck

"Zwei dritte Plätze an einem Tag, das ist super. Ich bin sehr glücklich. Vielen Dank allen." Eissprinter Nico Ihle, nachdem er über "Freie Presse" von seinem dritten Platz erfahren hatte.

Ergebnisse: Die sächsischen Sportler des Jahres

Sportlerinnen

    1.    Pauline Schäfer    TuS Chemnitz-Altendorf, Kunstturnen    39,8%

    2.    Tina Dietze    SG LVB Leipzig, Kanurennsport    12,1%

    3.    Rebekka Haase    LV Erzgebirge, Leichtathletik    10,8%

    4.    Kristin Gierisch    LAC Chemnitz, Leichtathletik    8,0%

    5.    Tina Punzel    Dresdner SC, Wasserspringen    6,6%

    6.    Steffi Kriegerstein    KC Dresden, Kanurennsport    5,7%

    7.    Melanie Gebhardt    SC DHfK Leipzig, Kanurennsport    5,3%

    8.    Andrea Herzog    Leipziger KC, Kanuslalom    4,5%

    9.    Annekatrin Thiele    SC DHfK Leipzig, Rudern    4,2%

    10.    Louisa Stawczynski    Dresdner SC, Wasserspringen    3,1%

Sportler

    1.    Eric Frenzel    WSC Oberwiesenthal, Nord. Kombination    26,9%

    2.    Tom Liebscher    KC Dresden, Kanurennsport    15,7%

    3.    Nico Ihle    Chemnitzer SG, Eisschnelllauf    12,1%

    4.    Björn Kircheisen    WSV Johanngeorgenst., Nord. Kombination    8,9%

    5.    Sascha Klein    Dresdner SC, Wasserspringen    8,1%

    6.    Martin Schulz    BV Leipzig, Paratriathlon    7,2%

    7.    Peter Kretschmer    SC DHfK Leipzig, Kanurennsport    6,4%

    8.    Axel Jungk    BSC Oberbärenburg, Skeleton    5,8%

    9.    Joachim Eilers    Chemnitzer PSV, Bahnradsport    4,8%

    10.    Max Poschart    TC Nemo Plauen, Tauschsport    4,2%

Mannschaften

    1.    RB Leipzig    Bundesliga, Fußball    20,6%

    2.    Team Francesco Friedrich    BSC Oberbärenburg, Bob    15,6%

    3.    TuS Chemnitz-Altendorf    Bundesliga, Turnen, Frauen    15,1%

    4.    SC DHfK Leipzig    Bundesliga, Handball, Männer    10,8%

    5.    Tim Sebastian/Michail Kraft    Dresdner SC/SC Riesa, Sportakrobatik    8,2%

    6.    Dresdner SC    Bundesliga, Volleyball, Frauen    8,2%

    7.    Team Nico Walther    BSC Oberbärenburg    6,2%

    8.    Tina Punzel/Friederike Freyer    Dresdner SC/DHfK Leipzig, Wasserspringen    5,6%

    9.    BFV Ascota Chemnitz    Bundesliga, Goalball    5,2%

    10.    JC Leipzig    Bundesliga, Judo, Männer    4,6%

Sonderpreise
 

Trainer des Jahres    

Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig)
Förderer des Jahres   

Autohaus Schloz-Wöllenstein Chemnitz
Lebenswerk    

Dr. Eckart Henker (Ehrenpräsident Skiverband)
Nachwuchs-Förderpreis    

Andrea Herzog (Leipziger KC/Kanuslalom)
Max Gelhaar (Leipzig/Paratriathlon)
Pirnaer Ruderverein

Modus Auswahl Sportjournalisten: 50 Prozent Gewichtung

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 23.01.2018
Jens Uhlig
Polizeieinsatz in Crottendorf

Wegen eines per Haftbefehl Gesuchten hat es am Dienstag in Crottendorf einen Polizeieinsatz gegeben. ... Galerie anschauen

 
  • 22.01.2018
Jean-Christophe Bott
Mit Tauwetter steigt die Lawinengefahr in den Alpen

Zermatt/St. Anton (dpa) - Während manche Alpenorte in Österreich und der Schweiz unter Schneemassen versinken, steigt mit den Temperaturen auch in Deutschland die Gefahr von Lawinen. In den bayerischen Alpen galt am Montag die Warnstufe vier von fünf, wie es vom dortigen Lawinenwarndienst hieß. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 22.01.2018
Kay Nietfeld
SPD pocht auf Nachbesserungen in Koalitionsverhandlungen

Berlin (dpa) - Differenzen zwischen Union und SPD belasten die Koalitionsverhandlungen schon, bevor sie überhaupt begonnen haben. Die SPD bekräftigte, sie wolle in den voraussichtlich noch diese Woche beginnenden Verhandlungen über die Sondierungsergebnisse hinausgehende Punkte durchsetzen. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 22.01.2018
Rajesh Kumar Singh
Bilder des Tages (22.01.2018)

Blitzschlag, Hindus feiern Frühlingsfest, Feuerrot, Im Regen, Schnee in Tokio, Zwei Amerikaner in London, Frühlingsboten ... ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm