Nach Bombendrohung: "Feine Sahne Fischfilet" tritt im AJZ auf

Die Punkband "Feine Sahne Fischfilet" hat am Donnerstagabend trotz einer Bombendrohung im Alternativen Jugendzentrum AJZ auftreten können. Nachdem Beamte das Gebäude durchsucht hatten, wurde das AJZ nach fast anderthalb Stunden wieder freigegeben. Verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden.

Am Abend hatte zunächst die Gruppe Aktenzeichen als Vorband auf der Bühne gestanden. Dann wurden die Zuhörer - mehrere hundert Gäste - wegen der Bombendrohung gebeten, das AJZ zu verlassen.

Der Sänger von "Feine Sahne Fischfilet", Monchi, bat die Konzertgäste, Ruhe zu bewahren. Man müsse die Drohung ernst nehmen und hoffe, das Konzert nach Abschluss des Polizeieinsatzes fortsetzen zu können. Draußen spielte die Vorband Aktenzeichen weiter. Decken wurden für die frierenden Konzertgäste organisiert, die ihre Sachen nicht mit aus dem AJZ nehmen konnten.

Bereits vor dem Konzert hatte es Drohungen gegen den Träger des Alternativen Jugendzentrums AJZ gegeben. Grund: Die Punkband "Feine Sahne Fischfilet" engagiert sich gegen Rechts. Dort gilt sie als Feindbild. Vor einigen Jahren war die Band wegen Gewaltaufrufen gegen Polizisten im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern genannt worden. Mittlerweile taucht sie darin aber nicht mehr auf. In einer geschlossenen, rechtsradikalen Gruppe auf Facebook war vor dem Konzert dazu aufgerufen worden, das Konzert zu verhindern, auch mit Einsatz von Gewalt.

"Feine Sahne Fischfilet" stand in den vergangenen Monaten verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Sie spielte beim Konzert "#wirsindmehr" am 3. September in Chemnitz, wofür es auch Kritik gab, weil die Band zu extrem sei. Große Aufmerksamkeit erhielt die Band im Oktober. Das ZDF hatte sie eingeladen, am 6. November in der Reihe "zdf@bauhaus" aufzutreten. Nachdem rechte Gruppen gegen das Konzert protestierten, lehnte die Stiftung Bauhaus Dessau die Veranstaltung Mitte Oktober ab, weil man "unpolitisch" sein wolle. Das löste bundesweite Kritik aus. Die Band fand schließlich einen Auftrittsort im "Brauhaus" Dessau.

Die Drohungen gegen das AJZ wecken Erinnerungen an einen Vorfall Anfang der 2000er-Jahre. Damals hatte eine Gruppe von Rechtsradikalen ein Konzert der Punkband "Die Kassierer" überfallen. Es soll 30 Verletzte gegeben haben.

Bewertung des Artikels: Ø 4.4 Sterne bei 10 Bewertungen
6Kommentare
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  • 11
    11
    cn3boj00
    16.11.2018

    @Hinterfragt: Sie glauben wohl allen ernstes, dass - nachdem über Fakebook Rechte zur Verhinderung des Konzerts aufgerufen haben - die Bombendrohung von einer besorgten Mutter kam , die bloß Angst davor hat sich dass ihr Junge radikalisiert?

  • 14
    15
    Hinterfragt
    16.11.2018

    @SimpleMan; Dann behaupte ich mal auch ganz einfach:
    Die Bombendrohungen an's Jugendamt kamen von frustrierten Linksalternativen ...

  • 10
    16
    Hinterfragt
    16.11.2018

    @cn3boj00;
    Darf ich mir Ihre Glaskugel mal für die Lottozahlen am WE leihen?

  • 11
    18
    Blackadder
    16.11.2018

    Diese Band verdankt einen großen Teil ihres derzeitigen großen Erfolges ihren Kritikern. Vielen Dank dafür!

  • 18
    15
    cn3boj00
    15.11.2018

    Ich finde es schlimm, wie Nazis und ihre Freunde inzwischen die Stadt unter Kontrolle bringen wollen. Inzwischen schrecken sie vor nichts mehr zurück. Und es gibt immer noch "besorgte" Bürger, die so etwas vermutlich gut finden? Jedenfalls tragen sie dazu bei, dass so etwas heute passieren kann.

  • 13
    17
    SimpleMan
    15.11.2018

    Aha, rechte Sittenwächter wollen wohl beeinflussen, was man hören darf und was nicht.



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