Prozess gegen Chemnitzer Reifenstecher beginnt

Lange Zeit blieb der Täter ein Phantom, nun beginnt der Prozess gegen den Chemnitzer Reifenstecher. Seine Straftaten haben in der Stadt für erhebliches Aufsehen gesorgt. Die Ermittler gehen von 300 Fällen und 40.000 Euro Schaden aus.

Fast zwei Jahre, nachdem er der Polizei ins Netz ging, muss sich der mutmaßliche Reifenstecher von Chemnitz übernächste Woche vor Gericht verantworten. Angeklagt ist laut Staatsanwaltschaft ein Ungar Ende 50, der seit Langem in Chemnitz lebt. Er soll über mehr als zwei Jahre hinweg immer wieder Reifen von Autos zerstochen haben - bevorzugt von Falschparkern oder Fahrzeughaltern, die er dafür hielt. Die Ermittler gehen von insgesamt mehr als 300 Fällen und einem Gesamtschaden von 40.000 Euro aus. Die Straftatenserie hatte in Chemnitz für erhebliches Aufsehen gesorgt. Lange Zeit blieb der Täter ein Phantom, bis er eines Nachts auf frischer Tat gestellt wurde.

Für das Verfahren am Landgericht Chemnitz sind nach Justizangaben nur zwei Verhandlungstage angesetzt. Dabei sollen acht Zeugen und ein Sachverständiger gehört werden. Die Ermittlungen in dem Fall hatten sich aufgrund des mit ihnen verbundenen kriminaltechnischen Aufwandes über eine vergleichsweise lange Zeit hingezogen. Zur Beweisführung mussten Hunderte von Einstichstellen abgeglichen werden, erläutert eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nachdem Ende vergangenen Jahres die Anklageschrift schließlich vorlag, verhinderten zuletzt coronabedingte Einschränkungen bei der Justiz eine Ansetzung des Strafprozesses. Über Wochen hinweg hatte das Gericht nahezu ausschließlich Fälle bereits inhaftierter Straftäter verhandelt. (micm)

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.