Perseiden: Warum diesmal Sternschnuppen unsichtbar sind

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Das kosmische Feuerwerk am Himmel erreicht in der Nacht zum 13. August seinen Höhepunkt. Doch wer die Lichtpfeile sehen will, muss etwas beachten.

Schneeberg.

Ein jährlich wiederkehrendes Himmelsereignis erreicht in diesen Tagen seinen Höhepunkt. Immer um den 12. August herum kreuzt die Erde auf ihrer Bahn die Staubspur, die der frühere Komet Swift-Tuttle im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Jedoch wird dieses Jahr nur ein Teil der Perseiden - so heißt der Meteorstrom - für das menschliche Auge sichtbar.

Schuld daran trägt der Vollmond, der den Nachthimmel erhellt und damit lichtschwache und schnelle Sternschnuppen ausblendet. "Wir werden vielleicht nur 30 bis 40 Prozent der Meteore wahrnehmen, die normalerweise zu sehen wären", schätzt der Gelenauer Hobbyastronom und Mitarbeiter der Sternwarte Schneeberg, Mike Behnke. Viele Besucher würden danach fragen, wann der Meteorstrom zu sehen ist. "Wir weisen sie dann auf die Nacht zum Sonnabend hin. Früh um drei erreichen die Perseiden ihr Maximum."

Trotz Störfeuers des Erdtrabanten rät Mike Behnke nicht vom Sternschnuppen-Gucken ab. "Man muss nur etwas Zeit investieren. Mit einer Viertelstunde ist es nicht getan. Zum Beobachten des Phänomens sollte man am besten zwei, drei oder vier Stunden draußen in Decken eingepackt auf einen Liegestuhl verbringen. Für diejenigen, die am Morgen ausschlafen können, lohnt sich das auf jeden Fall."

Von besonderem Interesse sind hellere, auffällige Objekte, die zwischendurch immer mal auftauchen. Vergangene Woche hatte Mike Behnke so eine Sternschnuppe im Kroatienurlaub gesehen. Deren grünlicher Schweif leuchtete durch die Schleierwolken, die den Nachthimmel verdeckten. Auch an einen Beobachtungsabend in der Schneeberger Sternwarte erinnert sich Behnke, nur nicht mehr an das Jahr: "Damals hatten wir bis zum Morgen 264 Sternschnuppen gezählt."

Wenn die Erde mit ihrer Bahngeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Sekunde auf den Meteorstrom trifft, können sich die relativen Geschwindigkeit beim Eintritt eines Staubteilchens in die Atmosphäre auf etwa 60 Kilometer pro Sekunde - also 216.000 km/h - addieren. Mike Behnke vergleicht den Vorgang mit dem Auftreffen von Insekten auf die Frontscheibe eines fahrenden Autos, die in diesem Fall die Erdatmosphäre darstellt. Diesmal gehen die Astronomen von einem normalen Perseidenjahr aus. Das heißt, am frühen Samstagmorgen werden bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erwartet. Die Erwartungen dämpft auch der Leiter des Zeiss-Planetariums in Drebach. Beobachtern rät Jens Kandler, nach Möglichkeit einen geeigneten Platz am Fuße einer Erhebung aufzusuchen, die den nahe dem Horizont befindlichen Mond verdeckt.

Wer den Perseidenstrom verpasst, kann vielleicht im November wieder einen Meteorstrom beobachten. In der Nacht zum 18. November erreichen die Leoniden ihr Maximum.


Wie fotografiere ich Sternschnuppen?

Mit einer auf einem Stativ stehenden Kamera sollte es gelingen, die helleren Meteore im Mondlicht zu fotografieren. Generell ist ein Platz fernab von Städten und damit von Lichtverschmutzung wichtig.

Für die Kamera eignet sich ein Weitwinkelobjektiv. So lässt sich der gesamte Himmel ablichten. Die Kamera am besten auf das Sternbild Perseus ausrichten.

Ein lichtstarkes Objektiv ist zu verwenden. Der Fokus am Objektiv oder in den Kameraeinstellungen muss auf unendlich gestellt werden, die größtmögliche Blende (also die kleinste mögliche Zahl) eingestellt sein.

Bei der Belichtungszeit muss etwas experimentiert werden - es sollten jedoch mindestens 30 Sekunden sein.

Der Iso-Wert sollte ebenfalls so klein wie möglich gehalten werden.

Serienbildmodus, Funkauslöser oder mehrfach "blindes" Drücken auf den Auslöser sind nötig. Schließlich weiß man nicht, wann und wo die Sternschnuppen auftauchen. (ar)

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