Nussknackerliebe eint Generationen

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Die 97-jährige Arlene Wagner aus den USA hat wegen ihrer Leidenschaft für die bärtigen Gesellen erneut eine lange Flugreise auf sich genommen. Dieses Mal kam sie nicht allein ins Erzgebirge.

Neuhausen.

Die Aufregung war Uwe Löschner, dem Chef des Nussknackermuseums in Neuhausen, anzumerken. Denn er erwartete seine inzwischen 97 Jahre alte Freundin Arlene Wagner, Kuratorin des Nussknackermuseums in Leavenworth im US-Bundesstaat Washington.

Vor knapp 30 Jahren trafen sich die beiden zur Spielwarenmesse in Nürnberg das erste Mal, seitdem sind sie sehr gute Freunde, mit der gesamten Familie Löschner hat sich ein fast familiäres Verhältnis entwickelt. Fast jährlich kommt die trotz ihres hohen Alters noch fitte Frau ins Erzgebirge, um sich dort umzuschauen. Unter anderem besucht sie öfter Handwerker in Seiffen.

Arlene Wagner, die in der amerikanischen Kleinstadt Leavenworth beheimatet ist, besitzt seit 1996 ein Nussknackermuseum, das später in eine gemeinnützige Stiftung eingegangen ist. Der rund 2000 Einwohner zählende Ort sei bayerisch geprägt und ziehe viele Touristen an, sagt Arlene Wagner. "Exakt 9103 der bärtigen Gesellen befinden sich in unserer Sammlung, und damit haben wir einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft", fügt die 97-Jährige an. Jährlich rund 34.000 Gäste, unter anderem auch aus Japan und Neuseeland, schauen sich die Sammlung an. Über und rund um die Nussknacker hat Arlene Wagner inzwischen acht Bücher geschrieben. Zwei große Bildbände stehen bei Uwe Löschner im Museum in Neuhausen.

Dieses Mal ist die 47-jährige Michelle Mc Mullen mit Arlene Wagner ins Erzgebirge gekommen. Sie ist das erste Mal in Deutschland. Arlene Wagner stellte sie als Kuratorin der Stiftung vor. "Sie wird einmal meine Nachfolgerin werden. Ich bin sicher, sie wird eine gute Arbeit machen" sagt die 97-jährige ehemalige Tanzlehrerin. In ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis wird Michelle Mc Mullen bereits "die Nussknackerlady" genannt. Nun wollte sie sich an der Wiege der bärtigen Gesellen erste Eindrücke verschaffen. "Ich bin begeistert von den Werkstätten hier im Erzgebirge. Es war toll zu sehen, wie zum Beispiel bei der Firma Füchtner die Nussknacker hergestellt werden oder wie die kleinen Spanbäumchen entstehen", erzählte die 47-Jährige, die vor drei Jahren in die Fußstapfen von Arlene Wagner getreten ist.

Sie wolle auf jeden Fall wiederkommen und dies bald, schließlich soll ihre "Chefin" wieder mit dabei sein, sagte Mc Mullen. Diese verkündet ihrerseits, dass sie wie ihr Bruder 102 Jahre alt werden möchte. Und wie schafft man das? "Keinen Alkohol das ganze Leben lang, keinen Fahrstuhl, viel Gehen, auf gesundes Essen achten", gibt die 97-Jährige ihre Ratschläge zum Besten.

In ihr Gepäck für den Heimflug hat Arlene Wagner wie immer eine Menge Nussknacker gepackt, ihre Begleitung hat sich ihr angeschlossen. Auch Kinder und Enkel seien mit dem "Nussknackervirus" infiziert - die Exemplare aus dem Erzgebirge hätten für sie einen besonderen Stellenwert.

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