So laut ist es an der B 174

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Anwohner entlang der viel befahrenen Bundesstraße leiden unter dem Verkehrslärm. Die Bürgerinitiativen haben nun ein Messgerät in Reitzenhain aufgestellt. Die Aktion zeige bereits Wirkung.

Reitzenhain/Hohndorf.

Verkehrslärm macht krank. Daran gibt es keine Zweifel. Doch unter welchen Belastungen leiden die Bewohner entlang der B 174 von der tschechischen Grenze bis nach Chemnitz tatsächlich? Das wollen die Bürgerinitiativen aus Reitzenhain, Hohndorf und Kleinolbersdorf-Altenhain nun exakt messen - und dabei auch die Lasterfahrer sensibilisieren.

Seit zweieinhalb Wochen steht auf dem Grundstück von Matthias Grahnert in Reitzenhain ein geeichtes Schallpegelmessgerät. Daran angeschlossen ist ein großes Display, das den Verkehrsteilnehmern den aktuellen Dezibelwert anzeigt. Auf dem Gerät selbst kann auch der Tagesdurchschnitt abgelesen werden, erklärt Jürgen Mädler von der BI aus Kleinolbersdorf-Altenhain, die die Anlage für einen "erschwinglichen Preis" gekauft habe.

Im Bundesimmissionsschutzgesetz ist festgeschrieben, dass in allgemeinen Wohngebieten 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden dürfen. Das Bundesumweltamt geht wiederum von 65 und 55 Dezibel als Höchstwerte aus, um die Gesundheit zu schützen. In Reitzenhain bringe es ein Lkw auf 70 und mehr. Nachts seien sogar schon über 100 gemessen worden, sagt Matthias Grahnert von der örtlichen BI.

Aktuell liege der Tagesdurchschnitt bei 70 Dezibel. Die Aktion zeige aber bereits Wirkung: "Seitdem wir den Lärm aus Richtung Marienberg kommend messen, hat die Geschwindigkeit der Laster im Vergleich zur Gegenspur schon gefühlt abgenommen", betont der Reitzenhainer.

Neben der Sensibilisierung gehe es den Bürgern um verlässliche Zahlen, mit denen Druck auf die zuständigen Behörden aufgebaut werden könne, ergänzt Mädler. Er und seine Mitstreiter wollen die Anlage noch erweitern, um größere Datenmengen speichern und auswerten zu können. Diese sollen dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr vorgelegt werden. Das Lärmmessgerät bleibe zunächst noch eine Weile in Reitzenhain stehen. Anschließend werde es am Hohndorfer Berg aufgestellt, erläutert Mädler.

In Reitzenhain seien derweil kleinere Maßnahmen für mehr Lärmschutz in Sicht, verweist Grahnert auf ein Gespräch mit Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos). So sei im Ort zunächst ein Geschwindigkeits-Smiley und später auch ein fester Blitzer geplant.

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