ZDF-Heute-Nachrichten setzen auf Handwerkskunst aus dem Erzgebirge

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Wer die Nachrichten im zweiten Programm einschaltet, bekommt nicht nur Neuigkeiten aus aller Welt präsentiert, sondern auch einen exklusiven Moderatorentisch. Er wurde am Hohenstein-Ernstthaler Standort des Scharfensteiner Unternehmens Seiwo gefertigt. Die Anforderungen waren enorm.

Scharfenstein/Mainz.

Die ersten Sendungen sind bereits gelaufen. Inzwischen lässt sich sagen: Nicht nur die Sprecher der ZDF-Heute-Nachrichten machen im neugestalteten Studio eine gute Figur. Wenn Barbara Hahlweg, Jana Pareigis und Christian Sievers Neuigkeiten als aller Welt verkünden, dann tun sie das an einem Moderatorentisch des Scharfensteiner Unternehmes Seiwo.

Innovative L-Form, Nussbaumoberfläche und jede Menge Technik: In das Manufakturprodukt sei wahnsinnig viel Arbeit gesteckt worden, sagt Seiwo-Geschäftsführer Dr. Jan Wabst. Der Gestaltungsentwurf kam vom Zweiten Deutschen Fernsehen, die Handwerkskunst aus dem Erzgebirge. Rund fünf Monate habe es gedauert, bis das Herzstück des Studios fertig war. Mitte Juli konnte es geliefert werden.

Der Moderatorentisch löste den deutlich größeren Tisch ab, der bis vor wenigen Tagen noch das Studio dominierte. Durch die L-Form sind die Moderatoren näher zusammengerückt, womit der familiäre Charakter hervorgehoben werden soll. Zugleich kommt durch das reduzierte Design die besondere Oberfläche zur Geltung. Genau diese verlangte Seiwo (knapp 80 Beschäftigte an den Standorten Scharfenstein und Hohenstein-Ernstthal) einiges ab.

"Aus mehreren Kleinteilen entstand puzzleartig das Gesamtobjekt", ertklärt Dr. Jan Wabst. Zunächst musste ein geeigneter Stamm des amerikanischen Nussbaums gefunden werden. Das Holz mit der auffälligen Maserung sei in ein mal ein Zentimeter große Stäbe geschnitten und per Hand verleimt worden. Damit Optik und Haptik stimmen, wurde die Oberfläche sechs- bis siebenmal geschliffen und anschließend geölt. Da im Studio Refelexionen vermieden werden müssen, ist sie leicht angeraut.

Ebenfalls aufwändig war der Einbau der nötigen Technik. So wurden für die Nachrichtensprecher Monitore eingebettet. Spezielle rote LED zeigen ihnen, wenn sie gerade On-Air sind. Die für die Zuschauer sichtbare weiße Front aus Corian-Biegeformteilen (ein Verbundwerkstoff) werde wiederum von hunderten einzeln ansteuerbaren LED ins richtige Licht gesetzt, so der Geschäftsführer.

Handwerkskunst aus dem Erzgebirge: Unter den Fernsehmachern ist sie längst ein Begriff. Der Bayerische Rundfunk will in München ein neues Sendezentrum bauen, die Studioausbauten sollen ebenfalls von Seiwo kommen. Nicht der einzige prästigeträchtige Auftrag: Aktuell steht in Scharfenstein die Frage im Raum, wie ein 100 Quadratmeter großes Schwerlastpodest später im Deutschen Museum München eine Junkers 52 tragen kann. Die Ausstattung mit Vitrinen, Podesten und interaktiven Arealen ist das bisher umfangreichste Projekt der Erzgebirger.

Seiwo peilt mit seinen Geschäftsbereichen Ausstellungsbau, Bühnenbau und Werbetechnik in diesem Jahr einen Jahresumsatz in Höhe von neun Millionen Euro an, im vergangenen Jahr waren es sechs Millionen Euro. Bremsend wirke sich der Fachkräftemangel aus, sagte Marketingmanager Stefan Steinert. Acht Stellen sind aktuell unbesetzt, darunter Tischler, Metallbauer, Glaser und Lackierer.

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