Spieler schlägt Trainer: Fußballpartie in Klaffenbach abgebrochen, Nachspiel vor Gericht

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Ein Punktspiel in Klaffenbach endete im Tumult. Ein Spieler holte aus zum Faustschlag - gegen einen Trainer seines Ex-Vereins.

Chemnitz.

Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz an der Adorfer Straße in Klaffenbach. Der örtliche FSV Grün-Weiß kickt gegen den FC Stollberg um Punkte in der Landesklasse. Kurz vor dem Pausenpfiff, wird es an der Außenlinie noch mal hektisch. Ein Klaffenbacher steigt volle Kanne gegen einen Gegenspieler ein - und hat pures Glück, dass seine Grätsche ihn nicht verletzt.

Platzwunden im Gesicht

Trainer und Offizielle der Gäste sind angesichts des gefährlichen Spiels außer sich und gehen am Rande des Feldes auf den Klaffenbacher los. Als das Rudel sich wenig später auflöst, hat der Co-Trainer der Stollberger Platzwunden im Gesicht - Folgen eines gezielten Faustschlags des Klaffenbachers.

Es folgte ein Strafbefehl über 1800 Euro

Die Partie wurde an jenem 27.März nicht wieder angepfiffen. Ein Nachspiel gab es am Dienstag auf neutralem Platz - am Amtsgericht Chemnitz. Dort musste sich der Spieler der Grün-Weißen wegen seines Faustschlags verantworten. Der Vorwurf: Körperverletzung. Einen im Sommer ergangenen Strafbefehl über 1800 Euro hatte er nicht akzeptieren wollen. Deshalb landete der Fall nun vor Gericht.

Angeklagter sprach von Notwehr

Er habe nur aus "Notwehr" ausgeholt, schilderte der 33-Jährige dem zuständigen Richter. Denn der Co-Trainer der Stollberger habe ihn in seiner Wut über das Foulspiel gegen den Hals geschlagen. Ob dem so war oder nicht, ließ sich letztlich nicht aufklären. Obwohl mehrere Zeugen aus den Reihen der Klaffenbacher diese Version mehr oder weniger bestätigten, widersprachen sie sich in entscheidenden Details. Das Argument "Notwehr" wollte das Gericht jedenfalls nicht gelten lassen. Am Ende des Prozesses gab es kein Urteil, sondern einen Beschluss: Das Verfahren wird ohne Schuldspruch eingestellt, die 1800Euro muss der Angeklagte dennoch zahlen - an einen gemeinnützigen Verein.

Foulspiel hatte offenbar Vorgeschichte

Dass die Stollberger derart emotional auf das robuste Agieren des Klaffenbacher Sportskameraden reagierten, hatte indes offenbar nicht nur mit dessen rüdem Einsteigen zu tun, sondern nicht zuletzt auch mit der sportlichen Vergangenheit des 33-Jährigen. Vor seinem Wechsel zum FSV Grün-Weiß war er zwei Jahre selbst für den FC Stollberg aktiv gewesen. Noch heute sei er mit einigen aus dem Verein enger befreundet, sagte er.

Ironie am Rande: Sowohl Klaffenbach als auch Stollberg sind mittlerweile aus der Landesklasse abgestiegen und kicken nun eine Spielklasse tiefer - in getrennten Ligen.

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