Flixbus-Linie Aue-Berlin gestartet: FCE-Räuchermann als Willkommensgeschenk für Busfahrer

Für die Erzgebirger bedeutet das Angebot des Fernbusanbieters eine schnelle Verbindung in die Hauptstadt. Im Gegenzug sollen mehr Touristen in die Region kommen.

Aue-Bad Schlema.

Was lange währt, wird gut. Dies könnte zumindest für die neue direkte Busverbindung von Aue nach Berlin gelten. Am Donnerstag startete der Fernbusanbieter Flixbus seinen neuen Linienverkehr zwischen der Bundeshauptstadt und dem Erzgebirge. Mit etwas Verspätung rollte dann auch der erste Bus an der Haltestelle am Auer Bahnhof an. "Derzeit gibt es einige Baustellen auf der Strecke", meinte dennoch gut gelaunt Busfahrer Serdar Demiray.

Zwar hatte der Berliner keine Fahrgäste mit nach Aue gebracht, dafür wurde er umso herzlicher vom Landtagsabgeordneten Eric Dietrich (CDU) und dem Auer Ortsvorsteher Thomas Colditz (CDU) empfangen. Als Präsente gab es einen Wimpel und einen Räuchermann vom FC Erzgebirge Aue. "Genauso wie Union Berlin wollen auch wir in der Ersten Liga mitspielen", meinte Colditz. Und Eric Dietrich erklärte: "Diese neue Busverbindung ist eine Aufwertung für die gesamte Region. Damit haben nicht nur die Erzgebirger eine bessere Anbindung, auch Touristen können künftig besser ins Erzgebirge kommen."

Colditz erinnerte sich an die Zeit, als es schon einmal eine Direktverbindung von Aue nach Berlin gab. Damals verkehrten Züge und brachten auch Urlauber ins Erzgebirge. Der Stadtrat Tobias Andrä (Aldu) hatte sich vor einem Jahr für die Wiederaufnahme der Verbindung mit dem Bus stark gemacht.

Die Schönheit der hiesigen Region lobte Busfahrer Serdar Demiray. "Vor 25 Jahren war ich das letzte Mal in Aue", sagte er. Damals fuhr der 55-Jährige für ein fränkisches Reiseunternehmen. "In dieser Zeit war ich in ganz Europa mit dem Bus unterwegs, sogar bis nach Marokko", erinnerte er sich. Nun geht es für den Berliner und seine Kollegen von Donnerstag bis Montag täglich vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) der Hauptstadt über Chemnitz und Stollberg nach Aue. Nach einer Pause fahren sie die rund 300 Kilometer wieder zurück. 4,5 Stunden dauert es bis zur Endhaltestelle.

Am Donnerstag und Montag startet die Linie in Berlin um 9.20 Uhr und erreicht Aue um 13.45 Uhr. Zurück geht es 15.50 Uhr und Ankunft ist um 20.20 Uhr wieder am ZOB. Davor hält der Bus noch am Flughafen Schönefeld (19.35 Uhr) und am Berliner Südkreuz (20 Uhr). Am Freitag, Samstag und Sonntag gibt es andere Abfahrtzeiten.

Für die Fahrkosten gilt, je früher gebucht, zum Beispiel über das Internet, desto günstiger. So beginnen die Preise bei 9,99 Euro. Aber auch beim Busfahrer können die Fahrgäste noch ein Ticket kaufen. Derzeit sei dies wegen der Corona-Vorschriften jedoch nicht möglich. Und auch die Zahl der Fahrgäste, die derzeit auch eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen ist begrenzt, da die Plätze hinter dem Fahrer nicht besetzt sein dürfen. Eine Fahrt von Aue nach Chemnitz buchen kann man übrigens nicht. "Aufgrund des Bedienverbots des Personenbeförderungsgesetzes können wir keine Tickets für Fahrten zwischen Aue, Stollberg und Chemnitz anbieten", sagte ein Flixbus-Sprecher.

Zwar kam der Flixbus auf seiner Jungfernfahrt ohne Gäste nach Aue, doch allein musste Serdar Demiray nicht auf die Rückreise gehen. Lukas Markstein aus Wildenthal war sein erster Fahrgast, der die Direktverbindung aus dem Erzgebirge nutzte. "Ich habe von einem Freund von der neuen Verbindung erfahren. Zudem stand es auch in der Zeitung", sagte er. In die Hauptstadt fährt er, um seine Freundin zu besuchen. "In der Vergangenheit bin ich immer von Chemnitz mit dem Flixbus gefahren. Nun ist es für mich natürlich bequemer", sagte er.

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