Orkantief "Sabine" zieht über Sachsen - Sturmschäden auch im Erzgebirge

Sturm "Sabine" fegte in der Nacht zu Montag über das Erzgebirge. Die Feuerwehren melden vor allem Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Am Montagmittag kam es erneut zu Schäden.

Annaberg-Buchholz.

Nachdem Sturmtief "Sabine" in der Nacht zu Montag über die Region hinweggezogen ist und vor allem für umgestürzte Bäume gesorgt hat, sorgte ein weiterer Gewittersturm am Montagmittag für weitere Schäden in der Region. Im Marienberger Stadtteil Niederlauterstein wurde das frisch gedeckte Turnhallendach einer Grundschule abgedeckt.

Am Montagmittag schüttelte erneuter starker Wind den Weihnachtsbaum auf dem Annaberg-Buchholzer Markt heftig durch. Baum und Eisarena hielten Stand. Die Eisbahn bleibt am Montag jedoch aufgrund des Wetters geschlossen. Der neue Friedhof am Barbara-Uthmann-Ring ist am Montag wegen umgeknickter Bäume bis zum Abklingen des Sturms ebenfalls gesperrt worden. Weiter teilt die Stadt mit, dass städtische Park- und Grünanlagen sowie das Tiergehege am Pöhlberg nicht betreten werden sollen.

Gehege im Auer Zoo der Minis beschädigt

Auch in Aue sorgte der Sturm am Montagmittag für Schäden. An der Damaschkestraße wurde Teile des Daches einer Halle der Aweba abgedeckt. Auf der Querstraße fiel ein Baum auf Garagen. Einsatzkräften der Feuerwehr Aue trugen ihn mithilfe einer Drehleiter ab. Die Feuerwehr Aue ist bis zum Montagnachmittag zu acht Einsätzen ausgerückt. Die Kameraden waren auch im Zoo der Minis, um beim Beseitigen von Sturmschäden zu helfen.

Der Auer Zoo der Minis bleibt am Montag geschlossen. In der Nacht war eine große Fichte auf das Gehege der Zebrafinken gefallen und hat das Dach beschädigt, teilt Zoochefin Bärbel Schroller mit. Alle Tiere waren vorsorglich über Nacht eingesperrt worden. Im Laufe des Montags fiel ein weiterer Baum auf das Gehege der Fenneks. Die Feuerwehr rückte aus. " Das Gehege muss nun mit großem finanziellen und zeitlichem Aufwand aufgebaut werden ... Sturmversicherung gibt es in diesem Fall nicht", schreibt der Zoo bei Facebook.

 

Mehrere blockierte Straßen

Zu insgesamt 55 Einsätzen wegen Sturmschäden sind die Feuerwehren im Erzgebirgskreis zwischen Sonntag 18 Uhr und Montag 9 Uhr ausgerückt, teilte Paul Schaarschmidt, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, am Vormittag mit. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Bäume, die auf Straßen gestürzt waren. Menschen wurden nach bisherigen Informationen nicht verletzt, so Schaarschmidt. Auch Unfälle sind noch nicht bekannt. Einsatzschwerpunkte waren Straßen, die durch bewaldete Gebiete führen. Hauptaufgabe der Feuerwehr war, die Schäden zu begutachten und die Straße, wo möglich, zu beräumen.

Am Markus-Röhling-Stolln in Frohnau riss ein Baum die Telefonleitung herunter. Am Montag fiel nach einem heftigen Gewittersturm ein Baum in einer Kurve quer über die B95 zwischen Ehrenfriedersdorf und Thum. Die Freiwillige Feuerwehr Ehrenfriedersdorf rückte aus, um mit Hilfe eines städtischen Forstarbeiters die Straße zu beräumen. Auch die K7830 zwischen Hammerbrücke und Tannenbergsthal sowie die S139 zwischen Zittau und Seifhennersdorf waren gesperrt worden.

Die Feuerwehr Marienberg rückte gegen 0.45 Uhr wegen eines umgestürzten Baumes zur B 171 am Ortsausgang Wolkenstein aus, anschließend zu Baumschäden an der Auffahrt zur Drei-Brüder-Höhe sowie an der Eisenstraße.

Bereits am Sonntagabend wurde die Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume auf die K7105 zwischen Jahnsbach und Geyer alarmiert. Da weitere Bäume auf die Straßen zu fallen drohten entschieden die Kameraden, das Teilstück der Verbindungsstraße Jahnsbach - Geyer ab dem Abzweig Ehrenfriedersdorf voll zu sperren und die Bäume vorerst nicht abzutransportieren. Am Montagvormittag gegen meldete die Freiwillige Feuerwehr Ehrenfriedersdorf, dass die Straße beräumt worden sei und für den Verkehr freigegeben wurde.

Einige Wehren, wie die Feuerwehren Crottendorf oder Neukirchen, mussten mehrfach ausrücken. Unter anderem rückte die Freiwillige Feuerwehr Neukirchen am Montagfrüh aus, um einen umgestürzten Baum auf der Verbindungsstraße zwischen Jahnsdorf und Leukersdorf zu beseitigen. Die Freiwilligen Feuerwehren Pockau und Lengefeld haben am frühen Montagmorgen mit Motorkettensägen einen Baum zerlegt und beräumt, der zwischen Ortsausgang Pockau und Kalkwerk auf die Annaberger Straße gestürzt war. Die B101 war für kurze Zeit voll gesperrt. Ihren ersten Einsatz des neuen Jahres hatte die Freiwillige Feuerwehr Neundorf. Ein Baum war auf die S 261 gestürzt. Über den Tag werde es zu weiteren Einsätzen kommen, schätzt Schaarschmidt die Lage ein.

Schäden im Wald offenbar überschaubar

Matthias Weinrich, Leiter des Forstbezirks Neudorf, atmet auf. Nach dem Durchzug des Sturmtiefs "Sabine" hat er noch von keinen großen Schäden in dem Gebiet, für das er zuständig ist, gehört. "Im Vergleich zu den schweren Stürmen der vergangenen Jahre sind wir dieses Mal glimpflich davon gekommen", so Weinrich. Sicher werde es ein paar Ecken geben, in denen vielleicht gerade bereits vorgeschädigte Bäume umgefallen sind. Aber das sei kein Problem.

Einschränkungen auf dem Fichtelberg

Auch auf dem Fichtelberg gibt es Einschränkungen. Auf der Seite der Liftbetreiber heißt es: "Aufgrund der Wettervorhersage mit orkanartigem Sturm kann es heute zu Einschränkungen im Skibetrieb kommen. Es muss damit gerechnet werden, dass nur die Schlepplifte in Betrieb sind und Ziehwege gesperrt werden müssen. (...) Die Ski- und Winterwanderwege bleiben aufgrund der aktuellen Wettersituation heute gesperrt." (sane/cma/tw)

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