Ansturm auf Ausbildungsmesse in Chemnitz

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Bereits in den ersten Stunden haben zahlreiche Besucher das Angebot angenommen.

Chemnitz.

Mit rund 140 Ausstellern und einem vielfältigen Rahmenprogramm ist am Samstag in Chemnitz die zweitägige Ausbildungs- und Studienmesse "Mach was!" gestartet. Schon am Vormittag war die Resonanz groß, das Limit der 999 Besucher in der Messehalle zeitweise ausgeschöpft. "Wir erleben einen konstanten Besucherstrom", sagte Eventmanagerin Jeanette Perske vom Veranstalter, der Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG. 

Auf große Resonanz stieß etwa das Bühnenprogramm mit Kommunikationsexperte Robert Körner aus Pirna, der Tipps für ein selbstbewusstes Auftreten im Bewerbungsgespräch gab. Eine lange Schlange bildete sich an einem Stand für kostenlose Bewerbungsfotos. Und ausstellende Firmen zeigten sich schon nach den ersten Stunden hochzufrieden. "Wir werden überrannt", sagte Wolfram Hennig-Ruitz vom Klinikum Chemnitz, wo jährlich zwischen 80 und 120 Pflegefachkräfte, aber auch Physiotherapeuten, Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenten sowie Laborassistenten ausgebildet werden.

"Vor allem die Assistenzberufe werden sehr stark nachgefragt", sagte  Hennig-Ruitz. Am Stand des Chemnitzer Maschinenbauers Niles Simmons sagte Mitarbeiter Patrick Morgner, man habe bereits viele Gespräche geführt. "Es läuft sehr rund."  Das 350-Mann-Unternehmen bildet Mechatroniker, Elektroniker und Industriemechaniker aus und bietet auch duale Studiengänge an. Man erwarte von den Bewerbern ein Grundinteresse an Technik, etwa Hobbys wie Modellbau oder Moped schrauben. "Wir stellen fest, dass es viele Bewerber gibt, die diese Voraussetzungen mitbringen", sagte Morgner.

Grundsätzlich sprachen mehrere Aussteller von wachsenden Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden. Insbesondere nach der pandemiebedingten Pause sei die Messe ein wichtiges Forum zur Personalgewinnung, hieß es. Die Ausbildungsmesse in der Messe Chemnitz ist heute noch bis 16 Uhr und am Sonntag noch einmal von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, beim Zugang gilt die 3G-Regel.  

 

Noch nie hatten Jugendliche in Südwestsachsen so gute Chancen, einen Ausbildungs- oder Studienplatz in der Heimat zu finden. Hilfe bei der Entscheidung kann die Messe bieten. Den Unternehmen ist bewusst, dass Bewerber nicht mehr einfach zu zu ihnen finden.

Jugendliche nutzen die Messe nicht nur, um ihren zukünftigen Arbeitgeber zu finden. Fatima, Lilli und Ben (v.l.) beispielsweise informieren sich an den Ständen auch über mögliche Praktika und Nebenjobs. Dennoch haben die Achtklässer bereits Vorstellungen von ihrem Wunsch-Arbeitgeber: Sie legen Wert auf eine freundliche Kommunikation mit Angestellten und Kunden. Vorgesetzte sollten hilfsbereit und verständnisvoll sein und selbst mit anpacken. Lilli möchte mit gutem Beispiel vorangehen und später selbst einmal Chefin werden.

"Wir sind zufrieden mit dem Angebot, es ist interessanter als wir vermutet haben", sagt Susanne Teucher, die ihren Sohn Tim am Samstag auf die Messe begleitet hat. Bei Gesprächen an verschiedenen Ständen haben Tim unterschiedliche Berufsmöglichkeiten zugesagt, beispielswiese Programmierer, Uhrmacher oder Kanalbauer.

Hannes Voigtländer aus Chemnitz hatte vor dem Messebesuch am Samstag die grobe Vorstellung, Sanitäter zu werden. Nach Gesprächen mit Arbeitgebern zieht er nun jedoch auch in Betracht, Finanzwirt zu werden oder im Lebensmittelbereich zu arbeiten. "Das sind natürlich ganz andere Richtungen", so der 16-Jährige. Für seinen künftigen Arbeitgeber wünscht er sich, mit netten und zuverlässigen Mitarbeitern zusammenzuarbeiten.

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