Auerbacher Orts-Schwibbogen wird für Wanderschau nachgebaut

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Die Schnitzer des Ortes sitzen wie vor 36 Jahren an ihrem Schwibbogen - nur diesmal ist er wesentlich kleiner. Das Ziel: Wenn die Wanderschau "Schwibbögen am Ortseingang" im Oktober in Marienberg eröffnet wird, soll auch ihr Ortsbogen im Modell dabei sein. Aber Neuigkeiten gibt es auch, was das Original von 1985 betrifft.

Auerbach.

Acht Einzelteile liegen auf dem Tisch. Noch fehlen Feinheiten und Farbe, aber sofort ist klar: Das ist der Auerbacher Schwibbogen im Miniaturformat. So wie sein großes Original ist er als Gemeinschaftswerk entstanden, wenn auch diesmal an verschiedenen Orten: Coronabedingt waren sechs Mitglieder des Schnitzvereins jeder für sich und daheim aktiv. Denn das Projekt sollte nicht länger warten - wenn Heike und Wolfgang Lorentz am 12. Oktober ihre Wanderausstellung "Schwibbögen am Ortseingang" in Marienberg aufbauen, soll der Auerbacher Bogen dabei sein.

Das Ehepaar Lorentz lebt im niedersächsischen Wedemark und baut seit 2017 die in so gut wie allen erzgebirgischen Orten stehenden großen Schwibbögen im Kleinformat nach. Erstmals wurden die damals 51 Bögen in Johanngeorgenstadt gezeigt, wo die Wanderausstellung ihre Premiere feierte. Bereits fast 70 Bögen waren es, als die Schau im November 2020 im Gelenauer Depot Pohl-Ströher eröffnet wurde, wo sie aktuell auch noch zu sehen ist.

Gerade ist Nummer 84, der Bogen von Wolkenstein fertig geworden. "Am Montag habe ich begonnen, den 85. Bogen auszusägen - den vom Filzteich in Schneeberg", erzählt Wolfgang Lorentz am Telefon. Seine Frau zeichne aktuell den Neustädtler Bogen auf, erzählt er. Die Sperrholzplatten mit den Motiven von Hohndorf bei Großolbersdorf und Hundshübel habe sie ihm bereits hingelegt.

Schnitzen ist allerdings nicht das Metier von Wolfgang Lorentz, darum brauchen sie immer dann Hilfe, wenn ein Ortsbogen das Werk von Schnitzern ist. So wie schon die Schnitzvereine von Gersdorf und Hohndorf das Projekt unterstützen, tun es nun auch die Auerbacher. Obwohl die anfangs durchaus skeptisch waren, gibt Vereinschef Ralf Auxel zu. "Wir wussten ja nicht, was mit dem Bogen nach der Ausstellung passiert", sagt er. Aber nachdem klar war, dass er im Eigentum des Vereins bleibt und lediglich als Leihgabe in der Ausstellung stehen wird, seien alle von der Idee begeistert gewesen. Einer von ihnen, Bernd Roscher, hat sogar genau das Teil, das er schon 1985 schnitzte, beigesteuert: den Mittelteil mit Wappen und Jahreszahl.

Neben den noch einzelnen Teilen des Miniaturbogens liegt die Chronik der Schnitzer. Aufgeschlagen sind Seiten aus dem Jahr 1985. Fotos, Zeitungsausschnitte und mit weißer Tusche auf schwarzem Grund geschriebene Texte erinnern an die Entstehung des großen Bogens, der am 1. Advent vor 36 Jahren seinen Platz neben dem Rathaus fand. Dort steht heute allerdings die Pyramide - denn der Schwibbogen zog später an den Hang an der Schule um. Aber auch dort hat er am längsten gestanden - denn ab dem kommenden Advent wird er seinen Platz in dem kleinen Park neben der Eisdiele haben. Dort fällt er besser auf und ist auch leichter auf- und abbaubar, sind sich die Schnitzer einig.

Im Moment stehen die Figuren, die im Sommer normalerweise im Obergeschoss des Schnitzerheims gelagert werden, unten in der Schnitzerstube. "Wegen des besseren Lichts", erklärt Ralf Auxel. So sehe man die Farben richtig, die ja für den kleinen Bogen möglichst originalgetreu gemischt werden sollen.

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