Missbrauchs-Fälle gegen ehemaligen Schulleiter werden neu aufgerollt

Die Anklagen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen einen ehemaligen Schulleiter aus dem Erzgebirge werden seit Dienstag vor dem Landgericht Chemnitz neu verhandelt.

Zwei frühere Schülerinnen, heute 21 und 33 Jahre alt, werfen dem 57-Jährigen vor, dass er sich ihnen in ihrer Grundschulzeit sexuell genähert habe. Im zweiten Fall soll es zum Geschlechtsverkehr gekommen sein. Im ersten Verfahren wurde der Mann im Mai 2017 vorm Amtsgericht Aue freigesprochen. Im zweiten Verfahren kam es Ende Juli 2018 am selben Gericht zu einer Verurteilung. Der Ex-Lehrer sollte für dreieinhalb Jahren ins Gefängnis.

Nach dem ersten Urteil legte die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel ein, nach dem zweiten die Verteidigung. In der am Dienstag beginnenden Berufungsverhandlung werden beide Fälle neu bewertet. An insgesamt vier geplanten Verhandlungstagen sollen neben den mutmaßlich Geschädigten auch mehrere Zeugen nochmals gehört werden. Verteidiger Reinhard Röthig hat die Ladung dreier zusätzlicher Zeugen beantragt, die seinen Mandanten entlasten sollen.

Der Angeklagte streitet sexuelle Kontakte zu seinen früheren Schülerinnen ab. Am ersten Verhandlungstag trat die junge Frau in den Zeugenstand, deren Verfahren mit einem Freispruch endete. Ihre Vernehmung erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Staatsanwältin Marita Recken sagte, Ziel der Anklage sei es, in beiden Fällen einen Schuldspruch zu erreichen. Verteidiger Röthig will einen doppelten Freispruch.

Der frühere Schulleiter war von der Sächsischen Bildungsagentur während des ersten Verfahrens 2017 zunächst beurlaubt worden. Im Dezember 2017 wurde ihm gekündigt. Er lebt heute nach eigenen Angaben arbeitslos und ohne Einkommen im Haus seiner Eltern.
 

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