Wie gefährlich ist der Wolf für Nutztiere?

Bundesweit nimmt die Anzahl der gerissenen Nutztiere zu. Auch in Sachsen mehrten sich zuletzt die Fälle.

Mit der Ausbreitung des Wolfes nehmen auch wolfsbedingten Schäden zu. Das geht aus Schadensbilanz der Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW) für das Jahr 2017 hervor. Sie fasst alle gemeldeten Fälle aus den Bundesländern zusammen. Demnach stieg die Zahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr 2016 um knapp 66 Prozent auf 472. Die Zahl der dabei getöteten, verletzten oder vermissten Tiere stieg um 55 Prozent auf 1667. Am häufigsten betroffen sind Schafe. Die meisten Nutztierschäden gab es in Niedersachsen. Hier töteten oder verletzten Wölfe 551 Tiere.

Auch in Sachsen hatte es verhältnismäßig große Schäden durch den Wolf gegeben. 2017 gab es laut Kontaktbüro Wölfe 107 Meldungen von getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren. Für 2018 lagen bereits 139 entsprechende  Meldungen vor. In 87 Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 240 Tiere getötet, 54 Tiere verletzt und 28 Tiere sind vermisst. In 67 Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden.  

2019 gab es bisher 34 Meldungen von getöteten/verletzten/vermissten Nutztieren im Freistaat Sachsen. In 20 Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 62 Tiere getötet, 11 Tiere verletzt und 7 Tiere sind vermisst. In Relation zu der Anzahl Wolfsrudel steigt die Zahl der Nutztierrisse jedoch nicht dauerhaft. Die Zahl der Übergriffe ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Bisher ist kein direkter Zusammenhang zwischen der Anzahl der Rudel und der Häufigkeit von Nutztierrissen zu erkennen. Vielmehr ist entscheidend, ob ein ausreichender Schutz der Nutztiere vorhanden war.

Wölfe, die an nicht ausreichend geschützten Schafen gelernt haben, dass diese eine einfache Beute sind, können die Schäden in die Höhe treiben. Solche Tiere suchen nicht selten gezielt nach Schafen und haben gelernt, Schwachstellen von Schutzmaßnahmen auszunutzen. Diese Tiere lernen teilweise auch, die Schutzmaßnahmen zu überwinden, die in vielen Bundesländern als Mindeststandard vorgeschrieben sind, der eingehalten werden muss,

Die meisten Übergriffe  Wölfen auf Nutztiere gäbe es, wo Wölfe sich in neuen Territorien etablieren und Schaf- und Ziegenhalter sich noch nicht auf deren Anwesenheit eingestellt haben, schreibt die DBBW.  Meist würden die Schäden in diesen Gebieten nach ein, zwei Jahren zurückgehen, wenn die Tierhalter gelernt haben, mit der Anwesenheit von Wölfen umzugehen.

Schafe und Ziegen werden demnach deutlich häufiger von Wölfen getötet als größere Nutztiere wie Rinder und Pferde, die von Natur aus recht wehrhaft sind und haben oft ein ausgeprägteres Herdenverhalten aufweisen. Verluste von größeren Nutztieren kommen vor allem dort gehäuft vor, wo wilde Huftiere und Schafe selten sind, schreibt der DBBW Wenn Wölfe große Nutztiere töten, handelt es sich meist um Jungtiere oder um einzeln gehaltene Rinder oder Pferde. Einzelne Wölfe können jedoch auch lernen ausgewachsene Rinder und Pferde zu töten.
 

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