Lichtel-Typen: Vom Anfänger bis zum Profi

Jeder fängt mal klein an, mit dem ersten Schwibbogen in der eignen Wohnung. Von Jahr zu Jahr wächst die Sammlung an Männeln, Lichterbögen und Technik. Und vor allem letztere hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt.

Beim Gespräch in der Redaktion wird schnell klar, dass jeder beim Lichteln andere Prioritäten setzt. Ich fange gerade an, bin stolz auf meinen ersten erzgebirgischen Schwibbogen. Andere Kollegen haben die Weihnachtsbeleuchtung so weit perfektioniert, dass die Schwibbögen mit Sonnenuntergang angehen - jeden Tag zu einer anderen Zeit. Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick auf die verschiedenen Lichtel-Typen.

1. Der Schwibbogen-Aufbau

Anfänger: Der erste richtige Schwibbogen aus dem Erzgebirge hält in der Stube Einzug! Vorsichtig und ein bisschen stolz packe ich das das gute Stück aus dem Karton. Beim Platzieren auf der Fensterbank fällt dann auf: Die Figuren schauen nur zur Hälfte hinter dem Fensterrahmen hervor. Es fehlt ein Bänkchen! Aber Anfängern liegt das Improvisieren quasi im Blut und sie wissen sich zu helfen: Bücher, Einmachgläser, Schuhkartons - im Haushalt findet sich gewiss irgendetwas, um den Bogen ein paar Zentimeter höher zu stellen.

Fortgeschrittene verstecken die Behelfsbänkchen aus Papier oder Glas unter weihnachtlichen Servietten, Tüchern oder Stoffen.

 

Der Profi platziert seinen Schwibbogen auf einem Bänkchen aus farblich abgestimmten Holz, geerbt, selbstgebaut oder zum Lichterbogen dazugekauft.

2. Die Elektrik

Der Anfänger steckt den Stecker in die Steckdose, legt den Kippschalter um und - tadaa - die Lichter sind angezündet. Die Gefahr: Man ist unterwegs, zu spät daheim oder vergisst schlichtweg den Bogen anzuzünden. Solange bleibt es finster in der Stube.

Das umgeht der fortgeschrittene Lichtel-Typ, indem er eine analoge Zeitschaltuhr zwischen Steckdose und Stecker platziert. Das sind die Bauteile, die gefühlt ganz fürchterlich brummen, wenn es in einem Raum ganz still ist. Pünktlich zur gleichen Uhrzeit gehen jeden Tag die Lichter an.

 

Von den Zeitschaltuhren gibt es längst die digitale Variante in den verschiedensten Ausführungen, weiß der Profi. Viele davon lassen sich mit dem heimischen Internet-Router koppeln, berichtet Kollege 1. Damit einher geht in der Regel eine kinderleichte Programmierung auf die Minute genau. Doch damit nicht genug. Wer es möchte, kann heutzutage über eine App und seinem Smartphone von jedem Ort der Welt aus seine Fensterbeleuchtung zu Hause ein- und auch wieder ausschalten. Oder einstellen, dass die Lichter mit dem Sonnenuntergang jeden Tag ein bisschen früher oder später angehen. Einzige Bedingung: es braucht einen Internetzugang.

Kollege Nummer 2 steuert seine Lichterbögen (und nicht nur diese) über einen Minicomputer mit Antennnen. Der zigarettenschachtelgroße Mini-Computer schaltet fünf Schwibbögen nach Sonnenuntergang bis Mitternacht ein, berichtet er. Am Morgen leuchten sie nochmal automatisch von 6.45 Uhr bis kurz nach Sonnenaufgang. Die Steuerung erfolgt via FHEM - das ist eine einfache Programmiersprache für Hausautomation. Darüber lassen sich verschiedene Aktoren und Sensoren wie Funk-Schaltsteckdosen, Heizungsthermostate, Temperaturmessgeräte oder Rauchmelder in das System einbinden. Steuerbar ist das System über das Internet über eine Smartphone-App oder über einen Computer.

3. Umweltbewusstsein

Und die Fensterbeleuchtung kann noch mehr. Sie kann richtig Strom und damit Geld sparen. Dazu muss man nur die kleinen Lämpchen durch neue, mit LED ausgestattete ersetzen. Dazu folgendes kurzes Rechenbeispiel: Mit einem großen Schwibbogen mit elf herkömmlichen Lampen zu je 3 Watt kommt man auf insgesamt 33 Watt Leistung. Nutzt man stattdessen LED, von denen ein Lämpchen gerade einmal 0,2 Watt verbraucht, dann kommt man auf eine Gesamtleistung von 2,2 Watt. Das bedeutet rund 93 Prozent Einsparung. Wer dann den Schwibbogen vom 1. Advent bis Lichtmess in Betrieb hat, bei dem zahlt sich das richtig aus - erst recht, wer ein ganzes Haus mit acht, zehn oder mehr Fenstern beleuchten will. Selbst die notwendige Neu-Investition in die LED-Lämpchen mitgerechnet - diese sind inzwischen übrigens nicht mehr teurer als die herkömmlichen Lämpchen - macht sich die neue Leuchtmitteltechnik relativ schnell bezahlt. Auch, weil ihre Lebensdauer wesentlich höher ist. Profis wissen das. (tw/mik/sane)

Und weil es so schön ist, hier ein Video davon, wie das Karzl lichtelt - nämlich mit nur enn Stecker!

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