Prozess in Aue ausgesetzt: Angeklagter muss ins Gefängnis

Aue/Bockau. Kurioser Prozess am Amtsgericht in Aue: Ein Mann (47) hat sich am Donnerstag gemeinsam mit seiner getrennt lebenden Ehefrau (45) wegen gemeinschaftlichen Betrugs verantworten müssen. Beide sollen einer Frau aus Bockau ein Garagentor verkauft, dieses aber nie geliefert haben. Der Frau entstand so ein Schaden von rund 1500 Euro. Zu einer Entscheidung des Richters in der Sache kam es aber nicht, denn die Verhandlung wurde ausgesetzt - dennoch muss der Mann nun ins Gefängnis.

Was ist passiert? Zu Prozessbeginn war ein Urteil des Amtsgerichtes Zwickau gegen das Ehepaar bekannt geworden. Das Gericht hatte die Frau wegen Betrugs in vier anderen Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen verurteilt, ihren Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr. Weil den Angeklagten wegen des Urteils nun auch im aktuellen Fall eine höhere Strafe drohte, sollten beide von einem Pflichtverteidiger vertreten werden - dem Mann fehlte jedoch ein Anwalt. Deshalb wurde der Prozess ausgesetzt.


Nach Hause durfte der Mann dennoch nicht. Gegen ihn lag in einer anderen Sache ein Haftbefehl des Amtsgerichtes Hohenstein-Ernstthal vor. Der Richter schickte ihn ins Gefängnis. "Die Beamten nehmen sie vorläufig fest", sagte er zum Abschluss. "Sie gehen jetzt in die Justizvollzugsanstalt Zwickau." Wie ein Gerichtssprecher auf Nachfrage erklärte, ist in der Stadt ein weiteres Verfahren wegen Betrugs gegen den Angeklagten anhängig. (juef)

 

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