Feine Sahne Fischfilet äußern sich zum Verfassungsschutzbericht Sachsen

Chemnitz/Dresden.

Die Band Feine Sahne Fischfilet hat sich zum sächsischen Verfassungsschutzbericht geäußert, in dem sie als "linksextremistische" Band erwähnt wird. Der Verfassungsschutz hatte den Auftritt der Band beim Chemnitzer "Wir sind mehr"-Konzert als Beispiel dafür genannt, wie linksextremistische Bands ihre politischen Inhalte bei nicht-extremistischen Veranstaltungen verbreiten. "Wir bekennen uns dazu, dass wir in Chemnitz 64.000 Menschen aufgefordert zu haben ,Alerta Antifascista‘ zu rufen", schreibt die Band in einem Statement, das am Donnerstagnachmittag bei Facebook veröffentlicht wurde. "Wir bedauern es, dass wir nicht zwischen allen Liedern die Auflösung des Verfassungsschutzes gefordert haben." Und weiter: "Wir lassen uns von einer Behörde, die die Aufklärung des NSU-Komplex behindert und verhindert hat, nichts sagen." Man freue sich darauf, am 6. Juli in Dresden zu spielen.

Der sächsische Verfassungsschutz steht wegen der Erwähnung des Konzerts seit Dienstag stark in der Kritik. Der Chef der Linken-Landtagsfraktion, Rico Gebhardt, nannte mit Blick auf den gesamten Bericht den Verfassungsschutz "hoch problematisch". Das Landesamt müsse aufgelöst werden. Die Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping, schrieb bei Twitter: "Sachsens Verfassungsschutz ist nicht zu retten." Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir äußerte: "Wer bei ,Nazis raus‘ und ,Wir sind mehr‘ aus Extremismus verweist, hat seine Aufgabe nicht verstanden." SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil machte deutlich, dass "friedlicher Protest mit so vielen Menschen" nicht kriminalisiert werden dürfe.

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Der sächsische Geheimdienst verteidigte sein Vorgehen: "Aufgabe des Verfassungsschutzes ist es gerade, über das Bestreben von Extremisten zu berichten, in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen und dort für Akzeptanz und Toleranz der eigenen menschenfeindlichen Ideologie zu werben", heißt es in einer Stellungnahme, die das Landesamt am Mittwoch online veröffentlichte. "In diesem Zusammenhang war der sächsische Verfassungsschutz geradezu verpflichtet darauf hinzuweisen, dass die Großveranstaltung in Chemnitz mit ihrem unterstützenswerten Anliegen in einzelnen Fällen für extremistische Agitation benutzt wurde."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Innenminister Roland Wöller (beide CDU) hatten dagegen Kritik am Geheimdienst zurückgewiesen. Sie machten deutlich, dass nicht das Konzert als solches als linksextremistisch eingestuft wurde. "Ich war und bin beeindruckt und voller Anerkennung für diese Initiative!", schrieb der Regierungschef. Die Textpassagen im Verfassungsschutzbericht "bewerten weder Veranstaltung noch Veranstalter." Der Innenminister dankte den Konzertbesuchern, "die an diesem Tag in Chemnitz Haltung gezeigt haben". (kok)

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3Kommentare
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  • 10
    6
    Lesemuffel
    16.05.2019

    Oh je, nun heult die gesamte linksgrünorientierte Szenen, weil wohl ihr Aushängeschild vom VS als das bezeichnet worden ist, was sie ist: Schlicht und einfach dazu da, auf Krawall zu bürsten. Das tat weh. Sofort die Forderung den VS aufzulösen. Geht's noch?

  • 22
    10
    Ebersdorfer
    16.05.2019

    Die Äußerungen der Band zeigen doch überdeutlich, dass der sächsische Verfassungsschutz mit seinem Bericht gar nicht mal so falsch liegt.

  • 20
    10
    16.05.2019

    Das könnte denen so passen das man den Verfassungsschutz auflöst.



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