Burgstädt soll Kunstrasenplatz und Zweifeldhalle bekommen

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Sportleitplanung sieht moderne Sportstätte samt Beachvolleyballfeld vor - Pläne für Pflegeeinrichtung gestoppt

Burgstädt.

In Burgstädt, Taura und Mühlau gibt es veraltete und kleine Turnhallen. Deshalb werden sie auf Grundlage einer Sportstättenleitplanung auf den Prüfstand gestellt. Jetzt gibt es Pläne für einen Kunstrasenplatz samt moderner Sportstätte. "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen.

Warum ist eine Sportstättenleitplanung notwendig?

Ein Ingenieurbüro aus dem Vogtland hat für die Stadt Burgstädt und die Gemeinden Mühlau und Taura ein Sportstättenkonzept erstellt. Angesichts des demografischen Wandels stellt die Verwaltungsgemeinschaft die Einrichtungen auf den Prüfstand. Auf Grundlage einer Sportstättenleitplanung soll der Bedarf ermittelt werden. Mit sechs Großspielfeldern sowie fünf Bolz- und Kleinfeldplätzen in Burgstädt, Mühlau und Taura sei der Anlagenbedarf des Breitensports zwar nummerisch gedeckt, sagt Bürgermeister Lars Naumann. Aber trotz des Überhanges existiere kein Platz, der ganzjährig als Ausweichplatz genutzt werden könne.

Gibt es neue Erkenntnisse aus dem Sportstättenkonzept?

Wie Naumann sagt, verfügt die Region über eine hohe Anzahl kleiner bis sehr kleiner Turnhallen. Aufgrund ihrer geringen Größe seien die Einrichtungen häufig nicht mehr normgerecht oder genügten nicht modernen Anforderungen. Der Stadtrat hatte im Mai 2022 beschlossen, dass der Turnverein "Vater Jahn" eine Vereinsförderung in Höhe von 220.000 Euro erhält, damit er in diesem und im nächsten Jahr einen Kunst- und Naturrasenplatz sowie ein Beachvolleyballfeld auf dem Gelände des Friedrich-Marschner-Stadions bauen kann. Der Verein ist Eigentümer der Flächen. Laut Sportstättenleitplanung wird ein ganzjährig bespielbarer Sportplatz dringend gebraucht. Der Stadtrat steht voll hinter dem Projekt, für das etwa 1,1 Millionen Euro investiert werden sollen. Die Kosten sollen auf vier Schultern lasten: Die Hälfte soll der Freistaat, je 20 Prozent der Landkreis Mittelsachsen und die Stadt Burgstädt sowie ein Zehntel der Verein in Form von Eigenleistungen tragen. Auch mit Spenden- und Sponsorengeld wird gerechnet.

Wie laufen die Planungen für den Sportstättenkomplex?

Eine Bauvoranfrage an das Landratsamt Mittelsachsen ist laut Naumann gestellt. Bei einer Vorprüfung hätten beispielsweise Fragen des Denkmalschutzes (Blickkontakt zum Taurasteinturm) sowie Umwelteinflüsse und Parkplatzsituation geklärt werden müssen. Es seien Zeichnungen und Finanzierungsmodelle bewertet worden.

Gab es Alternativen zum jetzt vorgesehenen Standort?

Im Juli 2021 wurde erstmals die Idee eines zentralen Sportkomplexes bekannt. Der Bürgermeister hatte in einer Stadtratssitzung vier mögliche Varianten für einen Standort genannt: Das waren Flächen nur am Stadion, am Sportzentrum Am Taurastein oder an der Vater-Jahn-Straße. Vierte Variante war eine Kombination aus Flächen am Stadion und an der Vater-Jahn-Straße.

Warum wurden die drei damals genannten anderen Standorte nicht weiter verfolgt?

Knackpunkt sind die Eigentumsverhältnisse. Im Eigentum des TV "Vater Jahn" ist das Stadion. Das Gelände an der Vater-Jahn-Straße gehört der Stadt Burgstädt. Betreiber des Sportzentrums Am Taurastein ist die Verwaltungsgesellschaft ABS, eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Wie Naumann jetzt auf Nachfrage sagt, sei die Fläche an der Vater-Jahn-Straße nicht weiter verfolgt worden, weil ein Investor aus Chemnitz dort eine Pflegeeinrichtung bauen wollte. Aber diese Pläne hätten sich inzwischen erledigt, weil der Investor sich für einen Standort in Mühlau entschieden habe. Ob dort gebaut wird, sei bisher nicht bekannt, hieß es auf Rückfrage.

Welche Planungen ergeben sich weiterhin aus dem Konzept?

Das Konzept ergab, dass es in der Verwaltungsgemeinschaft eine Einfeldhalle zu viel und eine Zweifeldhalle zu wenig gibt. Kleine Hallen wie die in Taura, die Albertsburg und die Halle an der Turnerstraße werden weiterhin für den Schulsport benötigt. Aber es gibt Überlegungen, eine neue Zweifeldhalle zu bauen.

Wohin könnte die neue Zweifeldhalle gebaut werden?

Da die Sporthalle nicht nur von Vereinen genutzt werden soll, sondern auch dringend für den Schulsport des Gymnasiums, der Förderschule und des Beruflichen Schulzentrums notwendig ist, müsste der Landkreis in die Planungen einbezogen werden. Bisher könnten die kreislichen Einrichtungen auf die städtischen Anlagen zurückgreifen, erläutert der Bürgermeister. Für die Bauzeit von etwa einem Jahr müssten auch Ausweichhallen gefunden werden, so Naumann. Überlegungen gibt es beispielsweise für einen Neubau am Standort der bisherigen Vater-Jahn-Turnhalle, nachdem die Pflegeheimpläne dafür gescheitert sind. bj

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