Team P & S Metalltechnik dominiert die Erzgebirgsrundfahrt - Tom Lindner gewinnt

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Auch der kräftige Regen hielt die Sportler nicht davon ab, kräftig in die Pedalen zu treten.

Einsiedel.

Als Tom Lindner nach viereinhalb Stunden und fast 170 Kilometern im Sattel vor dem Einsiedler Brauhaus nach seinem Triumph vom Rennrad stieg, war ihm nicht anzusehen, welche Schwerstarbeit er zuvor mit seinen Mannschaftskollegen vom Team P & S Metalltechnik verrichtet hatte. Vielmehr schien es, als sei er nur locker eine Runde um den Chemnitzer Schloßteich geradelt. Doch tatsächlich hatte er mehr als 3000 Höhenmeter in den Beinen, zudem sorgten mehrfach starke Regenschauer für komplizierte Verhältnisse. Allerdings hatten sich diese Anstrengungen für die Sportgruppe, deren Hauptsponsor in Oederan zu Hause ist, mehr als gelohnt: Tom Lindner gewann die 41. Auflage der Erzgebirgsrundfahrt nach einer
Solofahrt auf den letzten Kilometern. Er besaß elf Sekunden Vorsprung auf Luca Dreßler (Lotto-Kern Haus) und 24 auf seinen Teamgefährten Dominik Röber.

"Ich bin echt happy! Es ist für mich der erste Sieg in diesem Jahr", strahlte der 20-Jährige, der aus Niedercrinitz bei Zwickau stammt und einst an der Sportoberschule Chemnitz lernte. Sein Chef Lars Wackernagel hatte vor dem Start des Radklassikers seine Jungs so eingestellt, dass sie wie 2019 (damals gewann John Mandrysch vor Röber) erneut um den Sieg mitfahren. "Trotz aller Zuversicht sind wir mit Demut ins Rennen gegangen. Doch unsere Taktik ging am Ende auf", freute sich der 46-Jährige, selbst als Aktiver einst unter anderem Etappensieger der Friedensfahrer. Aber auch Röber hatte Grund zum Jubeln. "Der Sieg ging an uns, dazu gab es noch einen Podiumsplatz für mich. Was will man mehr?", meinte der junge Pedaleur, der aus Reinsdorf bei Zwickau stammt. "Es war auf jeden Fall ein hartes Rennen. Wir haben dennoch unsere Taktik umgesetzt und immer wieder abwechselnd attackiert", berichtete der 21-Jährige, der seit 2010 aktiver Radsportler ist, von 2012 bis 2019 am Chemnitzer Sportgymnasium lernte und bei Steffen Haslinger am Stützpunkt trainierte. Unmittelbar nach dem Start hatte sich eine Spitzengruppe gebildet, die bis zu fünf Minuten Vorsprung herausfuhr. "Es hatte mich überrascht, dass eine relativ große Gruppe so zeitig weg war. Aber wir haben in der dritten von insgesamt vier Runden als Team mit anderen Mannschaften die Lücke zugefahren", berichtete Lindner, der 2014 bei Lok Zwickau mit dem Radsport begann und jetzt beim SV Remse Mitglied ist. Dass es während des Rennes immer wieder kräftig regnete und das Profil der neu konzipierten Runde alles andere als einfach war, kam ihm entgegen. "Bei solchem Wetter fühle ich mich durchaus im Sattel wohl", sagte der Pedaleur, der bei der jüngsten Deutschlandtour im Konzert der Weltspitze unbekümmert mitfuhr und am Ende in der Gesamtwertung einen bemerkenswerten 14. Platz belegte. Doch diese Resultate muss sich der Fahrer, der sich im Winter auch gern einmal auf die Ski stellt, hart erarbeiten. "In der Woche trainiere ich regelmäßig zwischen 20 und 25 Stunden", verriet Lindner, der wie sein Gefährte einst in Chemnitz die Sportschule besuchte und von Bert Dressel und Haslinger betreut wurde. Lars Wackernagel weiß, dass sein Schützling sehr zügig die Berge hinauffahren kann. "Tom ist gut drauf, das hat er wieder deutlich gezeigt", schätzte sein Chef ein. Und dass der Kurs alles andere als weichgespült war, zeigte auch die Ergebnisliste. Nur rund die Hälfte der 109 gestarteten Fahrer kamen ins Ziel.

Der Verlauf des Wettbewerbs - erneut Bundesligarennen der Altersklasse U 23 - wurde auch von den Verantwortlichen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) sehr positiv aufgenommen. "Die neue Streckenführung hat mir sehr gut gefallen. Zudem verfolgten sehr viele Zuschauer das Geschehen, die Autofahrer verhielten sich während der Durchfahrt des Feldes vorbildlich", wertete Günter Schabel. Der Vizepräsident Leistungssport des BDR zählt bei der Erzgebirgsrundfahrt seit Jahren zu den Stammgästen, stellte der Eintagesveranstaltung stets beste Noten aus. Zu dieser positiven Bilanz hat auch Tom Lindner beigetragen. Am kommenden Wochenende ist er mit seinem Team bei der Sauerlandrundfahrt gefordert, im Herbst steht noch ein Rundfahrt in Kroatien an.