Begegnet

Wem die Attitüde der meisten angesagten Deutschrapper auf den Zeiger geht, findet in Fatoni ein Antimodell - warum, das macht gerade "Andorra" (Universal) deutlich. Der Münchner Rapper, dem Charisma eher nur als Wortspiel in einer guten Punchline unterkommt, lässt seine Hörer auf diesem Album verdammt nah an sich heran. Eine Weiterentwicklung gegenüber der vorherigen Scheibe "Yo Picasso" - und Fatoni hat eines absolut richtig gemacht: Produzent Felix Göppel alias Dexter, auf dessen Gefühl für gute Beats auch Cro und Casper schwören, ist wieder mit am Start und verleiht Stücken wie "Alles zieht vorbei" und "Die Anderen" die Chance, die scharfe Beobachtungsgabe von Fatoni in abrissverdächtig guten Rap zu gießen. Und Dirk von Lotzow spielt dazu den Märchenonkel - begnadet! Kathrin Neumann

In Deutschland ist der Berliner Techno-Guru Alexander Ridha eher Insidern bekannt - international dagegen ist er als Boys Noize eine massive Größe der Electronic Dance Music (EDM). Entsprechende Wellen macht daher die neue EP seines Projektes Dog Blood, das er zusammen mit Szenegott Skrillex unterhält: "Turn off The Light" (OWSLA/Boysnoize Records) erfindet zwar den Drop nicht neu, mixt aber sehr cool die aufgekratzte Effekt-Power des Amerikaners mit den souverän zurückgelehnten Grooves des Berliners zu einer zeitgemäßen Dubstep-Interpretation, die mit ihrem Südamerika-Flair die Autofenster nach außen in den Sommer drückt. Experimenteller Anspruch und massentaugliche Feierlaune geben sich da bestens die Hand. Tim Hofmann

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