Ausbildungsmesse: 90 Aussteller werben um Nachwuchs

Marienberg.

Neunzig Aussteller, darunter Unternehmen, Institutionen und Hochschulen aus zahlreichen Branchen, haben am Samstag bei der dritten von insgesamt vier Ausbildungsmessen im Erzgebirge in der Sporthalle am Goldkindstein in Marienberg um Nachwuchs geworben. "Die Nachfrage war größer als die zur Verfügung stehende Fläche, weshalb wir auch einige Interessenten, vor allem aus dem Raum Chemnitz, ablehnen mussten", sagte Kerstin Hillig von der veranstaltenden Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Sie freute sich, das sich in der Halle von Beginn an hunderte Eltern und Jugendliche in den zahlreichen Gängen und an den Ständen tummelten. Dort beantworteten Personalverantwortliche und jetzige Auszubildende von 10 bis 15 Uhr Fragen rund um die Rahmenbedingungen eines beruflichen Einstiegs.

Malermeister Max Liebsch aus Börnichen, der am Stand der Maler- und Lackiererinnung Oberes Erzgebirge die 28 Mitgliedsbetriebe der Vereinigung mit vorstellte: "Wir sind zum ersten Mal bei der Messe dabei, um unser Handwerk vorzustellen. Derzeit ist die Auftragslage sehr gut und eine enorme Nachfrage vorhanden. Daher sind wir auf der Suche nach Auszubildenden. Der Beruf des Malers und Lackierers ist sehr vielseitig und kreativ. Wer sich dafür ernsthaft interessiert, dem raten wir zu einem Praktikum. Dabei kann der Jugendliche sehen, ob ihm der Beruf gefällt. Auch der Ausbilder erkennt, ob sich der Bewerber eignet." Neben der körperlichen Belastbarkeit seien Kreativität, Sinn für Ästhetik und Gewissenhaftigkeit wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung. "Nach einem erfolgreichen Berufsabschluss können sich Gesellen im Beruf weiterbilden oder auch -qualifizieren, zum Beispiel zum Handwerksmeister. Die Entlohnung ist tariflich. Ab Mai 2020 gibt es zudem keinen Unterschied mehr zwischen Ost- und Westtarif", so Liebsch weiter. 

Benedikt Bochmann, Werkzeugmechanikermeister, am Stand der Firma Gebrüder Ficker aus Marienberg, die im Bereich Formen- und Werkzeugbau tätig ist: "Wir bilden für den Eigenbedarf Werkzeugmechaniker und Zerspannungsmechaniker aus. Bewerber sollten mindestens einen Realschulabschluss vorweisen können, in den naturwissenschaftlichen Fächern fit sein und natürlich eine gewisse handwerkliche Begabung haben. Zum gegenseitigen Kennenlernen können Interessenten bei uns beispielsweise Praktika absolvieren. Als leistungsstarker Zulieferer sind wir für verschiedene Industriezweige tätig, auch für die Automobilbranche und die Medizintechnik. Nach dem Berufsabschluss gibt es bei uns Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel der Erwerb des Schweißerpasses. Eine branchenübliche Entlohnung wird unter anderem durch Zuschläge für Leistung oder Schichtarbeit ergänzt."

Michael Hengst, Personalleiter des Diakonischen Werks Marienberg: "Ab Sommer kommenden Jahres bilden wir Pflegefachmänner und -frauen aus. Dabei handelt es sich um die zusammengefasste Ausbildung der bisherigen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Wir möchten im kommenden Jahr vier Auszubildende einstellen. Diese müssen in erster Linie sehr gut mit Menschen umgehen können, körperlich geeignet sein und über einen Realschulabschluss verfügen. Durch die geänderte Ausbildung ist der Beruf in der Pflegebranche wesentlich attraktiver geworden, der abgeschlossene Pflegefachmann, die Pflegefachfrau kann in allen pflegerischen Bereichen arbeiten. Die Zukunftsaussichten des Berufes sind sehr gut, denn die Nachfrage wird sich kaum verringern. Um Interessenten umfassend mit dem Berufsbild vertraut zu machen, setzen wir zum Beispiel auf Schnupperpraktika in den Schulferien. Die Entlohnung ist im oberen Bereich des branchenüblichen und erfolgt nach dem Diakonie-Tarif."

Die vierte und für dieses Jahr letzte Messe "Deine Zukunft im Erzgebirge" findet am kommenden Samstag in Stollberg statt. (faso)

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