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Corona: Die Lage im Erzgebirge am Wochenende

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Erneut haben Gastronomen protestiert. In Bussen des RVE können künftig Tickets wieder beim Fahrer gekauft werden. Was Erzgebirger in Zeiten der Corona-Pandemie zum Muttertag planen - alle News zum Corona-Virus fassen unsere Redakteure hier zusammen.

Erzgebirge.

Infiziertenzahl im Erzgebirge: Die Anzahl der Corona-Infizierten im Erzgebirgskreis ist von Samstag auf Sonntag gleich geblieben. Damit gibt es 542 Fälle. Die Anzahl der Todesfälle liegt wie bereits in der Vorwoche bei 43 Verstorbenen. In Quarantäne befinden sich nach wie vor 157 Personen.

Hier geht's zu unserem aktuellen Corona-Lagebericht vom Montag

Kochen für Helden: 6 Uhr morgens und gerüstet mit scharfen Gemüseschälern hat der  Sonntag für die Mitglieder des Katastrophenschutzes Aue unter dem Dach der Johanniter-Unfallhilfe begonnen. Pünktlich gegen Mittag lag dann vor dem Haus A des Auer Helios-Klinikums der Duft deftiger Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen in der Luft. Das Essen ging Kelle für Kelle, Schüssel für Schüssel und Topf für Topf an Pflegepersonal und Ärzte über den Tresen. Die Aktion mit dem speziellen Einsatzwagen, den die Johanniter liebevoll "Bockwurstbomber" nennen, erfreute sich großer Beliebtheit.

In der mobilen Küche gaben unter anderem Dennis Seifert und Udo Helbig die Suppe an das Klinikpersonal aus. 200 Portionen suchten Abnehmer. Für die Aktion "Kochen für Helden" in Zeiten von Corona opferten die Helfer im Ehrenamt ihren Sonntag gern. "Alle freuen sich. Die Reaktionen sind durchweg positiv", sagte Seifert. Zum Nachtisch reichten die Johanniter Bananen und knackige Äpfel. "In der Suppe sind frische und gute Zutaten drin", so Helbig. Das frühe Aufstehen sei kein Problem gewesen. Im Ernstfall schauen die Katastrophenschützer schließlich auch nicht auf die Uhr. "Wir hatten in den vergangenen Wochen täglich 20 Leute aus unserem 30-köpfigen Team auf Abruf in der Bereitschaft", sagte Daniela Blume. Zum Glück, so die Pressesprecherin der Johanniter, sei die Lage nicht eskaliert. "Es gab keinen Einsatz. Aber wir wollten trotzdem etwas für jene Helden des Alltags tun, die seit Wochen unter Strom stehen." Einen großen Dank richtete sie an die Arbeitgeber der Katastrophenschützer. "Denn sie stellen unsere Leute für die Einsätze frei." Mehr dazu

Kundgebung in Schwarzenberg nach einer halben Stunde abgebrochen: Nach nur einer halben Stunde wurde am Samstag die Kundgebung in Schwarzenberg, zu der Stadtrat Jens Döbel von den Freien Bürgern Schwarzenberg (FBS) eingeladen hatte, abgebrochen. Zwei der ursprünglich fünf geplanten Redner kamen nicht mehr zu Wort. Das Landratsamt des Erzgebirgskreises hatte das Treffen auf dem Festplatz an der B 101 in Schwarzenberg unter strengen Auflagen genehmigt: maximal 50 Personen und Mindestabstände von vier Metern. Auf den Platz durfte nur, wer namentlich gelistet war.

Mit einem massiven Aufgebot sicherte die Polizei den Veranstaltungsort und die Wege dorthin weiträumig ab. Aus Richtung Ring-Center versuchten dennoch zahlreiche Bürger, in die Nähe des Festgelände zu gelangen, um zuzuhören. Das wurde allerdings durch die Polizei strikt unterbunden. Nach genau einer halben Stunde blockierten dann die zum Festplatz drängenden Zuhörer die Bundesstraße und somit den Verkehr, woraufhin der Leiter der Versammlungsbehörde den Veranstalter aufforderte, die Kundgebung abzubrechen. Was umgehend auch geschah. Die Redner, unter ihnen auch AfD-Landtagsabgordneter Thomas Thumm, kritisierten die restriktiven Maßnahmen, mit denen Bundes- und Landesregierung in der Corona-Krise agierten und sehen darin vielmehr eine bewusste Verletzung und Einschränkung der Grundrechte.

Not einer Branche steht im Fokus: Zum dritten und vorerst letzten Mal haben sich am Freitag Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter aus dem Erzgebirge getroffen, um im Rahmen der Aktion "Leere Stühle" auf die Existenznot der Branche, bedingt durch die Corona-Krise, aufmerksam zu machen. Dazu wurden diesmal auf dem Areal der Saigerhütte in Olbernhau unter dem Motto "Stille im Welterbe" von insgesamt 66 Unternehmen leere Stühle platziert. Ab Freitag dürfen sie unter Auflagen wieder öffnen. Trotzdem protestieren die Inhaber erneut. Warum?

Viel Herzlichkeit zum Muttertag: Der diesjährige Muttertag am Sonntag sollte lange in Erinnerung bleiben. Zwar sind die guten Geister der Familie tagein, tagaus für ihre Lieben auf Achse - doch in diesen Zeiten leisten sie Übermenschliches. Wie schon ihre Groß- und Urgroßmütter in schwierigen Zeiten. Zeit für einen Dank. Wegen der Corona-Schutzverordnung fallen manche Überraschungen zum Muttertag in diesem Jahr aber etwas anders aus. Vor allem für Bewohner der Pflegeheime sind die Grüße besonders wertvoll.

Zustieg in allen Bussen bald wieder vorn möglich: Ab dem Wochenende können in allen Bussen der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) wieder Fahrscheine direkt beim Fahrer gekauft werden. Die Fahrzeuge seien an einem grün-weißen Aufkleber an der Vorderseite mit der Aufschrift "Ab sofort wieder vorn einsteigen" zu erkennen.

Schulalltag in Corona-Zeiten mit Maske, Abstand und Pfeilen: Der Unterricht an den Schulen hat wieder begonnen, zumindest für einige Schüler. Seit Mittwoch gilt in Sachsen die zweite Stufe der Schulöffnung nach der Schließung aufgrund der Coronakrise. Neben den Abschlussklassen dürfen nun auch Klassen, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen, die Schule besuchen. Doch wie ist das Schulleben in den Stollberger Schulen unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften organisiert? An der Altstadtschule lernen seit Mittwoch neben den Zehntklässlern nun auch wieder die Schüler der neunten Klasse der Hauptschule. Unterrichtet werden sie in fast allen Fächern, ausgenommen ist beispielsweise Sport. Beim Betreten der Schule muss eine Maske aufgesetzt werden. "Die Schüler haben dafür von uns einmalig eine Maske bekommen", erzählt Steffen Wurm, Schulleiter der Oberschule, "Viele hatten aber schon ihre eigene mit".

Anrufen, wenn die Seele krankt: Die wochenlange Kontaktsperre hat bei vielen, vor allem allein lebenden Menschen, Spuren auf der Seele hinterlassen. "Eine diffuse Verunsicherung und Angst, selbst an dem Virus zu erkranken, macht sich bei vielen breit." Das schätzt Dr. Michal Smola, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an den Kliniken in Erlabrunn so ein. Deshalb richtet die Klinik ab Montag beginnend eine zusätzliche telefonische Sprech- und Beratungszeit für Patienten und deren Angehörige ein.

Landratsamt sucht Ärzte: Angesichts der Corona-Pandemie kam es jetzt ans Tageslicht: In Deutschland sind viele Gesundheitsämter zumeist unterbesetzt. Auch im Erzgebirgskreis ist das offenbar nicht anders, jedenfalls was Ärzte betrifft. Das bestätigte jetzt Frank Reißmann, Abteilungsleiter im Landratsamt. So gebe es "drei bis vier Planstellen, die wir seit Jahren nicht besetzen konnten". In Corona-Zeiten sei dies schon ein Problem, wenn ärztliche Entscheidungen zu treffen sind. Allerdings sei die Verwaltung bislang jederzeit in der Lage gewesen - wenn auch nur durch Anstrengungen nahe der Schmerzgrenze - alle Aufgaben zu lösen. "Wer einen Arzt-Job sucht, sollte sich bei uns melden", sagte Landrat Frank Vogel. "Wir nehmen sofort Kontakt auf."

"Sagenhafte Radtour" startet im Herbst: Der letzte Samstag im Mai steht üblicherweise im Zeichen der "Sagenhaften Radtour" in und um Kühnhaide. Doch die Corona-Pandemie zwingt die Organisatoren, die nunmehr bereits 19. Auflage zu verschieben. Die etwas andere Radsportveranstaltung, die von der Abteilung Wintersport des SV Kühnhaide in Zusammenarbeit mit der Baldauf-Villa Marienberg veranstaltet wird, verbindet alljährlich Wissen und Sport. "Doch die Corona-Krise trifft auch uns bis ins Mark", sagt Schubert, der im Verein die Langlaufgruppe leitet.

Wolkenstein sagt wegen Coronakrise Burgfest ab: Angesichts sinkender Infektionszahlen hat es inzwischen Lockerungen gegeben, doch größere Menschenansammlungen bleiben in Sachsen verboten. Aus diesem Grund muss in diesem Jahr das Wolkensteiner Burgfest ausfallen. Das sagte am gestrigen Freitag Bürgermeister Wolfram Liebing (parteilos) gegenüber "Freie Presse". Das Fest sollte zu Himmelfahrt vom 21. bis 24. Mai stattfinden.

Wenig Zulauf bei AfD-Demo in Stollberg: Die AfD hatte am Freitag um 18 Uhr zur Demonstration auf dem Stollberger Marktplatz aufgerufen. Die Kundgebung war angemeldet und unter Auflagen genehmigt worden. Mit Mindestabstand und anderen Auflagen waren bis zu 50 Personen zugelassen. Dieses Kontingent wurde auf der abgesperrten Versammlungsfläche nicht ausgeschöpft. Die Polizei sprach von rund 30 Teilnehmern. Allerdings hielten sich ungefähr ähnlich viele Menschen außerhalb der Absperrungen auf. Dort wurde zumeist kein Abstand eingehalten. Ein Moderator aus Döbeln führte durch die Kundgebung, während der AfD-Kreisvorsitzende Thomas Dietz, der Döbelner Landtagsabgeordneter Lars Kuppi und der Bundestagsabgeordnete Ulrich Oehme sich an den Corona-Regeln im Speziellen und den anderen Parteien im Allgemeinen abarbeiteten. Am Ende wurde die Nationalhymne in Stadionatmosphäre eingespielt. Laut Polizei gab es keine Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten zu verzeichnen.

Russischer Motorradclub "Nachtwölfe" gedenkt an verunglückte Bikerin in Aue: Um die 50 Motorradfahrer kamen am Freitag an das Grab von Diana Irmisch, die dem Bikerklub nahe stand. Die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkungen diesem Jahr geplante Fahrt von Moskau nach Berlin.

Karussells stehen überall still: Bei Maria Pilz und ihrem Mann Frank aus Kühnhaide ist nichts mehr wie es war: Das Schaustellerpaar wollte jetzt eigentlich samt Kinderkarussell und Eisstand in Marienberg Station machen, doch coronabedingt ist das nicht möglich. Und dem Paar geht es nicht allein so. Überall in der Branche ruht der Betrieb. "Wir hatten zum Weihnachtsmarkt die letzten Einnahmen, die Mittel sind aufgebraucht", sagt Klaus Illgen, Vorsitzender des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes.

Lohnunterschiede machen Paketzusteller wütend: Täglich zwischen 130 und 200 Pakete, zum großen Teil mit einen Gewicht von mindestens 20 Kilogramm - an sechs Tagen die Woche. Paketzustellermachen einen Knochenjob. Umso mehr in Corona-Zeiten, wo sich das Aufkommen der Pakete längst auf Vorweihnachtsniveau bewegt. 60 Frauen und Männer sind im Erzgebirge allein im Auftrag der Unternehmensgruppe Hermes im Zustelldienst unterwegs. Und manch einer von ihnen ist gerade wütend.

Gastronomen sind noch skeptisch: Ab nächste Woche Freitag dürfen Gaststätten und Restaurants wieder öffnen. Allerdings unter strengen Auflagen. Dazu gehört das teilweise Tragen von Mund- und Nasenschutz sowie ein Mindestabstand zwischen den Tischen. Mancher Restaurantbesitzer ist daher noch skeptisch, ob die Gäste unter diesen Umständen überhaupt kommen. Die Freude über die Lockerung aber teilen alle.

Von Masken zur Spende: Es fing mit einer kleinen Idee an. Im März begann Claudia Enzmann, die normalerweise Petticoats näht, aus Stoffresten Masken herzustellen. Direkte Nachbarschaftshilfe, für die die Annabergerin kein Geld verlangte. Doch da einige dennoch dafür zahlen wollten, entschied sie sich, die Einnahmen für die Tafel zu sammeln. Nach vier Wochen Dauernähen - das Projekt ist mittlerweile beendet - waren knapp 58 Quadratmeter Stoff, 1,1 Kilometer Band und 11,5 Kilometer Faden verbraucht. 1000 Masken haben Claudia Enzmann, ihre Familie und eine Helferin genäht. In dieser Woche konnte nun die Spende in Höhe von 1000 Euro an die Tafel übergeben werden. Das Geld soll unter anderem für die laufenden Kosten der Fahrzeuge genutzt werden.

Auch im Rathaus von Annaberg sind Schutzmasken erhältlich: Sie stammen aus der Hand von Erzieherinnen und Mitgliedern des Unterstützerkreises Asyl, die während der vergangenen Wochen Hunderte davon ehrenamtlich in Heimarbeit genäht haben. "Masken, die sie nicht für ihre verantwortungsvolle Notbetreuung in den Kindertagesstätten benötigen, sind für jene Bürger bestimmt, die noch nicht die Möglichkeit hatten, solche käuflich zu erwerben", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Ein solcher Mund-Nase-Schutz kann am Seiteneingang des Annaberger Rathauses an der Wolkensteiner Straße abgeholt werden. "Bürger werden lediglich gebeten, dabei eine Spende für die Arbeit in den Kindertagesstätten zu geben", so Stadtsprecher Matthias Förster. OB Rolf Schmidt würdigte die ehrenamtliche Arbeit: "Ich freue mich über diese Initiative unserer Erzieherinnen und des Unterstützerkreises Asyl. Sie unterstützt unser Bemühen, die Corona-Krise in den Griff zu bekommen und dennoch das öffentliche Leben weiter hochfahren zu können." Um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, sind die Bürger angehalten, Kontakte auf das notwendige Maß zu beschränken, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten und im öffentlichen Raum sowie in Geschäften einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Zur aktuellen Situation in der Coronapandemie informierten am Donnerstag Landrat Frank Vogel sowie Frank Reißmann, Abteilungsleiter Soziales und Ordnung. Hier können Sie die Aufzeichnung von der Pressekonferenz ansehen. Hier geht's zum Beitrag: Landrat Frank Vogel warnt Erzgebirger vor Leichtsinn

 

Fast 89-jähriger Corona-Infizierter im Pflegeheim Bethlehemstift Zwönitz zeigt keine Symptome: Lothar Brückner, fast 89 Jahre alt, kam nach einer Operation zur Pflege ins Bethlehemstift Zwönitz, als dort gerade viele Bewohner an Covid-19 erkrankten. Auch er infizierte sich, zeigte aber keinerlei Symptome. Über seine Geschichte erzählt sein Sohn Udo Brückner, Bäckermeister aus Grünhain. Jeden zweiten Tag besucht er seinen Vater. An manchen Tagen hat der Bäcker auch Kuchen bei sich - als Dankeschön für die Arbeit, die die Mitarbeiter im Pflegeheim leisten.

Lockerungen beim letzten Geleit: Bestattungen haben Würde verdient, daran hat sich auch in Zeiten von Corona nichts geändert. Doch selbst das letzte Geleit ist von den Kontaktsperren zur Eindämmung des Virus betroffen. Trotzdem hat es im Erzgebirge mit Blick auf die Beisetzung Verstorbener offenbar keine Probleme gegeben. Einschränkungen jedoch mussten Angehörige durchaus hinnehmen. Seit Montag hat es nun weitere Lockerungen gegeben. Bis zu 50 Personen dürfen unter freiem Himmel an Bestattungen teilnehmen.

Stoneman Miriquidi führt über neue Route: Das Corona-Virus hat in den vergangenen Wochen vieles durcheinander gewirbelt - unter anderem auch die bekannte Streckenführung des Stoneman Miriquidi durch Tschechien. Die geschlossene Grenze zum Nachbarland macht die Befahrung der Originalrouten unmöglich. Für den Tourismusverband Erzgebirge ist dies aber kein Grund, die Saison auf der einzigartigen Radstrecke durch das Erzgebirge nicht trotzdem zu starten: einmalig mit der Stoneman-Miriquidi-C-Edition als innerdeutschem Bike-Erlebnis. Dazu gehören unter anderem 55 neue Kilometer zwischen Rittersgrün und Eibenstock. Losfahren können die Mountainbike-Fans bereits am morgigen Freitag, die Rennrad-Fans voraussichtlich ab 21. Mai, kündigt der Verband an.

Annaberger Museen bleiben teilweise noch zu: Weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen ermöglichen wieder mehr Freizeitaktivitäten. Unter anderem dürfen Museen wieder öffnen. Doch die Möglichkeit wird noch nicht überall im Altkreis genutzt. Auch, weil die für so viele Einrichtungen dringend notwendigen Touristen momentan noch fehlen. In Annaberg-Buchholz hat vorerst auch nur die Manufaktur der Träume wieder geöffnet. Dort sollen jetzt Erfahrungen gesammelt werden.

Fiktives Ticket für Corona-Express: Die Museumsbahn Schönheide hat seit Anfang März keine Einnahmen aus dem Fahrgeschäft. Auch die Fahrtage 9. und 10. Mai mussten abgesagt werden. Wer dem Verein in dieser schweren Zeit helfen will, kann auf besondere Weise spenden: eine Fahrkarte für den fiktiven Corona-Express von Wilkau nach Carlsfeld kaufen. Preis für die 1. Klasse 30 Euro und für die 2. Klasse 20 Euro. Bestellen kann man diese Tickets unter der E-Mail-Adresse des Vereins. Die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau - Carlsfeld war die erste, steilste und längste sächsische Schmalspurbahn. Die rund 42 Kilometer lange Strecke mit 750 Millimetern Spurweite führte von Wilkau-Haßlau über Kirchberg und Schönheide bis Carlsfeld. Zwischen 1965 und 1977 wurde der Verkehr schrittweise beendet. Kontakt: museumsbahn-schoenheide@web.de

Sparkasse hebt teils Beschränkungen auf: Die Erzgebirgssparkasse hebt die coronabedingten Einschränkungen teilweise auf und öffnet Filialen wieder. "Damit folgen wir den vorsichtigen und schrittweisen bundes- und landesweiten Lockerungen", erklärte Sprecher André Leonhardt. Demnach stehe ab 11. Mai der mitarbeiterbediente Service in den 21 Beratungscentern wieder zur Verfügung, in der Hälfte der Einrichtungen jedoch mit eingeschränkten Zeiten. In allen 54 Filialen werde ab kommenden Montag zudem wieder nach Terminvereinbarung persönliche Beratung angeboten. Eine Woche später, ab dem 18. Mai, soll in allen restlichen Filialen der Service an den Schaltern aufgenommen werden, mit vorerst eingeschränkten Zeiten. Leonhardt weist drauf hin, dass beim Besuch aller Einrichtungen der Erzgebirgssparkasse Schutzmasken zu tragen sind und der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden soll.

Gang in Behörde bald wieder möglich: Das Landratsamt arbeitet derzeit an einem Konzept, Stück für Stück wieder mehr Publikumsverkehr zu ermöglichen. Ins Auge gefasst ist der Wiedereinstieg für den 25. Mai. "Wir waren jedoch nie ganz geschlossen", stellte Landrat Frank Vogel am Donnerstag auf Anfrage von "Freie Presse" klar. Aktuell ist der Zugang zu Behörden reglementiert. "Wir checken jetzt, welche positiven Elemente wir fortführen", sagte Vogel. So habe sich das Bestellsystem bewährt. "Es reduziert Wartezeiten und minimiert das Risiko für Mitarbeiter und Bürger", erklärte der Landrat.

Hoteliers und Restaurantbetreiber setzen Zeichen: Die Corona-Krise bringt die Touristiker in existenzielle Nöte. Nun wollen sie auch in der Olbernhauer Saigerhütte mit einer Aktion auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Am Freitag bleiben die eigens auf dem Gelände aufgestellten Stühle in symbolischer Weise frei. "Stille im Welterbe" heißt es ab 11 Uhr.

Krisenmanagement in der Kritik: In einem Zwischenfazit zur Corona-Krise bemängelt die Wirtschaftsförderung Erzgebirge das staatliche Management. "Es ist bis dato leider kein Plan ersichtlich, der zwei Wochen voraus unternehmerische Entscheidungen zulässt. Die Zuschüsse für kleine Betriebe bis zehn Beschäftigte sind inzwischen aufgebraucht", heißt es in einem Papier. Im Kreis gibt es insgesamt zwischen 15.000 und 17.000 Unternehmen und Einzelselbstständige. Davon hat bislang etwa ein Drittel Kurzarbeit angezeigt, von der wiederum rund 40 Prozent aller Arbeitnehmer im Kreis betroffen sind.

Das Jahrhundert von Oma Lotte: Der Erste Weltkrieg war gerade eineinhalb Jahre vorbei, als Liselotte Petzold auf die Welt kam. Es war der 1. Mai 1920. 100 Jahre später sitzt Oma Lotte, wie sie von allen nur genannt wird, in ihrem Wohnzimmer in dem Haus, in dem sie seit ihrer Geburt wohnt. Die Königswalderin hat viel erlebt und eine Pandemie verändert nun mal wieder alles. Die Freude am Leben aber hat die 100-Jährige bis heute behalten.

Noch keine Eisenbahn-Fahrten über die Grenze: Ab dem 15. Mai gilt im Karlsbader Kreis wieder der reguläre Fahrplan der Eisenbahn. Ausgenommen sind allerdings die grenzüberschreitenden Verbindungen nach Sachsen und Bayern, so auch die Linien zwischen Eger/Cheb und Zwickau sowie zwischen Graslitz/Kraslice und Zwickau. Laut Vladimir Omelka von der Tschechischen Bahn gibt es noch keine Informationen über eine Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs. Coronabedingte Einschränkungen des Zugverkehrs zwischen Böhmen und Sachsen betreffen auch die Strecke zwischen Karlsbad und Johanngeorgenstadt. Derzeit fahren die Züge nur bis Potucky/Breitenbach.

Erzieherin bringt Schülern Masken-Nähen bei: Die Mädchen und Jungen der International Primary School (IPS) in Stollberg, die zurzeit im Rahmen der Notbetreuung an der Grundschule sind, lernen derzeit, wie man sich einen Mund-Nasen-Schutz näht. Einen ganz individuellen zudem, denn die Kinder können sie nach ihren Vorstellungen gestalten. Jede Maske ist ein Unikat - die Ideen reichen von einem Ufo, das gegen Corona-Viren kämpft bis hin zu eine kunterbunten Regenbogen. Möglich macht das Projekt "Von Kids, für Kids" eine Hohndorferin, die in diesem Jahr 70 Jahre alt wird und eigentlich schon lange ihren Ruhestand genießen könnte: Karin Illing.

Lösung für Wolkensteiner Bürgermeister-Wahl rückt näher: Falls im Herbst in Wolkenstein ein neuer Bürgermeister gewählt wird, soll Wolfram Liebing (parteilos) antreten dürfen, obwohl er die zulässige Altersgrenze dann schon überschritten hat. Das sieht eine Regelung vor, mit der sich am Mittwoch das Sächsische Kabinett befasst. Später muss der Landtag noch darüber befinden. Damit zeichnet sich im Hinblick auf die in Wolkenstein wegen der Corona-Pandemie abgesagte Wahl eine Lösung ab. Unterdessen wird jedoch in der Stadt eine andere angestrebt.

Spielplätze öffnen wieder: Die Stadt Zschopau öffnet am Mittwoch ihre kommunalen Spielplätze. Eltern müssen allerdings auf die Einhaltung der Hygienebestimmungen und des Infektionsschutzes achten. Entsprechende Hinweisschilder werden angebracht, sagte Stadtsprecher Uwe Gahut am gestrigen Dienstag. Sieben Wochen waren die Spielplätze wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Auch in der Stadt Aue-Bad Schlema werden am Mittwoch die Absperrungen von den Spielplätzen entfernt, teilt die Stadt via Facebook mit:

Bibliotheken öffnen wieder: Nach sieben Wochen Corona bedingter Schließzeit haben in der Region wieder Bibliotheken geöffnet, etwa in Großrückerswalde, Olbernhau, Wolkenstein und Zschopau. Die Stadtbibliothek Marienberg kann ab Donnerstag besucht werden, ab kommender Woche dann nach und nach die Ortsteilbibliotheken der Bergstadt. Bibliotheken haben zwar nach und nach wieder geöffnet, der Besuch werde aber auf lange Zeit mit Einschränkungen verbunden sein.

Märchenland-Kindergarten lädt zum Mitbasteln ein: Die Knirpse der Villa Märchenland in Sehma sehnen sich wie viele andere Kindergartenkinder auch danach, endlich ihre Freunde wiederzusehen. Doch die Rückkehr zum gewohnten Alltag wird nach jetzigem Stand noch eine Weile dauern. Das Team der örtlichen Kindertagesstätte hat sich deswegen etwas einfallen lassen. Am Gartenzaun kann man nach Belieben einen Regenbogen vervollständigen und eigene gebastelte Sachen anbringen. Die Villa Märchenland ist eine integrative Kindertagesstätte. Sie wurde im April 1971 eröffnet. Im Juli 2001 wurde eine Elterninitiative als Trägerverein gegründet. Im Haus werden rund 120 Kinder im Alter zwischen 1 bis 10 Jahren in sieben Gruppen betreut. Das Angebot der Einrichtung umfasst unter anderem täglich selbstgemachtes Frühstück, viel Bewegung an der frischen Luft im eigenen Gartengelände sowie wöchentliche Sportstunden.

Gesamter FCE-Kader nach Positiv-Test in Quarantäne: Beim Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue befindet sich der gesamte Spielerkader samt dem Trainer- und Funktionsteam ab sofort in häuslicher Quarantäne. Grund für die Entscheidung ist ein positiver Corona-Test bei einer Person aus dem Veilchen-Funktionsteam, welcher sich nach der zweiten Test-Reihe ergeben hat.

Ehepaar wegen Corona getrennt: Kristina und Premek Novak sind seit zwei Jahren verheiratet, wohnen seither gemeinsam in ihrem Haus in Bärenstein. Doch die Corona-Pandemie hat das Leben des Ehepaares völlig auf den Kopf gestellt. Fast täglich treffen sich die beiden nun an der "Gemeinsamen Mitte" der Grenzgemeinde mit Weipert, um sich wenigstens sehen zu dürfen. Nur sitzen sie dabei auf der jeweils anderen Seite des Grenzbachs. Näher kommt sich das Ehepaar seit der Grenzschließung nur selten.

Volkskunst-Firma näht jetzt Mund-Nase-Masken: Seiffen ist für seine Volkskunsterzeugnisse bekannt. Unmittelbar verbunden damit ist der Werkstoff Holz. Zumindest bisher. Jetzt könnte ein neues Kapitel in der Geschichtsschreibung des Ortes aufgeschlagen werden. Denn seit Anfang April werden in der Firma Seiffener Volkskunst auch Artikel aus Stoff in Handarbeit produziert. Dort entstehen, direkt neben Räuchermännchen, Nussknackern und Co, Mund-Nase-Abdeckungen für den Alltagsgebrauch.

Ungewöhnlich, aber gar nicht so abwegig, wie der Geschäftsführer des Unternehmens, Andreas Bilz, findet.

Friseure empfangen wieder Kundschaft: Unter strengen Hygienevorgaben haben am Montag in der Region erste Friseure wieder Kunden empfangen. Keine Trockenschnitte, kein Augenbrauenzupfen, keine Zeitschriften - vieles ist anders. Dennoch ist bei den Kunden die Erleichterung groß, dass sie sich wieder frisieren lassen können. Die neuen Regeln bringen für Saloninhaber Einnahmeausfälle mit sich. Zugleich steigen die Kosten. Daher werden vielerorts nun Hygieneaufschläge fällig.

In den meisten Stollberger Frisörsalons kommen nur noch Kunden mit Termin zum Zug.

Rodelsiegerin näht Masken: Gesamtweltcupsiegerin Julia Taubitz wechselt kurzzeitig das Metier: Derzeit näht sie Masken, verliert aber das Rodeln nicht aus den Augen.

Noch keine Fahrten über die Grenze: Ab dem 15. Mai gilt im Karlsbader Kreis wieder der reguläre Fahrplan der Eisenbahn. Ausgenommen sind allerdings die grenzüberschreitenden Verbindungen nach Sachsen und Bayern, so auch die Linien zwischen Eger/Cheb und Zwickau sowie zwischen Graslitz/Kraslice und Zwickau. Laut Vladimir Omelka von der Tschechischen Bahn gibt es noch keine Informationen über eine Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs. Coronabedingte Einschränkungen des Zugverkehrs zwischen Böhmen und Sachsen betreffen auch die Strecke zwischen Karlsbad und Johanngeorgenstadt. Derzeit fahren die Züge nur bis Potucky/Breitenbach.

Individuelle Touren statt Wanderwoche: Die Frühjahrs-Wanderwoche des Tourismusverbandes Erzgebirge (TVE) lockt normalerweise viele Einheimische und Touristen in die Natur. Doch in diesem Jahr entfallen coronabedingt die geführten Touren, die zwischen dem 16. und 24. Mai stattfinden sollten, und damit die Wanderwoche in ihrer bisherigen Form. Das bestätigte am Montag der Tourismusverband auf Anfrage von "Freie Presse". Ende April habe man die Ausrichter vor Ort informiert, derzeit würden Alternativen abgesprochen. So sei es etwa vorstellbar, dass Wanderwillige mancherorts ausgedruckte Routenpläne erhalten, mit denen sie dann losziehen können. Über Näheres will der TVE in dieser Woche informieren. "Alternativ empfehlen wir Rundtouren zum individuellen Wandern", heißt es derzeit auf der Internseite des Verbandes.

Veranstalter verlegt Konzert auf 2021: Wer sich auf den Auftritt der Meistertrommler von Drums United in der beliebten Artmontan-Konzertreihe gefreut hat, muss sich nun lange gedulden: Der Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises als Veranstalter hat das Ganze vom 16. Mai um gut ein Jahr auf den 29. Mai 2021 verschoben. Ort des Geschehens ist die Firmenhalle der Scherdel Marienberg GmbH. "Natürlich stehen die Sicherheit und die Gesundheit unserer Besucher, Mitarbeiter und Künstler im Fokus. Zudem kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand gewährleisten, dass die sieben Percussionisten von vier Kontinenten problemlos anreisen könnten", erklärt Betriebsleiter Uwe Schreier. Gekaufte Karten bleiben gültig, sofern die Inhaber den Ersatztermin nutzen wollen. Andernfalls wird der Betrag erstattet. Ein Formular gibt es im Internet. (kjr) www.artmontan.de

Rittersgrüner verschieben Bahnhofsfest aufs Jahr 2021: Die Organisatoren des Bahnhofsfests in Rittersgrün haben angesichts der Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entschieden, die 30. Auflage der Traditionsveranstaltung in das nächste Jahr zu verschieben. "Das ist der Freien Sportvereinigung, dem Schützenverein sowie den Vereinen des Schmalspurbahn-Museums und der Feuerwehr nicht leicht gefallen", sagt Ortsvorsteher Thomas Welter (Freie Wähler). "Aber sichere Voraussagen zur Dauer von Einschränkungen des öffentlichen Lebens erscheinen derzeit nicht möglich. Für das Vorbereiten und Durchführen einer Großveranstaltung sind solide Prognosen und Planungssicherheit wichtig. Vieles müsste jetzt vertraglich festgemacht werden, intensiv wäre an Details zu arbeiten. Das geht momentan nicht", so Welter. "Hinzu kommt, dass die Grenze zu unseren Freunden und Partnern in Tschechien vermutlich noch einige Zeit geschlossen bleibt und unsere örtlichen Partnerfirmen und Sponsoren derzeit mit großen eigenen Problemen zu kämpfen haben." Daher soll das 30. Rittersgrüner Bahnhofsfest erst 2021 steigen, wohl am Wochenende 18. bis 20. Juni. Corona-Auswirkungen betreffen weitere Rittersgrüner Termine. Abgesagt wurde die deutsch-tschechische Veranstaltung zum 75. Jahrestag des Todesmarsches von KZ-Häftlingen Ende April. Der Wanderritt nach Depoltovice auf dem grenzüberschreitenden Reitwanderweg am Männertag und der deutsch-tschechische Anton-Günther-Nachmittag am 7. Juni fallen ebenso aus.

Weniger Einnahmen aus Gewerbesteuern: Infolge der Corona-Krise rechnet die Gemeinde Jahnsdorf in diesem Jahr mit deutlich weniger Einnahmen aus Gewerbesteuern. Darüber informierte Bürgermeister Albrecht Spindler in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Demnach haben Firmen die Möglichkeit, die Vorauszahlungen auf Null zu setzen. "Das wird seit Mitte März vermehrt genutzt", sagte Spindler. Um die Lage zu verdeutlichen, nannte er folgende Zahlen: Im Jahnsdorfer Haushalt waren ursprünglich 1,45 Millionen Euro eingeplant. Normalerweise werden die Gewerbesteuern am Anfang des Jahres überwiesen. Derzeit liegen die Einnahmen bei rund 900.000 Euro. Das heißt: Nach dem aktuellen Stand wird die Gemeinde in diesem Jahr auf ein Drittel der Gewerbesteuern verzichten müssen.

Hunderte Personen bei Protest-Spaziergängen unterwegs: Sogenannte Spaziergänge haben am Montagabend in mehreren Städten des Erzgebirgskreises stattgefunden. Die Teilnehmer machten dabei ihrem Unmut gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Deutschland Luft.
"Wir müssen uns nicht gängeln lassen. Wir sind friedliche, gewaltfreie Menschen, die ihre Grundrechte einfordern", sagte dabei der Wolkensteiner Sandro Reichel von den Gelbwesten Chemnitz-Erzgebirge, die über soziale Medien zu dem "Spaziergang" in Annaberg-Buchholz eingeladen hatten. Seinen Worten zufolge haben solche Veranstaltungen zeitgleich in 32 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stattgefunden. In Annaberg-Buchholz waren dem Aufruf nach Schätzung der Polizei 400 Menschen gefolgt. Da es sowohl eine Meinungsbekundung gegeben hat, als auch Transparente gezeigt wurden, hatte die Veranstaltung Versammlungscharakter, bestätigte die Polizei. In dem Fall hätten laut aktueller Corona-Schutzverordnung nur maximal 50 Personen anwesend sein dürfen. Zudem wurden die geltenden Abstandsregeln nicht eingehalten.

Circa 300 Menschen haben sich nach Polizeiangaben auf dem Gessingplatz in Olbernhau getroffen, um durch die Innenstadt zum Markt und zurück zu laufen. Einer der dortigen Initiatoren sprach von einem "Spaziergang für Bürgerrechte", der bis auf Weiteres jeden Montag stattfinden soll.
Weitere Spaziergänge fanden unter anderem in Zschopau statt, wo sich auf dem Neumarkt eine Gruppe von annähernd 30 Menschen traf sowie in Aue. Dort hatten sich zunächst etwa 50 Personen auf dem Altmarkt versammelt. Auf dem Weg Richtung Rathaus wuchs der Demonstrationszug auf etwa 100 Menschen an. Laut Landratsamt war keine der Veranstaltungen angemeldet. Das aber hätte zumindest für die beiden "Spaziergänge" in Annaberg und Olbernhau erfolgen müssen. Die Polizeidirektion Chemnitz, die durchaus einen Versammlungscharakter festgestellt hat, will nun prüfen lassen, ob ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorliegt, sagte Pressesprecherin Jana Ulbricht am Abend. Ausschreitungen seien indes keine registriert worden.

Gewalt auf 1.-Mai-Demo in Aue? Polizei widerspricht Vorwürfen: Nach einer Demonstration der NPD am 1. Mai auf dem Altmarkt von Aue hat es in den sozialen Netzwerken in den vergangenen Tagen Berichte über Übergriffe und Gewalt durch die Polizei gegeben. Im Internet kursieren Videos, die die Unverhältnismäßigkeit von Aktionen belegen sollen. Die Polizei sieht dagegen kein Fehlverhalten ihrer Beamten.

"Knochenstampfe" öffnet wieder: Dank der Lockerungen der Corona-Schutzbestimmungen wird das Museum "Knochenstampfe" im Zwönitzer Ortsteil Dorfchemnitz nach sechswöchiger Schließzeit ab Mittwoch mit einigen Einschränkungen wieder öffnen. Einzelpersonen, Personen, die in häuslicher Gemeinschaft leben, oder jeweils maximal zwei Personen außerhalb einer häuslichen Gemeinschaft haben zu folgenden Zeiten die Chance zur Besichtigung: mittwochs bis samstags von 10 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr sowie sonntags von 12 bis 17 Uhr. Jeder Besucher soll eine Mund-Nasenbedeckung tragen und alle Hinweise zu weiteren Hygienemaßnahmen berücksichtigen.

Spielplätze wieder geöffnet, Dirt-Bike-Anlage weiter geschlossen: Wochenlang waren die Spielplätze aufgrund der Corona-Beschränkungen gesperrt. Seit Montag dürfen sie wieder genutzt werden. Als die Absperrungen am Pöhlberg in Annaberg-Buchholz am Nachmittag von René Bräuer (links) und Bernd Stehle vom Betriebshof beiseite geräumt worden, waren schon die ersten Kinder da und frönten ihrer Schaukellust. Noch ist aber nicht alles wieder nutzbar.

Zwar hatte die Stadt Annaberg-Buchholz zunächst verkündet, dass auch öffentliche Sportplätze wie beispielsweise die Dirt-Bike-Anlage am Pöhlberg wieder zugänglich sind, doch darauf müssen Kinder und Jugendliche nun wohl doch noch etwas warten. Wie Stadtsprecher Matthias Förster auf Nachfrage informierte, öffnen öffentliche Sportplätze ausschließlich für den Vereinssport. Für die Nutzung der Anlagen müssen Vereine einen Antrag beim Sachgebiet Sport der Stadt stellen. Das heißt, der Kleinsportplatz am Kunzeplatz, die Skateranlage an der Silberlandhalle sowie die Dirt-Bike-Anlage bleiben weiterhin gesperrt. (aed)

Ansturm auf Friseursalons: Auf diese Lockerungen haben viele Erzgebirger gewartet. Seit Montag sind Friseurbesuche wieder erlaubt, wenn auch unter strengen Hygieneregeln. Die Telefone in den Salons stehen dennoch nicht mehr still. Wer in dieser Woche noch einen Termin bekommen möchte, hat vielerorts schlechte Karten. Um alle Forderungen an Hygiene und Abstände einhalten zu können, haben sich die Friseursalon-Betreiber einiges einfallen lassen. In Carmen‘s  Haarstudio an der Buchholzer Straße in Annaberg-Buchholz war man richtig kreativ. Um die Maskenpflicht auch beim Haarefärben einhalten zu können, entwarf der Mann von Carmen Götz eine spezielle Halterung, mit der die Maske vor dem Gesicht bleibt, ohne dass störende Bändchen hinter dem Ohr sind. Und die Praxis zeigt: Es funktioniert.

Preßnitztalbahn fährt wieder: Nach achtwöchiger Pause wegen der Coronapandemie wird die Preßnitztalbahn am Samstag, 9. Mai den Fahrbetrieb mit Dampflokomotiven zwischen Steinbach und Jöhstadt wieder aufnehmen. Darüber informiert der Verein am Montag. Alle Fahrgäste sind verpflichtet eine Mund-Nase-Maske zu tragen und die Abstandsregelung einzuhalten. Fahrkarten werden nur an den stationären Verkaufsstellen in Steinbach und Jöhstadt verkauft. In den Zügen ist kein Fahrkartenerwerb möglich, dort erfolgt die Fahrkartenkontrolle. Die Züge fahren wie gehabt im Zwei-Stunden-Takt. Der erste Zug startet 10.05 Uhr in  Jöhstadt, der letzte 16.05 Uhr. Ab Steinbach fährt der erste Zug 11 Uhr, der letzte 17 Uhr. Der Buffetwagen wird bis auf weiteres nicht bewirtschaftet. Die ortsansässigen Gastronomen organisieren "to go"- Angebot an den Stationen in Steinbach, Forellenhof und Jöhstadt. Weitere Informationen unter www.pressnitztalbahn.de.

Auer Klinikum kehrt langsam zum Normalbetrieb zurück: Ab dem heutigen Montag will das Helios-Klinikum in Aue seinen Normalbetrieb wieder hochfahren. Geschäftsführer Marcel Koch geht davon aus, dass dennoch nur 75 Prozent der Leistungen im Vergleich zur Zeit vor Corona möglich sein werden. Hinter den Klinik-Mitarbeitern liegen sieben schwierige Wochen. Insgesamt wurden seit dem 24. März 62 Covid-19-Fälle stationär betreut. Das waren sowohl Verdachtsfälle als auch Patienten, bei denen das Virus bestätigt wurde. 21 Patienten konnten von den Ärzten und Pflegern nicht gerettet werden, 31 Patienten haben inzwischen das Klinikum wieder verlassen. Aktuell befinden sich noch zehn Erkrankte und 15 Verdachtsfälle in Behandlung. Als positive Nachricht bezeichnet Koch die Tatsache, dass seit dem 27. April keine Neu-Infizierten mehr aufgenommen wurden. Zu ursprünglich 20 Intensivbetten hatte die Klinik wegen der Corona-Pandemie zusätzlich 19 aufgestellt. Die Zahl der beatmeten Patienten sei allerdings nie über 20 hinausgegangen, so Koch. "Wir haben mehr als das Doppelte aller anderen Krankenhäuser des Erzgebirgskreises zusammengenommen geleistet", rückt der Auer Geschäftsführer ein Bild zurecht, das aus seiner Sicht in den vergangenen Wochen seitens des Landratsamtes nicht korrekt gezeichnet wurde. Die jüngsten Erfahrungen fließen jetzt in ein Konzept ein, das das Wiederhochfahren des Normalbetriebes unterstützen soll.

Fahrradbranche profitiert von Corona-Krise: Mit den Temperaturen steigt im Frühjahr die Lust aufs Radeln. Dieses Jahr bekommen Fahrradhändler diesen positiven Effekt besonders zu spüren. Denn im Gegensatz zu fast allen anderen Sportarten ist die Aktivität im Sattel auch mit den in der Coronakrise geltenden Kontaktbeschränkungen stets erlaubt gewesen. Nie zuvor habe er so viel gearbeitet wie in den vergangenen zwei Wochen, sagt Chris Freitag, der in Stollberg einen Fahrradladen betreibt: "Wir sind auf einem guten Weg, das Defizit der Corona-Pause aufzuholen." Ähnlich sehen das andere Händler im Erzgebirge.

In Arbeitsagentur sollen Gespräche im Notfall möglich sein: Die Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz hat seit Mitte März die persönlichen Kontakte mit Kundinnen und Kunden auf Notfälle beschränkt. Die meisten Anliegen werden telefonisch oder online geklärt. "Dieses Vorgehen hat sich bewährt und bleibt auch für die nächsten Wochen bestehen", sagt Pressesprecherin Simone Heinrich. Persönliche Termine sollen in den kommenden Wochen in eng begrenzten Ausnahmefällen aber dennoch wieder möglich sein - insbesondere, wenn es rechtlich zwingende Gründe dafür gibt. Dafür werden in den Dienststellen einige Räume umgebaut und mit zusätzlichen Serviceschaltern ausgestattet, die die hygienischen Standards zum Gesundheitsschutz erfüllen. Nach wie vor appelliert die Agentur aber, Anliegen telefonisch, digital oder per Post zu erledigen.

Lockerungen in Annaberg-Buchholz: Das öffentliche Leben in Annaberg-Buchholz läuft zumindest teilweise wieder an. Ab dem heutigen Montag treten in der Kreisstadt einige Lockerungen in Kraft. Wie aus dem Rathaus zu erfahren war, werden die städtischen Spielplätze freigegeben. Dabei gelte jedoch wie in allen Bereichen das Abstands- und Hygienegebot, erklärte Stadtsprecher Matthias Förster. Aufenthalt und das Spiel der Kinder sollen durch die Eltern eigenverantwortlich kontrolliert werden. Geöffnet wird des Weiteren das Tiergehege am Pöhlberg, jedoch ohne das Streichelgehege. Förster verweist darauf, zu haushaltsfremden Personen mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten sowie Gruppenbildungen zu vermeiden. Im Zuge der Lockerungen werden alle öffentlichen Sportplätze, der Kleinsportplatz am Kunzeplatz, die Skateranlage an der Silberlandhalle sowie die Dirt-Bike-Anlage am Pöhlberg wieder geöffnet. Am heutigen Montag öffnet ferner die Stadtbibliothek ihre Tore. Zunächst sei dabei nur die Leihe und Rückgabe freigegeben.

Woche startet mit weiteren Lockerungen der Corona-Regeln in Sachsen: Ab Montag ist es erlaubt, sich mit Menschen aus dem eigenen Haushalt, dem Partner oder der Partnerin sowie mit einem weiteren Menschen und dessen Partner oder Partnerin draußen treffen. Dabei sollten 1,5 Meter Mindestabstand eingehalten werden. Öffnen dürfen ab Montag: Friseure und Kosmetiksalons, Museen, Bibliotheken, Zoos und Spielplätze, Einrichtungen des Kinderschutzes und der Jugendhilfe und Möbelhäuser. Auch größere Ladengeschäfte, wenn sie ihre Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter begrenzen und Einkaufszentren, wenn sie vor der Öffnung Konzepte vorlegen und mit dem Gesundheitsamt abstimmen. Ab Mittwoch dürfen Schüler aller Vorabschlussklassen der Gymnasien, Berufsbildender Schulen, Oberschulen und Förderschulen zurück in die Klassenzimmer. In Grund- und Förderschulen darf die Klassenstufe 4 zurück. Weitere Details zu den Lockerungen.

Die wichtigesten Ereignisse vom verlängerten Wochenende

Geheime Picknicks - Erzgebirger setzen Zeichen für offene deutsch-tschechische Grenze: Die Corona-Krise hat auch Freundschaften zwischen Deutschen und Tschechen unterbrochen. Betroffene wollen das nicht länger hinnehmen. Am Samstag haben sie sich an der Grenze zu geheimen Picknicks getroffen.

Partygefährt bahnt sich seinen Weg durch Neukirchen: Hits von Andreas Bourani, Roland Kaiser und Helene Fischer schallten am Samstagabend lautstark durch Neukirchen und Adorf. Etwa zwei Stunden lang fuhren Martin Naumann alias DJ Erzbeat und sein Kumpel Tommy Merkel mit einem zum Partybus umgebauten Transporter mit Schrittgeschwindigkeit und wummernden Bässen durch beide Orte. DJ Erzbeat stand auf der Ladefläche des Transporters hinter dem DJ-Pult. Damit ihn niemand erkennen konnte, hatte er sich mit Overall und Maske verkleidet. Eine Wiederholung definitiv geplant.

Leere Stühle in Oberwiesenthal: Zum zweiten Mal haben erzgebirgische Gastronomen und Hoteliers am Freitag unter dem Motto "Leere Stühle - Gastro braucht Hilfe" auf ihre prekäre Lage infolge der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Etwa 80 Betroffene beteiligten sich an der Aktion an der Freilichtbühne in Oberwiesenthal. 914 leere Stühle kamen laut Eric Schulze dort zusammen.

NPD-Politiker ruft in Aue zur Spontandemo auf Altmarkt: Kurzfristig genehmigt worden ist am Freitag eine Kundgebung in Aue, die von Stefan Hartung, NPD-Stadtrat in Aue-Bad Schlema beantragt worden war.

Erstes Drive-In-Konzert auf dem Kätplatz: Auf dem Kätplatz fand am Freitag das erste Drive-In-Konzert in Annaberg-Buchholz statt. Das Prinzip dieses Konzertes: Das Publikum sitzt wie beim Autokino in den Fahrzeugen. Auf der Bühne stand die Band Engel in Zivil, die sich in den vergangenen 18 Jahren vor allem einen Namen als Böhse-Onkelz-Cover-Projekt sowie eigenen Songs gemacht haben. Unterstützt wurden die fünf Musiker von DJ Engel B. Die Begeisterung bei den Gästen und den Künstlern war groß.

Hier geht's zum Lagebericht von der vergangenen Woche

 
 

(Die Zahlen des Sozialministeriums können abweichen von den Daten des Landratsamtes.)

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    1457783
    08.05.2020

    Bei der Pressekonferenz am 7.5.von Herrn Vogel habe ich den Mundschutz leider nicht gesehen und der Mindesabstand von 1,5 m war meines Erachtens auch nicht gegeben.