Überall begehrt: Neue Lehrer schließen ihre Ausbildung ab

180 Absolventen einer Lehramtsausbildung haben am Mittwoch in Chemnitz ihre Zeugnisse erhalten und treten nun den Schuldienst an. Von den 98 sogenannten "Grundständigen", also Absolventen mit herkömmlich-planmäßiger Lehramtsausbildung, haben 45 eine Stelle in Südwestsachsen angenommen. Die übrigen verlassen die Region.

Chemnitz.

Der sachsenweite Lehrermangel, dem der Freistaat unter anderem mit der Verbeamtung von Lehrern und besserer Bezahlung begegnet, trifft in der Region vor allem Grund- und Förderschulen sowie Oberschulen. Das vom Landtag im Dezember beschlossene "Handlungspaket" umfasst 1,7 Milliarden Euro. Kultusminister Christian Piwarz hob hervor, dass speziell die in Sachsen ausgebildeten Lehrer im Freistaat gehalten werden sollen.

Als "wichtig und weitsichtig" charakterisierte daher Nadja Anders, die neue Standortleiterin des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub), bei der Zeugnisausgabe in der Chemnitzer Industrieschule am Mittwoch die vor Jahren getroffene Entscheidung, in Chemnitz wieder eine Lehrerausbildung zu etablieren. Seit 2011 findet der Vorbereitungsdienst für Lehrer in Chemnitz statt.

Während die "grundständigen" Absolventen ihr Referendariat nach der Universitätsausbildung absolvieren, spielt der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst eine immer größere Rolle. So haben am Mittwoch in Chemnitz 13 Seiteneinsteiger im Bereich Grundschule ihr Zeugnis erhalten. 20 Absolventen sind nach ihrer 1. Staatsprüfung in den Schuldienst eingestiegen und absolvierten ihr Referendariat berufsbegleitend. Bei den Oberschulen stehen 23 "grundständigen" Absolventen 37 Seiteneinsteiger gegenüber. Nur in der Gymnasialstufe (58 Absolventen, davon 53 grundständige) stellen Seiteneinsteiger derzeit eine Ausnahme dar.

In der Chemnitzer Region werden weiter Lehrer für alle Schularten gesucht, so die Standortleiterin des Lasub. Ihr Sprecher Lutz Steinert sagte, jeder grundständig ausgebildete Lehrer könne in der Region sofort eingestellt werden.

Dass weniger als die Hälfte der herkömmlich ausgebildeten Lehrer nach ihrem Chemnitzer Referendariat in der Region bleiben, hängt nach Ansicht Steinerts mit unterschiedlichen Lebensentwürfen zusammen. Die Möglichkeit der Verbeamtung und die höhere Einstufung von Grundschullehrern im Tarif werde Sachsen im Bewerberrennen einen Vorteil verschaffen. In der Aula der Chemnitzer Industrieschule findet am Donnerstag ein Verbeamtungszeremoniell statt.

Der Chemnitzer Sozialbürgermeister Ralph Burghart sagte bei der Zeugnisverleihung, die Altersmischung der Absolventen sei "ja fast generationsübergreifend". Einige Absolventen hätten selbst schon Familie und nach ihrem Erstberuf einen neuen Weg eingeschlagen. Solche Seiteneinsteiger belebten ein Kollegium.

Jan Bieker, Lehramtsleiter für Sonderschulpädagogik in Chemnitz, sagte den Absolventen: "Ich entlasse Sie in den wohl schönsten Beruf der Welt!"

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